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Ueber die menfcliliche Natur.
Ich habe oft die Bemerkung gemacht, dafs die-jenigen, welche lieh des Alters ihrer Familie rüh-men, fich fehr freuen, wenn fie erzählen können,dafs ihre Vorfahren feit vielen Generationen unun-terbrochene Eigenthümer deffelbigen Stücks Landesgewefen find, und dafs ihre Familie nie ihre Befi-tzungen geändert hat, oder dafs fie nie in eine an-dre Provinz oder Diftrikt verpflanzt worden ift.Ich habe ferner bemerkt, dafs ihre Eitelkeit nochmehr Nahrung erhält, wenn fie fich rühmen kön-nen, dafs diefe Güter durch eine blofse männliche Ab-ftammung zu ihnen gekommen, und dafs die Ehren-ftellen und die Glücksumftände nie durch eine weib-liche Branche fortgepflanzt find. Lafst uns einenVerfuch machen, diefe Erfcheinungen nach demvorhergehenden Syfteme zu erklären.
Wenn fich jemand des Alters feiner Familierühmt, fo fieht ein jeder, dafs der Grund feiner Ei-telkeit nicht blos die Länge der Zeit und die Zahlder Vorfahren ift, fondern vornehmlich ihre Reich-thümer und ihr Anfehen, welche wegen feiner Ver-wandtfehaft mit ihnen auch einen Glanz auf ihnfelbft werfen füllen. Erftlich betrachtet er diefeObjekte; wird von ihnen auf eine angenehme Artafficirt; kehrt dann durch die Verknüpfung der El-tern und des Kindes zurück zu fich felbft, und wirdmit der Leidenfchaft des Stolzes, vermittelft desdoppelten Verhältniffes der Impreffionen und Begrif-fe, erfüllt. Da nun die Leidenfchaft von diefenVerhältniffen abhängt, fo inufs alles, was die Ver-hält-