Von dem Stolze und der Deinuth. 37
mühen den letzten Punkt zu beweifen; da der er-ftere gewiffermafsen für fich felbft kJar'ift.
Um mit dem La ft er und der Tugend,welche die gemeinften Urfachen diefer Leidenfchaf-tenfind, den Anfang zu machen; fo würde es zumeinem gegenwärtigen Behufe fehr unnöthig feyn,mich in die Streitigkeiten einzulaffen, welche inden letzten Jahren die Aufmerkfamkeit des Publi-kums fo fehr befchäftiget haben, ob nemlidh die-fe moralifchen Unterfchiede in natürli-chen und urfprünglichen Principien ge-gründet find, oder ob fie von dem In-tereffe und der Erziehung herrühren.Diefe Unterfuchung behalte ich mir für den folgen-den Band vor, und will indeffen mich nur bemü-hen, zu zeigen, dafs mein Syftem fefLftehen bleibt,man mag eine von diefen beiden Hypothefen anneh-men, welche man will. Und diefes miifs ein fehrftarker Beweis für deffen Aechtheit und Wahr-heit feyn.
Denn angenommen, dafs die Moralität in derNatur felbft keinen Grund habe, fo mufs doch zu-gegeben werden, dafs Tugend und Lafter, es feynun der Eigennutz oder die Vorurtlieile der Erzie-hung die Urfache davon, in uns eine reale Luft undUnluft hervorbringen; und diefes wird auch von al-len Vertheidigern diefer Hypothefe ftreng behauptet.Jede Leidenfchaft, Gewohnheit oder Charakterzug(fagen fie), der mit unferm Eigennutze oder Vorur-theile verknüpft ift, gewährt uns Vergnügen oder
Mifs-