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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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3nbMbuaIität.

ber Drganigmen fielet, um fo mehr aud) bie ju iljr geljörenben ©injeltoefen burdj einein ihrer befonberen Organifation urfprünglidj angelegte ©igenthümlid)Eeit »on einanberfid> unterfdjeiben. ferner gehört hieljer ber innige 3ufammenhang j^ ntenfchlidjen(Seiftet mit bem Seite, beffen angeborene Sigenthümlid)Eeit unzweifelhaft ift, ein ißunct, aufmelden fc^on ©icero (De Orat. 1,25; »gl. aud) fperbart a. a.D.) aufmerffam gemalthat, toenn auch nur in ber befonberen 3lüdfid)t auf ben SBeruf be§ Slebnerg, melieraud) beftimmte Ieibtid>e Dualitäten »oraugfeht. Dazu fommt, baff bie »erfdjiebenen©eiten beg geiftigen Sebeng ber 2Jlenfcf)heit nur bann recf)t reid) unb Eräftig ftd) ettt=falten fönnen, toenn ihre pflege nicht bloh folgen übertaffen ift, toeldje nur ber 3ufaKober bie SBittfür ihnen jugetoanbt hat unb toeldje mit gleicher innerer ^Berechtigung ihreÜhätigfeit anberen ©ebieten hätten jutoenben lönnen, fonbern nur bann, toenn bie comcentrirte ©eiftegfraft urfprünglid) ba$u berufener ffnbioibuen fidj auf fie richtet. Stufben ©intoanb aber, baff burdj eine fold)e urfprüngliche SSefdjränlung feiner Slntage bieFreiheit beg SDtenfdjen beeinträdjtigt, ober gar bie göttliche ©eredjtigteit »erlebt toerbentoürbe, ift ju ertoibern, baff ber ©ingelne für biefe SSefdjränfung reidjlic^ entfc^äbigttoirb, inbem er, alg lebenbigeg ©lieb in ben Dienft beg ©anjen eintretenb, auch anbem Seben beg ©anjen Slntljeil nimmt, toeldjeg eben baburdj, baß eg in feinen oer=fchiebenen ©ebieten burd) befonberg baju Sluggerüftete gepflegt toirb, nur um fo reifetfid) enttoidelt. ©nblidj lehrt auch bie Erfahrung zu beutlich, baff unter äußeren 93er=hältniffen, toeldje, fo toeit menfdjtidje iBeurtheilung reidjt, »öltig gleid) ftnb, baff nichtettoa unter Srübern bloh, fonbern felbft unter 3 ä uüiuggbrübern, eine oerfchiebene 5Se=gabung »on ben erften felbftänbigen Siegungen beg ©eifleg an fid) geltenb macht, unbjtoar alg fyecififche Slntage für eine beftimmte Sebengfpljäre, am beutlidjften im ©ebieteber $unft, toeil in biefeaud) ein natürlidjeg SWoment alg toefentlid) hlueinfaielt"(§egel, ©ämmtl. 2B. X, a, ©. 357); hoch tritt nid)t fetten auch bie »orherrfdjenbeSlntage für ein innigeg unb reicheg ©efüljtgteben, für flareg, fdjarfeg unb tiefeg St=fennen, für eine auf fräftige unb »ielfeitige SBirffamfeit nach aujjen gerichtete 2ßiHen§=tljätigfeit beutlid) genug l)er»or.

Die rid;tige Ueberjeugung »on biefcr Urfprüngtidjfeit ber Slntage fann nun bemQrrjieher unmöglich eine SSerfudjung zur Sequemlidjfeit unb zur Drägljeit toerben. 23iet=mehr muff ihn gerabe bie Erwägung jum getoiffenhafteften Eifer anfpornen, bah eieine »on ©ott in ben 3ögling 8 e l e 8 te Slntage ju pftegen unb zu enttoideln hat, bamitbiefer feinen »on ©ott ihm »orgezeicfjneten Seruf unb in biefetn fein eigeneg wahres©tüd finbe, toie für bie ©efammtheit nach feiner gangen ptu8 feit fich nützlich ertoeife.Eg fann ben Erzieher nicht nieberfdftagen, bah bia inbioibuette 23eftimmtheit ihn h'n=bert, aHeg t»ag er mit! aug bem Zögling ju machen, ba er ben höheren Seruf hat, ihnfo 3 U bilben, toie ©ott ihn haben teilt; ihm toinft ein höljereg 3iel, alg ben 3ö8li n Sauf bie ©tufe ber Slugbilbung ju erheben, auf welcher ber Einwirfenbe fteht (33enefe),er Eann »ietmehr ftreben,aud alten Sräften, ihn »ortrefflidjer ju machen, alg et felbftift" (Traufe), unb barf babei beg göttlichen 23eiftanbeg getoif? fein, ©ott aber jeneÜeberjeugung häbagogifdi toirlfam toerben, fo muh fie mit ber Siebe fid) »erbinben;nicht nur mit ber »allgemeinen ÜJtenfdjentiebe", fonbern mit ber Siebe ber beftimmtenijkrfönlichleit- beg (SrgieherS, toelche toieberum ber inbioibuett beftimmten ißerfönti^feitbeg 3»gtingg ftd) jutoenbet, nicht bloh bag 3d)r e b. nid^t bloh burch bie 2ln=lagen unb SReiguugen beg 3öglingg fid) angefprodjen unb ju forgfamer pflege aufge=forbert fühlt, in toelchen ber Erzieher feine eigenen toieberfinbet, fonbern alter ber »er=fchiebenen unb mannigfaltigen Meinte fi<h freut, toeldje ©ott in bag herantoadjfenbe @e=fd)lecht gelegt hat, bamit beren burch ben Erzieher ju förbernbe Entwidlung unb SluS*bilbung bem Seben beg ©anjen ju gute lomtne. ®iefe burch bic Segiehung auf ©otteSSßitten geheiligte Siebe fd)liefjt bann aud) bie gähigfeit [ju einer h^ilfamen 3 U ^ { ^ et3fnbi»ibualität in fich, «ab nur fie ift tm ©tanbe, aud) bie 3ögltnge gur Siebengtoür=bigfeit im höheren ©inne beg StBorteg ju erjiehen. Denn biefe finben toir' toeber ba,too bag ungezügelte Slaturelt in fubjectioer äöiltfür fich breit macht, noch ba, t»o bie