Von dem Stolze und der Demut Ix. 53
urfaclren mag. Es inufs allemal auf eine gewiffe Artmit uns verbunden feyn, wenn es unfern Stolz erre-gen i'oll. S%in Begriff mufs gleichfam an dem Be-griffe unfers Selbft hängen „und der Uebergang vondem Einen ?um Andern mufs leicht und natür-lich feyn.
Aber hier ift nun merkwürdig, dafs das Ver-hältnis der Aehnlichkeit feiten ein Grund desStolzes oder der Demuth ift, ob es gleich eben fowie die Angrenzung und urfachliche Verknüpfungauf das Gemüth wirkt, und uns von einem Begriffezum andei'n führt. Wenn wir einer Perfon in eini-gen fchätzbaren Stücken feines Charakters ähnlichfind, fo muffen wir einen gewiffen Grad von der
Eiaenfchaft befitzen, in welchem wir ihr ähnlich
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find; und dann fcliauen wir diefe Eigenfchaft lieberunmittelbar in uns felbft an, als mittelbar in einer-andern Perfon, wenn wir in diefelbe einen Gradvon Eitelkeit fetzen wollen. Ob alfo gleich eineAehnlichkeit die gelegentliche Urfache diefer Lei-denfchaft feyn mag, indem dadurch der Begriff un-fers Selbft deftp vortheilhafter erfcheint, fo bleibtder Blick zuletzt doch bei dem Selbft ftehen, und dieLeidenfchaft findet hier ihre letzte und endlicheUrfache.
Zwar'giebt es einige Beifpiele, wo fich Men-fchen etwas einbilden, wenn fie einem grofsen Man-ne in feinem Gefichte, Gehalt, äufserm Betragen,oder andern kleinen Umftänden, die -wenig odernichts zu feiner Gröfse beitragen, ähnlich find; aber
es
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