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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von dem Stolze und der Demuth. 31

und zwar ein noch engeres als das, welches Freu-de gebiehrt, erfodert.

II. Die zweite Einfchränkung ift, dafs das an-genehme oder unangenehme Ding nicht nur in en-ger Verbindung mit uns flehe, fondern dafs es auchuns vorzüglich gehöre, oder dafs wir es dochnur mit wenigen Perfonen gemein haben. Es ift ei-ne bemerkenswürdige Eigenfchaft in der menfchli-chen Natur, die in der Folge noch ausführlich aus-einandergefelzt werden foll, dafs jedes Ding, dasoft vorgeftellt wird, und woran wir lange gewöhntfind, in unfern Augen feinen Werth verliehrt, undin kurzen vernachläffiget und verachtet wird. Fer-ner beurtheilen wir die Dinge mehr durch Verglei-chung, als nach ihrem reellen innern Werthe; undwenn uns ihr Vorzug nicht durch irgend einen K011-traft recht begreiflich wird, fo überfehen wir garzu leicht auch das wahre wefentliche Gute in ihnen.Diele Eigenfchaften der Seele haben auf Freude undStolz einen fehr grofsen Einflufs; und es wird nurdadurch die fonderbareErfcheinung begreiflich, dafsGüter, welche alle Menfchen gemein haben und mitdenen wir durch Gewohnheit familiär gewordenfind, uns wenig angenehme Empfindung gewähren;ob fie gleich von weit vortreflicherer Natur feyn mö-gen, als diejenigen, auf welche wir, wegen ihrerwenigem Gemeinfchaftlichkeit, einen weit hohemWerth fetzen. Diefer Umftand wirkt zwar auf Freu-de und Stolz zugleich, aber doch weit mehr aufden letztem. Wir freuen uns über viele Dinge,

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