Von :dem Stolze und der Demuth, 43
Achter Abfchnitt.
Von der Schönheit und Häfslichkeit.
"YVir mögen nun den Körper als einen Theilvon uns betrachten, oder denen Philofophen bei-ftiinmen, welche ihn als etwas Aeufserliches anfe-hen, fo mufs man doch in beiden Fällen geftehen,dafs er nahe genug mit uns verknüpft fey, um einsjener doppelten Verhältniffe zu bilden, wovon ichvorher behauptet habe, dafs fie nothwendig zu denUrfachen des Stolzes und der Demuth gehören.Wenn wir daher das andere Verhältnifs der Impref-fionen auffinden^ könnten, um es mit dem Verhält-niffe der Begriffe zu verbinden, fo können wir mitGewifsheit eine von diefen Leidenfchaften erwarten,je nachdem die Impreffion angenehm oder unangß-nehm ift. Nun giebt uns Schönheit aller Arteine gewiffe eigenthümliche Luft und Vergnügen;fo wie Häfslichkeit Unluft erweckt, wo wir fieauch antreffen mögen, fie mag fielt in einem leben-digen oder leblofen Dinge befinden. Wenn daherdie Schönheit oder die Häfslichkeit in unferm eige-nen Körper ift, fo mufs diefes Vergnügen oder Miß-vergnügen in Stolz oder Demuth verwandelt wer-den, da in diefein Falle alle Umftände da find, dieerfodert werden, einen vollkommnen Uebergangder Impreffionen und der Begriffe zu erzeugen.Diefe entgegengefetzten Empfindungen ftehen mitden entgegengefetzte^ Leidenfchaften im Verhält-niffe,