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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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Von dem Stolze und der Demuth. 29

Sechfter Abfchnitt.

Einfchränk ungen diefes Syftems.

Ehe wir aber in diefer Materie weiter gehen,und alle Urfachen des Stolzes und der Demuth ein-zeln unterfuchen, muffen wir zuförderft den Haupt-fatz, dafs alle angenehme Dinge, die mituns durch eine Affociation der Begriffeund der Impreffionen verknüpft find,Stolz, und die unangenehmen Demutherzeugen, durch einige Einfchränkungen näherbeftimmen, w r elche die Natur diefer Materie felbftherbeiführt.

I. Sobald ein angenehmer Gegenftand in ei-ner Beziehung gegen uns gefetzt wird, fo ift die er-fte Leidenfchaft, die bei diefer Gelegenheit entfteht,Freude; und diefe Leidenfchaft zeigt fich fchon.bei einem viel entfernteren Verhältniffe, als zumStolze und zur Eitelkeit, erfodert wird. Wir kön-nen bei einem Schmaufe, wo unfre Sinne mit An-nehmlichkeiten aller Art ergötzt werden, Freudefühlen: aber nur der Wirth hat aufser der nämli-chen Freude auch noch das Gefühl der Selbftzufrie-denheit und der Eitelkeit. Zwar thun die Men»fchen bisweilen auch auf ein grofses Gelag grofs,bei dem fie blos als Gaft gewefen find, und findenalfo bei diefem geringen Verhältniffe nicht blos fürihr Vergnügen, l'oiiciern auch für ihren Stolz Unter-haltung. Aber dei'fenungeachtet mufs es im ABge-;

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