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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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Von dem Stolze und der Dernuth. 47

wird, bei der Schönheit fremder und äufserer Din-ge aber, nicht im mindeften zum Vorfcheine kömmt.Vergleicht man alfo diefe zwei Schlüffe zufammen,fo findet man, dafs fie das vorhergehende Syftembeftätigen, nemlicli'dafs das Vergnügen als eine ver-knüpfte oder ähnliche Impreffion, wenn es mit ei-nem im Verliältniffe ftehenden Objekte verbundenwird, durch einen natürlichen Uebergang Stolz er-zeugt j und das Gegentheil davon Dernuth. DiefesSyftem wird alfo fchon durch die Erfahrung hinläng-lich beftätigt, ob wir gleich noch lange nicht alleunfre Gründe erfchöpft haben.

Nicht die Schönheit des Körpers allein bringtStolz hervor, fondern auch feine Feftigkeit undStärke. Feftigkeit ift eine Art von Kraft; und da-her kann die Begierde in der Leibesftärke einenVorzug zu haben, als eine Unterart der Ehrbe-gierde angefehen werden. Um deswillen wirdman das gegenwärtige Phänomen zur Erklärung die-fer Leidenfchaft hinreichend verftehen.

Was alle die übrigen körperlichen Vollkom-menheiten anbetrifft, fo ift im Allgemeinen zu be-merken, dafs alles, was in uns entweder nützlichoder fchön, oder bewundernswürdig ift, ein Ge-genftand des Stolzes und deffen Gegentheil ein Ge-genftand der Dernuth ift. Nun ift bekannt, dafsalle nützliche, fchöne oder bewundernswürdige Din-ge nur diefes und nichts anders mit einander gemeinhaben, dafs fie eine befondere angenehme Empfin-dung hervorbringen. Die angenehme Empfindung

nebft