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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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875
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Sütgcnblectiirc, Sugcubliteratur. 875

aber bie 23orfi<ht befielt meift nur barin, baß man unjarte 2IuSbrücfe ju oermeiben,bag @emeinmenfd)lid)e in (äufshemigmen 51 t Jütten unb bag erottfd^e (Slement aug bemSitte beg Sebeng ju ftreidjen fudjt, wätjrenb bagegen ein wenig ©djeinljeitigfeit, eitleaUofyltljätigfeit, (S^rgetg unb (Sgoigmug ganj anftanbig unter ber allgemeinen Sugenb=ßrtna mit in ben S?auf gegeben Werben. Stur in neuefter 3<ut bemerfen wir l^ierunb ba eine Stüdfeljr gur Statürlidjfeit, wie 3 . 23. Ottilie 2Bilbermutig (t 1877),eine SSteifterin im (ätfälden, in ihren oielaufgetegteu «Schriften: Slug ©djtoß unb fpütte;(Stählungen unb SJtärdjen; oon 23erg unb S^al; aug Storb unb ©üb; 3ugenbgabe 2 c.,auf einfache SStothse unb natürlidje Söfung fid> befdjränft unb burd) biefe bag 3 ntereffe3 U feffetn unb in naioer SBeife nad) bem grieben einer irbifdjen unb htmmlifdjenlpeimat|in 3 ulenten öerfie^t.*) (Sine SSerbefferung ber 3ugenbliteratur bilben ober oerfudjen»enigfteng

6 ) bie »olfgtljümlidjen 3 ugenbfd)riften. ^3eftalogji unb §ebel,bie SJteifter in oolfgtljümlidjer ©djriftweife, Ratten in ffsäter 3 äl/ jener in 3 eremiag©ott^elfg treu^er3ig=tluger23auerneinfalt, tiefer in 33. 9Iuerbad)g fsoetifdjem ®orf=leben, einen §>aud) iljreg ©eifteg fortgepflanjt unb ihnen nad) wedten D. 2B. 0 . ,jp orng,©laubredjtg, 9tebenbad)erg, ©agfsgtig 2 c. ©djriften im weiteren Streife bieSiebe für ©djitberungen länblidjer 3uflänbe. ®iefe oolfgfhümtidje Stidjtung übte ihrenwohttljuenben ©influß aud) auf bie 3ugenbliteratur. Sliandje, wie l;in ltub wieberStier i£, unb befonberg D. SBilbermutl), fanben ben SBeg 3 U oolfgthümlidjen©toffen unb aud) ben red)ten ®on basu. ®. (p. o. ©djubert jeigte in feinen bio=grafshifdjen (Srjablungeu, namentlid) in feinem grinsen (äugen, ftd) größer unb wirffa=mer alg in allen feinen gefül)lreid)en ©efdjidjten; and) D. SB. o. §orn,$örberu. a. trafen in einigen ihrer populären .finberfdjriften nal)eju an bag 3 iet. 23on nod)größerer 33ebeutung aber, alg biefe mobern fsofsulären ©djriften, waren bie 33erfudje,bie Quellen uralter, abgeftärter Solfgtoefle unb 33ol!gfage in unfere 3ugenblectüre

iiberguleiten. ®ag SJtärdjen, biefe »faßt terlorcne, unfdjeinbare, aber reine unb föftlidjeißerte unferer 23olfgfsoefie" (33ilmar) würbe ton ben 23rübern ©rimm in ©djrift ge=faßt unb ent 3 üdt nod) je§t unfere Sfinber, obfdjon, wie bie alten Sp^ilant^ro^iften, fo aud)noch neuere (ßäbagogen, 3 . 33. 3. SB. .(paart unb ffr. $?afsfs, bag 9Jtärd)en »einen (ßeft=ftoff ber Stomantif" nennen (f. b. 2lrt. S3tärd)en). Stur eing ift 3 U bellagcn, baß bieSftärdjenrebe überhäufst in bie ffeffeln ber ©djrift gelegt werben mußte. ®ie ®rimm=fdjen SJtärdjen finb 3 war mit witttberbarem ®alent gans im naben ®one ber lauten©rjählung unb felbft mit ben ©djattirungen ber Sitimif unb (Betonung niebergefdjrie*

ben, wie bereinft ber SJtunb beg 33olfeg fie oon ©efdjledjt 3 U ©efdjledjt überliefern

mochte; aber bennod), bie luftigen ©eftalten, bie in ®önen unmerflidj geljeimnigooll

in bie ißh an bfb beg fsörerg ftdj einweben unb hbt mit Ijutmlog gläubigem ©innegefsflegt werben, verlieren an Stei 3 unb Sebcn unb fseinigen mit 3 lDe if e b an ihrer2Birflid)feit, wenn fie im 23udje sur ©djrift erftarren. ©ie gehören überhaupt faummehr für bag fd)riftreife Sllter, fo baß ©eroinug nicht Unredjt hat mit feiner 33emer=lung, baß, »wenn ber Snabe anfängt SJtärdjen 3 U lefen, bie 3 e ü fdjon ba fei, wo erfie nicht mehr lefen fottte". Uebrigeng h nt unter ben rieten, welche ber ©rimmfdjen©fsur folgten, nic^t einer mit gleichem Safte 3 U fammetn oerftanben. 2Betm wir etwaSB. §auffg oortrefflidje SStardjen augnehmen, fo finben wir in allen biefen ©amm=lungen, auch in ben befferen, wie in 3. SB. SBotf, 3iugerle, (ßtöfile, fletfe, Saufd)unb ben am meifien (in meljr alg 10 Sluflagen) oerbreiteten 33 ed)fteinfdjen SKardjen

*) @ine rühmliche Ütuänahme mad)t nuih bie bielgetefene ©chrift Bon ber + Srau Siathuftuä:9luS bem Hagebuche eitteö armen Jrciuteind, ein Südjleiit, ba3 bag Shriftlidse mit bem 9toman-haften mit ©liccE ju Berbinben fucht. (Die romanhaften 23eftanbtheile treten bort jtoar juriicf, fofehr, baß eg gerabe in biefer ©ejte^ung an ben nötljigften fsoetifdjenSSermitttungen fehlt; aber umfo weniger trifft bag 33üd)letn ber Sorwurf, burch BerhüUnng beg ©rotifdjen gerabe erotifch juWirten, ßg gefchieht bei folgen ©d)riften weit eher, baß bag (S^rifttidse etwag ju tenbenjiögüberall herb ortritt. Stcb.