J4 U eber die menfchliebe Natur.
es erftreckt fich diefes, wie man leicht geftehen wird,nicht weit, und bringt keinen beträchtlichen Gradvon diefen Leidenfchaften hervor. Diefes erkläreich folgendergeftalt. Wir können niemals eineEitelkeit darin fetzen, einer Perfon in Kleinigkei-ten ähnlich "zu feyn, wenn fie nicht fehr glänzendeVorzüge hat, die uns mit Achtung und Ehrfurchtgegen Ce erfüllen. Diefe Vorzüge find daher eigent-lich zu reden, allein die Urfachen unfrer Eitelkeit,weil fie auf unfer Selbft eine gewiffe Beziehung ha-ben. Was ift nun diefes aber für eine Art der Be-ziehung? fie find Theile von der Perfon, welchewir fchätzen , und folglich auch mit jenen Kleinig-keiten verknüpft, die nach der Vorausfetzung auchTheile von ihnen waren. Diefe Kleinigkeiten findnun wiederum mit den ähnlichen Eigenfchaften inuns verknüpft; und diefe Eigenfchaften in uns alsTheile, find mit dem Ganzen verknüpft; und foentfteht alfo eine Kette von verfchiedenen Gliedernzwifchen unferm Selbft, und den glänzenden Eigen-fchaften der Perfon , mit der wir eine Aehnlichkeithaben. Allein da eine fo grofse Menge von Ver-hältniffen die Verknüpfung erft rege machen mufs;fo ift angenfcheinlich, dafs die Seele bei ihrem Ue-bergange von den grofsen Eigenfchaften zu den klei-nen, vermöge des Kontrafts, die Geringfügigkeitder Letztem defto beffer wahrnehmen, und fichdeshalb der Vergleichung und der Aehnlichkeit ge-wiffermafsen i’chämen mufs.
Da-