©regor I.
©regoriaiter.
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ben gregorianifdjen ©efang »om ambrofianifdjen. Senn baß (Gregor bie »om SlmbrofiuSgebrausten 4 fog. authentifdjen Sonarten (bie borifdje, b^'bgtfSe, tijbtfdje unbmiyoltjbifdje, d, e, f, g) mit ben 4 übrigen, fog. plagalifdjen »ermeljrte, überhaupt baSgriedjifd^e ©tjftem bloßer Setradjorbe ju bem eiel nichtigeren ber Dctaoen erweiterteunb baburdj aud) bie unglaublich fdjwerfüHige griedjifdje Safel ber Bejeidjnung berSöne befeitigte, ift swar ein bebeutenber gortfdjritt gewefen, aber fein neues ißrincip,baS bem ©efang ber ®ird)e einen beftünmten anbern S^arafter gegeben ^ätte. Siefcrlag »ielmehr in fffolßenbem: SlmbrofiuS hatte, wie wir jwar nidjt mit Stetenbeifpielenbeweifen fönnen, aber aus ©rünben, bie f)ier nid)t ju entwideln finb, annehmen mäßen,in feine ©efänge etwaS »olfSthümlidjeS unb melobifdjeS aufgenommen, fo baß, waSnadjljer erft bie eoangelifdje Sirdje wirflid) burdjgefüljrt hat, nämlidj ben ©horal ber©emeinbe als geiftlidjeS BolfSlieb ju behanbeln, in ber Sbee beS SlmbrofiuS gelegenhaben muß. SDiefe Bolföthümlidjfeit in SiljhthmuS un b SD^etobie fc^eint in ber nädjftengotgejeit auSgeartet ju fein, baffer benn ©regor, feinem hierardjifd^möndjifdjen ©eiftegemäß, eine Siabicalreform in ber Dichtung unternahm, baß er gerabe jenen rhhth’ n ifd)enunb melobifdjen SReig aus allem Sirdjengefange »erbannte, um ihm burdj eine gewißeÜDtenotonie unb burdj baS mehr bem ©predjen als bem ©ingen ähnliche ißfalmobircn,waS ftch ohnehin fdjon oon älterer 3eit h er , fogar auS ben ©tjnagogen herübererhalten hatte, eine £>eiligfeit unb geierlidjfeit ju geben, bie ben fdjärfften ©egenfafcjn aller weltlidjen Biufif bilben füllte. Sie ridjtigfie BorfteHung baoon bilbet manfid), wenn man ben ©efang eines fatholifcfjen ©eiftlidjen am Slltare, bei ber Steffe,»ergleidjt mit irgenb einem eoangelifdjen Slwral, ober and) mit bem figurirten ©h Dr=gefang in ber römifdjen ®ird)e felbft. Ser gregorianifdje ©efang hat jwar and} feineSteten, (fie finb oieredig unb haben nur 4 Linien auf einem ©tjftem): fie unterfdjcibenfid} aud} nach ihrem 2Bertl) (ihrer Sauer), aber fie finb feineSwegS genau matljematifd)abgegränst nnb beredjnet, bie longa ift j. Iß. nidjt notljwenbig baS Soppelte ber breyis,biefe nidjt genau baS Soppelte ber semibrevis, wie unfere ©anje, £>albe unb Biertelgenau abgemeffen finb, fonbern ber ©änger »erfährt, wie in einem Siecitati», miteiniger greiljeit; e s beftehen aud} feine Safte, bie eine beftimmte .geitbauer hätten,beren Steten barum jufammengeredjnet immer bie gleidje ©umme auStnadjen müßten.Dft geht ber ©efang lange auf einem Sone fort unb enbigt erft in einer gtefion ber©timme; oft aber ift eine lebhaftere Bewegung burdj bie ©cala ober bie -Snteroalle»orijanben, aber eS ift and} bann nidjt eigentlich eine Sßlelobie, ein baS £% feffelnbeS,fid} ihm burd} feinen Sieij einprägenbeS Sonbilb, eS finb — fönnte man fagen —bloß IrabeSfen; oft mödjte man glauben, biefe Sonreil}en feien gar nidjt oon fdjaffen=ber mufifalifdjer ißljantafie gebidjtet, fonbern eS l}«be einer Dl}ne irgenb eine beftimmtemufifalifdje Qbee Söne jufammengefudjt. ©ehr Biele gregorianifdje ©efänge aber auSben »erfdjiebenften Sahrljunberten (benn waS ©regor felbft gefefct, ift nidjt ju ermitteln)finb wirflid) fdjön; fie finb bem fatl}ßlifd)en SütuS fo »erwanbt, baß, Wenn man fieanftimmt, wir nnS augenblicflid} oor einen fpodjaltar »erfefct glauben. 2luS bem©efagten begreift fid) aber aud}, baß ber edjt gregorianifdje ©efang eine mel}rftimmigeBearbeitung nidjt wohl »erträgt; biefer legt ihm fogleid) rhhthmifdje geffeln an, burdjbie »on feinem Eigentljümlidjen mehr ober Weniger »erloren geht. Bloß eine bem©änger mit Seidjtigfeit folgenbe, fd;wad}e Drgelbegleitung eignet fid} für il}n, baljerbie fatljolifdjen Drganiften für biefe nidjt leidjte Slufgabe eine tüchtige mufifalifdjeBilbung bebürfen; fie mäßen inSbefonbere bie Sirdjentonarten grünblid) »erfteljen, umjebe naS ihrer Siegel hurmonifd} begleiten ju fönnen. Sie feljr bebeutenbe Stjätigfeit©regorS als .firdjenfürft, feine Erfolge in ber Hebung beS ißabfttl}nmS, feine SJiiffionen,feine lüurgifSen unb puftoralen Arbeiten — baS alles berührt nnS hier nidjt; eS ifthiefitr außer ben allgemeineren firdjengefd). SBerfen ju »erweifen auf: Sau ©regor ber©roße nadj f. Sehen unb f. Sehre, Spjg., 1845. Malmet- f-
©rcgoriaucr, f. ^ieron^ntianer.
©rcgoriuSfcft, f. ©Snlfefte.