.jo Ueber die menfchliche Natur.
und fich nie wegen ihrer Krankheit klein oderverächtlich Vorkommen. Allein wenn man diezweite und vierte Einfchränkung erwägt, dieich meinem Syfteme beigefügt habe, fo wird mandielen Einwurf leicht felbft heben können. Dortwurde bemerkt, dafs kein Objekt jemals Stolz oderUnmuth hervorbringt, wenn es nicht eine eigen-tümliche Beziehung zu uns felbft, und etwas Aus-zeichnendes an fich hat, fo dafs jede Urfach dieferLeidenfchaft gewjffermafsen beftändig feyn undeine gewiffe Proportion zu der Dauer unfers Selbft,das ihr Objekt ift, beobachten rnufs. Da nun Ge-fundheit und Krankheit bei allen Menfchen unauf-hörlich wechfeln, und niemand eins von beidenganz allein unabänderlich gewifs befitzt,fo find diefe zufälligen, glücklichen und unglück-lichen Ereigniffe gleichfam von uns abgefondert, undwerden nie mit unferm Wefen und Dafeyn in einernotwendigen Verknüpfung gedacht. Dafs diefesfich wirklich fo verhält, kann inan recht deutlichdaraus abnehmen, dafs eine Krankheit foul eich einObjekt der Demuth wird, wenn fie fich in unfernKörper fo feftgefetzt hat, dafs uns alle Hofnung zurWiedergenefung abgefchnitten wird; diefes fiehtman an alten Leuten , die nichts mehr nieder-fchlägt, als die Betrachtung ihres Alters und ihrerSchwachheiten. Sie bemühen fich fo lange als mög-lich ihre Blindheit und Taubheit, ihre Fliiffe undGichtzufälle zu verbergen ; und geftehen fie nie ohneWiderwillen und unangenehme Empfindung. Und
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