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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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$amamt.

tm gemeinen Sehen fagt, einen Darren an Sinbetn gefreffen bat, unb fie liebt, opnerecfjt 3 U toiffen warum." ®er Setter foK fid> aber nur perabtaffen 31 t ipnen, um fiein bie §öpe 3 U peben; er muff eS madjctt wie ein guter Serfänger, ber mit gleißfeine Stimme einen falben Kon poper .jiept, weif er auS Erfahrung weiß, baß feine©emeinbe geneigt ift, 3 U tief hinunter 3 U füllen." Sr emf>fieX>tt ein tangfameS, aberftetigeS gortfepreiten unb bringt auf bie Sermeibung aller Sprünge. Seinem Sruberfepreibt er ((Silbern. I, 248):®u tannft nüpt glauben, wie oiel langfatner anpattenbergleiß förbert", unb Scpr. I, 321 bemerft er einem fjjauSleprer: »baff alle Sprüngenichts Reifen, um Sinber 3 U unterridpten, wiffen Sie auS Srfaprttng. ® fte unferegeprer finb, werben Sie je länger, je mepr finben." Sein eigenes Serfaprett miteinem tpm anoertrauten ^Bgling beseidjnet er bem Sater mit ben Sßorten: »Sin guterSaumeifter arbeitet in bie Erbe, epe baS ©eringfie über berfetben inS 2Iuge faßt. 3egefcljwinber man mit bem testen eilt 31 « Sdjau, befto weniger taugt ber ®runb"(Sdjr. VI, 327). Slber nidpt bloß eitle Scprer, fonbern oft gerabe bie gewiffenpafteftenunb eifrigften mBdpten gerne ipren Sau fo halb als moglicp über bie gunbamenteergeben fepen. Um ipre Ungebulb 31 t gügetn, fagt er Sdpr. I, 158:Sin red^t=

fdjaffener geprnteifter muß bei (Sott in bie Sdputc gepen, wenn er bie SöeiSpeit feines

SlmteS auSiibcn will. ®er aümädjtige ©ott, bem nüptS toftet unb bem nichts 31 ttreuer für bie Stenfcpen gewefen, ift ber fparfamfte unb langfamfte ©ott. ®aS ©efepfeiner ÜBirtpfcpaftlidpleit oon geit, womit er in ©ebutb bie grüßte abwartet, füllteunfere Üiidjtfdjnur fein. SS ift nicptS baran gelegen, waS, nocp wie oiel? Sinbcrunb wir Stcnfdjen überhaupt lernen, aber alles wie?" (Sdjr. I, 158). ®eSpatb oer=langt er and) oon ben Seprmittetn unb Seprbücpern mögtidjfte Sinfad)peit.SBir fäenniept gansc ©ewäcpfe, fagt er (Scpr. I, 159), aud) nidjt ganse grfidpte berfetben, fon=bern nidjtS mepr als baS Sleinfte baoon, ben Samen, unb biefer felbft ift 31 t itber=ßüßig, fo baß er oerfaulen muß, ber Selb beSfelben, epc er aufgepen tarnt. ®icStittet, Sinber 311 unterridpten, tonnen baper niept einfad) genug fein. So einfad) ftefinb, ift nod) immer oiel übcrfiüßigeS, oerloreneS unb oergängtidpcS an benfelben. Sicmüßen aber reid) an ©irfungen, eine Siannigfattigteit unb grudptbarteit sur 9lnwen=

bung unb Ausübung in fid) fdpließen." Stucp oon einem guten Sdjulbud) oerlangt er,

baß eS nfur 3 , runb unb troden fei (Scpr. I, 503).®iefe bürren ®nod)en müßeber ©eijt beS ScprerS belleiben unb befeelen. ®aS fei bie viva vox im Unterricpt,eine Kocpter ber lebenbigen SrlenntniS, unb niept bie vox humana, eine Orgelpfeife"(®ilbem. IV, 183). Onbeffen muß aud) §>. einräumen, baß felbft ber beftc Unterricptallein nid)t alles oermag.®er fdjönfte 2Bip beS Sencca unb aller SBortfluß beSSicero rid)ten cbenfo oiel aitS als StofeS unb bie ißroppeten, wenn eS an ber ißfingft=gäbe beS ®eifteS, beS SelbfttriebeS feple" (Sd)r. VI, 345). 3um £roft fifr rnanepeSltern unb Seprer möge nod) ein ülitSfprud) §.S (Sepr. III, 105) erwäpnt werben:So lange id) junge Seute nur notp felbft benlen unb Hebungen beS ®efüplS an ipnenfepe, fo lange liebe i<p fte unb pabe gute Hoffnung." ®ieantUfalomonifcpen Seput=meifter, nap beren ©taubenSbetenntniS bie gurpt beS fperrn ber SBciSpeit Snbe ift"(IV, 19), lönnten oieleS attS §. lernen, wenn er ein Statut für foldje Sente wäre.3lbcr £>. ift überpaupt nipt für oiele, aus fadplidpen unb formellen ©rünben. Sr ge=pört 3 U ben tieffinnigjten ScpriftfteUern, beren SerftänbniS natürlip immer fdjwierigift; er befaß eine ttngepeure Selefenpeit in ber clafftfpen wie in ber neueren, ein=peimifd)en ttnb fremben Literatur unb befonberS aud) in ber p. Sdprift; um bie 3 apl=reidjen Sitate, bie er immer in ber Urfpradje barauS anfüprt, bie oft weit pergepoltenAnalogien unb bie oiclen geleprten 9lnfpielungen 31 t oerftepen, ift ein ®rab oon ppilo=logifdjer unb literarifeper Silbung erforberlicp, ber eben nid)t allgemein gefunben wirb.®a 3 u tommen nod) ber fdjarfe S5ip, bie Satire unb ber Junior, bie and) niept immerauf platter fpanb liegen, bie gepreßte ®itr 3 e beS Stils, bie alles Unwefentlidpe unb ba=mit auep oft bie oerbinbenben Stittelglieber swiftpen ben fpauptgebanlcn wegwirft, fobaß ber Sefer mancpmal wie oor lauter SKätpfeln unb Dratelfprüdjen ftept. Sie auf=