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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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38 Ueber die menfchliche Natur,

Mifsv.ergniigen; und aus diefer Quelle entftelit dieBillig ung oder Mifsbilligung. Wir können von derFreigebigkeit anderer leicht Vortheil haben, da wirhingegen bei ihrem Geize immer in Gefahr find, et-was zu verliehren : der Muth verthekliget uns; dieFeigheit aber läfst uns bei jedem Angriffe im Stiche:Gerechtigkeit ift die Stütze der Gefellfchaft, aberdie Ungerechtigkeit würde, wenn ihr nicht Einhaltgefchähe, ficher ihren Ruin befördern : die Demuthanderer erhebt uns; ihr Stolz fchlägt uns nieder,Diefes find die Gründe, weshalb die erftern fiirTu*genden, die letztem für Lafter gehalten werden.Da alfo eingeräumt wird, dafs Tugend und Lafteraller Art von Luft oder Unlufl begleitet wird, fo iftdiefes zu meinem Vorhaben alles, was ich brauche.

Aber ich gehe noch weiter, und behaupte,dafs diefe moralifche Hypothefe nicht nur zu mei-nem gegenwärtigen Syfteme pafst, fondern dafs fieauch, wenn man fie als wahr zuläfst, ein abfoluterund unüberwindlicher Beweis deffelben ift. Dennwenn alle Moralität Geh zuletzt auf die Luft oderUnluft gründet, welche aus dem Anblicke einesVortheils oder eines Verlufts entfpringt, der ausunfern eignem oder andrer Charaktern entftehenkann, fo mttffen alle Wirkungen der Moralität voneben derfelben Luft oder Unluft herrühren, undunter diefen auch die Leidenfchaften des Stolzesund der Demuth, Das wahre Wefen der Tugendbefteht nach diefer Hvpothefe darin, dafs fie Ver-gnügen hervorbringt, und das wahre Wefen des

Lafters