30 Ueb er die menfcbliche Natur»
meinen eingeräumt werden, dafs Freude aus einemunbeträchtlicheren Verhältniffe entfteht, als Eitel*keit: und dafs viele Dinge, welche nicht fähig lind,Stolz zu erzeugen, dennoch Wohlgefallen und Ver-gnügen in uns hervorbringen können. Der Grundcliefes Unterfchieds liegt, wie mich dünkt, darinne.Zur Freude wird ein Verhältn'ifs erfodert, um unsdas Objekt näher zu bringen, und zu machen, dafses uns einige Befriedigung gewähre. Aber aufserdiefem, welches beiden Leidenfchaften gemein ift,gehört noch etwas zur Erzeugung des Stolzes, wel-ches den Uebergang von einer Leidenfchaft zur an-dern hervorbringt, und die blofse Freude in Eitel-keit verwandelt. Da alfo hierzu eine doppelte Ar-beit nötliig ift, fo gehört auch eine doppelte Kraftund Wirkfamkeit dazu. Wenn angenehme Gegen-ftäncle nicht mit uns felbft in fehr genauer Verbin-dung flehen, fo ftehen fie gewöhnlicherweife mitandern Perfonen in einem folchen Verhältniffe; unddiefes letztere Verhältnis erhebt nicht nur das unf-rige nicht, fondern vermindert es, und vernichtetes logar bisweilen, wie wir in der Folge fehenwerden *).
Hier ift alfo die erfte Einfchränkung für unfernallgemeinen Satz, dafs jedes mit uns imVerhältniffe 'ftshende Ding, welchesLuft oder Unluft erzeugt, auch Stolzoder Demuth hervor bringe. Es wird nichtblos ein Verhältnis, fondern ein enges Verhältnis,
und
Th. 3. Abfelm. 4,