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Siigeitbreetüre, Sitgenblitemtur.
nur menig edjted uttb mertfjooKed. Debenfalld fcfjabett fte burd) Ueberhäufung; bcrttteine mäßige Sammlung echter 9Närd)en märe genügettb für unfere Dugenb. Stattbeffen aber hat man neben unferen hdmifdjen SNärdjen aud) nod) bie aud ganj anberen,meift erotifdjen Ntotioen unb oiet glüljenberer ©hantafte entfprungenen morgenlänbifdjenSNärdjen für bie Steinen juredjt gemalt, atd ob unfere Sinber (mie Dean ©aul meint)mirllid) Heine SNorgentänber mären; unb enbtidj merben nod) felbjterbidjtete üRärdjen,mie j. ©. oon 2 t. 8 . ©rimm, Nebau, 2 tnberfen geboten, in benen »in berNegel alled einen madjdfigurenen ©haralter hat unb ber ganje * 5 reen = unb ©eifterframertogen ift". ( 2 luerbad)).
SBirftid) bem ©olfd = unb namentlid) bem ©tuttermunbe abgetaufdjt ift eine anbere2trt ber Sinberpocfie: bie 2Biegen = unb 2lmmen=, Stet = unb Ningelreiljen =lieber, Sinberfprüdje unb Sinberoerfe unb alt ber luftige Stingflang unb finnigeUnfinn, mie er jejst in »bedSnaben SBunber^orn" oon 2t. o. 2trnim unb ©lernend23rentano (3 23be. 1306), in 935 eil ert’d Sinbergärtlein, in ber fdfönen ©ßlinger Sieber*fibet, bei ©occi unb S. o. Naitmer, in ber 2(mmenut)r mit ihren d)aralterifii=fdjen 3eid)nungen, bei ©rnft ©leier unb befonberö in bem beutfdjen Sinberbudje oon$. Simrod (1848), fomie bem trefflichen .finberbud) oon f$heih°f er (VI. 2lufl.1877), fid) gebrudt finbet. ®iefe Sdjrifteti hoben ein cutturhiftorifdhed Dntereffe unbmögen oietleidjt aud) t)ier unb ba nod) einen tpaud) frifd£)en Sehend aud atten oerfaHe=nen Sitten retten. 2lber im ganjen finb fie nid)t oiet mehr, atd rübrenbe ©rab*benfmate einer erftorbenen Sinberpoefie; unb ed ift nur eine ©arricatur unferer oerlün*ftetten ©rjiet)itng, menn man bad SBiegentieb, bad bie ©lütter bem Sinbe hätte fingenfoUen, ihm jejjt junt mohtbebäd)tigen Sefen giebt.
©ebeutenber ift ber ©eminn aud ber Sagentiteratur, melche ebenfattd mit$ülfe unb aud2tnreguug ber ©rüber ©rimm (beutfdje Sagenl806—18, 2©be.) mehrunb mehr aud) ber Dugenbmelt erfd)Ioffen mürbe. D. SRarbad) gab, freilich nic^tohne ©eimifdiung neuer @ebid)te unb SRittergefc^ic£)ten, 52 ©änbdjen (1838 — 1849) unbS. Simrod mit meiferer 2tudmahl unb aud) in näherer Raffung 35 ©be. ©otfdbüd)erheraud. ©ehe fanben nur unbebeutenbe ©erbreitung; bod) mürben fie ber Dugenb, fürbie fie nur tt)eilmeife fid) eignen, noch mehr jugänglid) atd bem ©ölte, für bad fie be=ftimmt rnaren. — ©Seit beffer atd fie unb felbft atd bie berbmarfirte, ternige Spracheber ©rimm, traf ber elegante Stil @. Sd)to ab’d in feinem ©ud) ber »fc^önften Sagenunb ©efdjidjten für 2ttt unb Dung" (aud) unter bem SEitel: bie beutfchen ©olfdbüd)er,4. 2tuft. 1859, mit Dßuftrationen) ben ©efdjmad ber 3eit. 2lud) bie ebetften Schäfje:Nibelungen, ©ubrun, fomie Fritjof dfage, 2 Bilt>etm oon 2 lquitanien u. f. m. finb nun*mehr burd) Serbin. ©äßler (1843), 9ffirf)ter, ’beutfdje §elbenfagen bed ©tittel*atterd, 1874; Dmein u. ©arcioal 1876, ®. 2ß. Oftermalb (1848—51), Srieger,D. Stopp (1851), 2lbotph ©acmeifter (bad Nibelungenlieb für bie Dugenb be*arbeitet, mit Sdjnorr’fdjcn geidmungen, 1858), ©Sägner, Unfere©orjeit; berfetbe:bie Nibelungen, tp. o. &hatau, bie fdjönften Sagen ber beutfchen §eimat, 1878,in jkmlid) tedbaren ©earbeitungen ber Dugenb jugänglid) gemorben. 2lber ed ift einDrrthutn, menn man glaubt, baß biefe Sdfriften oon unfcrer Dugenb mit gleid)em Dn=tereffe unb gleicher Siebe getefen merben, mie ihr tlrtept oon unferen Siteraturhiftorifern.Dene Sagenmett liegt ihr ju fern, um oon ihr aud ber ©egenmart heroud unmittelbarbegriffen, unb bod) aud) 51 t nahe, um ganj objectio mit rul)ig bef(baulichem Sinne auf*gefaßt ju merben. ®at)er bleibt bad Dntereffe, 3 . ©. bei ben Nibelungen, äußerlich anben Offenbarungen gemaltiger rol)er Sraft unb bem Sdjreden blutigen Sämpfend unb©torbend hängen, ot)ne burdjjufühten, baß »in biefen Siebern bad innigfte, reinfie,ebelfte ^erjblut bed beutfchen ©olfed ftrömt". (©ilmar). Sd)tegel jmar empfahl badNibetungenlieb ald §auptbud) ber ©rjiehung; ©eroinud bagegen rätl) jur äußerften©orfi^t unb miü ed hßchftend für ©rimaner jutaffen. ®ad ©ebenten gegen jene alten8 iteraturfd)ä§e fcheint und aber meit meniger in bem Stoffe felbft begrünbet ju fein,atd barin, baß bie Negenerirung im großen nicht eben fo gtüdtidj gelungen ift, mie