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3 (1880) Göthe - Kindheit
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^ugenölectiire, Sitgeitblitcmtur.

ntüßen baljer foldje menfdjiidje ®inge unb namenttid) bie ©efdjidjte ber Siebe, wennfte einmal bargeftetlt werben, jwar mit feufd)em Sinne, aber mit feften, nicht burd)^albbunfel ju Argwohn »erleitenben 3 ü 3 en gejetctjnet merben.

7) Aud) bie retigiöfe Oenbenj ber 3ugenbfd)rift fann burd) Abftd)tlid)feitunb UeBertreiBung il)ren ßmed »erfelden. Atlerbingd mug bie 3ugenbfd)rift, wenn fieauf ber §ö^e ber Silbung ftef)en unb ju ihr gieren foll, ald ihr tefsted 3^ Bie ©r=jiei)ung jum ©hriftenthum Betrauten. Aber bamit ift feinedwegd audgefd)loffen, bagaud) nid)td)riftlid)e ©eltanfdjauungen, infofern fie nothwenbige ©tufen ber ©ntwidlungbed 2Renfd)engeifted bergegenwärtigen, ein fRed)t haben, in bie Seetüre ber 3ugenb ein=jutreten.®er ißolbtheidmud unb ber £>eroidmud," Bemerft fRofenfranj (ißabag. §. 91),ift jefjt ein eBenfo fubftantielled SRoment ber Kinberborftetlung, ald ber StRonotheidmudmit feinem l ißatriard)en= unb fßrophetenthum. Unfer ©tanbfmnct ift üBer Beibe hinaud,weil er burd) Beibe »ermittelt ift, unb enthält eBen bedwegen Beibe ald Momente infid)." Aud) barf bie 3ugenbfd)rift nicpt unmittelBar in bie tiefften unb augerorbent=lupften d)riftlid)en Sebenderfahrungen einführen motten, wenn fie nid)t ju einer religiöfenfrühreife Anlag geben will, beren aBfic^tUdje Herbeiführung and) iffalmer ößäbag.©. 221) entfliehen ald päbagogifd) f a ifd) Bejeidjnet.©d ift nid)t fdjwer, fagtSE^ierfcB (über gamilienerjiehung 119),ein Kinb burd) Sorfteßungen oon bemnatürlichen Serberben, bom ©eric^t, »om ©inftuffe bed böfen geinbed in Aufregung unbAngft ju »erfepen unb ed mit ^meifeln an feiner ©eligfeit ansufüßen. ©d tann fein,bag baburd) früpseitig tiefe ©rfapTungen bom Serfepr ber ©eele mit ©prifto per»or=gebradjt werben. Aber bad finb ©rfotge, bor benen man fidj eper fürd)ten foHte, aldfid) barüber freuen. ®enn l)ier fteüt fid) bie fdjlimmfte aller ©efapren ein: frühe Ab=nüpung alter fold)er ©inbrüde unb ©rlebniffe unb einfc^leidjenbe Unwahrheit, inbembie Kraft febwinbet unb bie fRebendarten Bleiben." ®ad Sud) in feiner füllen Sprache!ann gwar biel aud bem Herren bed 2Renfd)en peraudfagen; aber man hüte fid), bieißerfonen bed Sucped felBft bon ben tiefften neilderfaprungen unb bon ber Anbacpt bed©ebetd im füllen Kämmerlein in alltäglicher ßonberfation parliren jn taffen. Unb wiemit frommen ©orten, fo barf aud) mit ben ©unbern ber göttlichen Sorfepung nidjtein »erfepwenberifeper Verbrauch getrieben werben. ®ie djriftlidje 3ugenbfd)rift mugbie, burd) fid) felBft überjeugenbe nnb überwättigenbe ©al)rl)eit cined in Kampf unbSuge jum §eil unb Trieben hinburd) bringenben Sehend unb bie lebenbige Offenbarung©otted unb ber in (S^rtftD erfd)ienenen ©nabe im Seben bed ÜRenfcpen mit fcplidßen,garten, faft fd)euen unb bod) ergreifenben 3ügen barftellen, unb eine fold)e ®arftellungfann alleiu bem getingen, ber felBft ein fold)ed SeBen erfahren unb in ©twifto einefold)e ©enüge gefuitben h&t. ©in foldjer aber fd>reiße ohne prämebitirte Stcubenj, nuraud feiner Siebe unb ©taubendfreubigfeit hetnud; unmerflid) nnb gerabe in ber Un=merflidjfeit unb 3 ui 'üdhaltung am wirffamften wirb ber ^au<h d)riftlidjen Sehend biegan^e ©thrift bnrdjwehen. ©Ben bied gehört überhaupt jum ©efen ber ctaffifdjen©ichtung, bag fte, ohne leibhaftig fein ju wollen, bod) belehrt unb Bilbet.

8) 3n ber ffforberung ber © a h m h e i t wirb jebe befonbere Senbenj ber 3ugenb=

fd)rift aufget)en mügen. Unter biefer ©ahrheit ift aber nicf)t eine Sef<hranfung aufbie nadte ©irftid)feit ju »erftehen, fonbern jene innere ©ahrheit, weld)e aud) bemibeelfen, poetifd) geftalteten Sehen bad überjeugenbe ©epräge ber ©irflidjfeit giebt. ®ie3ngenb mng aud) aud ber ®tcf)tung bie wirflidje ©ett »erftehen lernen, unb in ber®f)9t Befi^t f<hon bad Kinb ein natürlid)ed Serftänbnid baju; ed fühlt bie SBah^heitnidjt nur aud ben Abenteuern bed Dbpffeud hemud, fonbern auch aud ben ©unbernber fRiefen unb ber ©djneewitt^en unb Afdfeubröbel; jene ©unberwelt wirb

ihm um fo heintifeber, je weiter fie ihm jurüd bon ber ©egenwart in unoorbenflidjer3Jeit ju liegen fdjeint. iRicht bad ÜRärdjen peinigt bie Kinber mit 3®£tf^n, wol)l aberbie aud ber unmittelbaren ©egenwart erbidjtete ©rjal)lung; l)i er fontmt ed mit berängftlidjen grage, ob bie ®efd)id)te aud) mäht fei, unb wirb traurig, wenn man ihmmit fRein antwortet. üRidjt jenes fernab liegenbe URärdjen oerwirrt bie Sorftellitngen