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Ueber die menfchliche Natur.
niffe. Die Schönheit oder Häfslichkeit ift nahe mitdem Selbft, dem Objekte beider Leidenfchaften, ver-wandt. Kein Wunder alfo, wenn unfre Schönheitein Objekt des Stolzes, und unfre Häfslichkeit einObjekt der Demuth wird.
Allein diefe Wirkung der perfönlichen und kör-perlichen Eigenfchaften ift nicht nur dadurch einBeweis für das gegenwärtige Syftem, dafs fie zeigt,dafs die Leidenfchaften in diefem Falle nicht ohnealle die TJmftände, welche ich gefodert habe, ent-ftehen, fondern kann auch noch als ein ftärkererund überzeugenderer Grund gebraucht werden.Wenn wir alle die Hypothefen betrachten, welchedie Philofophie und der gemeine Verftand erfonnenhat, den Unterfchied zwifchen Schönheit und Häfs-liehkeit zu erklären, fo werden wir finden, dafs fiefich alle in folgende auflöfen, dafs die Schönheit ei-ne folche Ordnung und Verbindung der Theile fey,welche entweder vermöge der urfprünglichenEinrichtung unfrer Natur, oder vermöge derGewohnheit, oder der Kaprice, gefchickt ift,Luft und Selbftzufriedenheit in der Seele zu erzeugen.Diefes ift das unterfcheidende Merkmal der Schön-heit, welches den ganzen Unterfchied zwifchen ihrund der Häfslichkeit ausmacht, deren natürlichesBeftreben dahin geht, Unluft hervorzubringen. Ver-gnügen und Mifsvergnügen find alfo nicht nur noth-wendige Gefährten der Schönheit und Häfslichkeit,fondern machen auch ihr eigentliches Wefen aus.
Und