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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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4S lieber die menfchliche Natur.

nebft dem Verhältniffe zu dem Selbft mufs alfo dieUrfache der Leidenfchaft feyn.

Wenn man es gleich unentfchieden läfst, ob 1nicht etwa die Schönheit an fich etwas Reales, vondem Vermögen Vergnügen hervorzubringen verfchie-denes fey; fo kann doch das nie beftritten werden* Idafs da die Verwunderung nichts ift, als ein Ver- :gniigen, das von einem neuen Gegenftande ent- |fpringt, fie eigentlich zu reden, keine Befchaffen-heit in einem Objekte, fondern eine blofse Leiden-fchaft oder Impreffion in der Seele fey. Der Stolzmufs alfo nach einem natürlichen Uebergange vondiefer Impreffion herkommen. Und er entfpringtfo natürlich, dafs nichts in uns oder uns vor-züglich angehöriges genannt werden kann,das Bewunderung erweckt, welches nicht auch zugleicher Zeit die andere Leidenfchaft hervorbrächte.

So thun wir uns etwas zu gute auf die wunderbaren iAbentheuer, die wir beftanden, auf die Art, wiewir ihnen entgangen find, und auf die Gefahren, !denen wir dabei ausgefetzt waren. Daher der Ur- !fprung der gewöhnlichen Lügen, wo die Menfchenohne weitere Abficht, blos aus Eitelkeit eine Mengeaufserordentlicher Begebenheiten zufammenhäufen,die entweder Erdichtungen ihres eigenen Gehirnsfind, oder doch, wenn fie Wahrheit enthalten, garnicht mit ihnen in Verbindung ftehen. Ihr frucht- ibarer Erfindungsgeift fchmückt fie mit vielen undmannichfaltigen Aventüren aus; und wem das Ta-lent der Erfindung fehlt, fucht fich folche, die er

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