$amattn. (panriltrm. 178
Zulöfen erforbert oft ein eigenes ©titbium; baß fie aber beffen wertf) finb, folgt feffonauS ber £wcbfd)ä(}ung, weld)e ßftanner wie Berber, Sacobi, Saoater, ©ötbe u. a. feinen©driften ergeigt haben. ©eine faft fprücbwörtlicb geworbenen ®unfelbeiten finb jeboebnicht eine $otge unflarer ©ebanfen. ©ötbe fagt oon ihm (©ilbem. VI, 156): „fpamannwar feiner 3eit ber beßfte Kopf; er wußte wohl, waS er woßte"; eBenfo wenig fönnen fieeiner ßtaebläßigfeit beS ©tilö jugef^rieBen werben. „33on feinem unferer großen ©d)rift=fteßer, fagt ©ilbem. VI, 32 haben wir fo »iete groben ber mübfamften, immer wieber=holten Ueber= unb Umarbeitung feiner ©ebanfen"; er fdjeint fie oielmebr paraboper SBeifeoft abfiebtlid; angewenbet zu buben, um ftd) beutlid) ju rnadjen; benn, fagt er (©ötfje'S2Berfe 3, 180), „®eutlid;feit ift eine gehörige Sertbeilung oon Siebt unb ©d)atten."®iefeu fanb zulebt and) er oft gu ftarf aufgetragen, inbem er (©ilbem. 11, 297) ftagt:„Sd; babc mich in eine foldje Spanier ju fdjreiben bineinftubirt, bie mir Weber felbftgefaßt, noch natürlid) ift." SSieteS, waS fp. gefdjrieben bat, ift übrigens oortrefflidjftilifirt nnb bietet bem 23erftänbniS feine befonbere ©djwierigfeit bar, wie 5 . 23. bieintereffante Beilage zu feiner Ueberfe|ung be§ berühmten SBerfeS oon ®angeuil, überbie SSortbeile unb 9ta<btbeile in 2lnfebung be§ fpanbelS jc. ; bie ©ebanfen über meinenSebenSlauf, bie gebaltooßeit biblifdjen 23ctrad)tungen, bie 23rocfen unb befonbcrS bieBriefe, über bie fi<b ©ötbe fo anerfennenb auöfpridjt: „Stße 23riefe, bie idj oon ibmfab, waren oortrefftidj nnb oiel beutlidjer, als feine ©d)riften"; befonberS freuten ibnZwei an ben fperrn oon SJiofer gerichtete 23riefe, „bie oon ber wunberbaren ©roßbeitunb Snnigfeit beS SSerfafferS ßeugniS ablegen" (©ilbem. VI, 155). ®ie eben genannten©djriften muß man juerft lefen; fie werben ermutigen, weiter in ben oielfactj fo rätl)fel=haften ©ebriftfteßer einzubringen, nad)bem man einmal bie erfte 33efairntfc^aft mit ihmgemalt bat. SBaS freilich oon ben ebelften ©enien gilt, baß il)re ©eftalt mehr ober-weniger fdjwanft jwifdjeit ihrem Urbilb unb il)rem .gerrbilb, 3 ® in ganz befonberem©inn oon ^arnann, ber oft wie gefliffenttid) barauf anSgebt, fid> felbft ju carrifiren,unb nachbem er faurn erft wie ein beibtger ©el)er oon ben ©ebeimniffen ber höherenSöelt geftamraelt bat, eS nicht oerfebmäbt, ben Sefer mitunter felbft burd) wiberwärtige©rubitäten in bie fdjlechte SBirflichfeit zurüdzuoerfeben. ©S gehört baS freilich mit zuber 2lufrichtigfeit beS ÜDianneS, ber lieber feine 23löße jeigen, als fie burd) ©chminfeoerbüßen woßte, ber eS für eine fßfliebt unb Kunft ber Erziehung, ber eigenen wie berfremben, hielt: „baS ©nte tief herein, baS 23öfe biuauStreiben; fd;led)ter fdjeinen, alsman wirtlid; ift, beffer wirflich fein, als man fcheint" (©ehr. VI, 339), unb feinganzes ©treben am bünbigften burdj baS 2Bort bezeichnet bat: „bie Söabrbeit machtnnS frei, nicht ihre ßlachabntung." Dcljlcr f- — reo. oon SBitbermutb.
§atnbltrg, f. £>anfeftabte.
(pamiltolt nnb feilte 9Jlctl)0öe. SameS fpamilton, geboren um baS Sabr 1769,feines ©tanbeS ein Kaufmann, fiebelte 1798 ans ©nglanb nad) Hamburg über. Snber Slbftdjt, fidj gunächft mit ber beutfehen ©pradje befannt ju machen, nal)m er beieinem franjofifchen Emigranten, einem ©eneral b’Slngeltj, ber mehrere Sabre in öfter=reichten ®ienften geftanben batte, Unterricht, jeboch mit ber 23ebingung, ihn mit ber©rammatif ju oerfchonen. ®er Sebrer gieng hierauf bereitwißig ein, nahm ein beutfdfeSSlnelbotenbud; oor unb ließ feinen ©dfüler ziemlich 2 öort für SSort überfeben, inbemer nur bie nötbigften grammatifeben ©rflarungen einmifdfte. ßtad) 12 ©tunben fal;§amilton ftd; im ©taube, ein leidjteS 23udj ju lefen, unb biefer ©rfolg, fowie eine©rinnerung an feine ©chuljeit, wo er bei zwei Sefuiten in ®ublin fporaz nnb 23irgilohne grammatifdje 2 lnalt)fe gelefen batte, erregte fein lebhaftes -Sntereffe für biefe Slrtber ©fjracherlernung. ®od) batte bieS auf feine 23erufStbätig!eit feinen Sinfluß; ererweiterte nur feine ©pracbfenntniS bur^ Seetüre unb im münblichen 23erfebr unb ^ogoier Sabre fpater nach ^ariS. 2lber ber 23rud) beS griebenS oon ülmienS machte feina'faufmänntfehen Saufbaljn ein ©nbe. ©r würbe, wie anbere ©nglänber, oon 23onaparteals Kriegsgefangener in f^ranfreich zurüd'gebalten, unb fein ©efdjöft in 'fJariS, wie inHamburg, war ruinirt. ßtach bem ^rieben (1814) begab er ftd) nach $oßanb unb