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3 (1880) Göthe - Kindheit
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©regor I.

grammatifdjen Regeln unb ber ctaffifdjcn Siteratur f^rid>t er offen aug, ogl. bag unten |anjufü^renbe SBerf oon Sau, ©. 11). ©o ift er ju ber ©hre beg ©djufcpatronatg jnur mit bemfelöen 3ied)te gefommen, wie bte heilige (Säcilta ine ißatronin ber SDtufif |.geworden ift, obgteid) oon ihren mufifalifdjen Seiftungen bie ©efchicffte ebenfaEg fdjweigt. jTer Slnhaltgfmnct für bie 23ilbung jener Trabitioit war eine immerhin oerwanbte

Stiftung ©regorg, nämlid) bie einer ©ängerfdjule in 9iom, in welche er, loie and bemtarnen Orphanotrophium heroorgelfi, äBaifenfnaben aufna^nt. 6r botirte biefe Stnftaltreichlich unb foE ben ©Gütern in eigner ißerfon ©efangunterridht gegeben Ijaben. 3 Ubiefen Slnftrengnngen bewog ibn fein ©ifer, ber c^riftlCic^en $ird)e unb ihrem ©otteg*

bieuft einen it>r eigentümlichen nnb ihrer würbigen ©efang ju oerfdjaffen unb für

immer ju bewahren. (©. b. 2lrt. ©efang.) Ta man nod) Ijeute bie oon ihm

gefd^affene 9lrt beg ©efangeg nad) feinem 9?amen benennt, fo h&ben wir I)ier nur nod) !fürs anjugeben, wag biefer gregorianifdje ©efang ift. ©g fomrat babei ganj barauf 'an, ob man il)n im Unterfdjiebe oon ber if)m oorangel)enbcn fogenannten ambrofianifd>en©efangegweife ober im Unterfdjiebe oon ber mobernen SJtufif d)arafterifiren wiE. Steift ifleht man eg alg fein Unterfdjeibenbeg an, baff er nidjt jwei §auptgefc^Ied^ter oon

Tonarten auffteEt, beren SSerhaltniffe fld) immer gleidjmäfjig wieberfwlen, auf welkerTonftufe man alg auf ber Tonica anfangen mag, baff eg atfo bei ©regor fein dur unb ■moll giebt, fonbern baff ber Unterfdjieb ber Tonarten baburd) bewirft wirb, baff biebeiben Jpalbtöne, bie wir in ber Cdurleiter I)aben, e-f, h-c, unoeränbert in aEen

Tonarten ftel)en bleiben, atfo wenn bie Seiter in d beginnt, nun nidjt, wie in unferem

mobernen Dur, bag f auf fis unb bag c auf cis erhöh* wirb, bamit wieber ber erfte

Halbton nad) 2 ©anjtönen, ber jweite nad) 3 ©anstönen folge, fonbern e-f, h-c, gerabefo in ber D teiter fielen bleiben, wie fie in ber C leiter ftanben; ebenfo bie Eieiter nid)tetwa fjeijjt: e fis gis a etc., fonbern e f g a etc. SEtan fann fid> am ©taoier benbeutlidjften begriff oon biefen Tonarten machen, wenn man aEe Tonleitern oon c-obig a-a fpielt, aber feine obere Tafte, fonbern immer nur, oljne Stuglaffung einer ein=jigen, bie unteren Taften anfdjlagt. Taran war nun aud), wer eine SEtelobie erfanb,gebunben; gieng biefelbe j. 23. oon d alg ©runbton aug, war fie alfo borifdj, fo burftein ber SMobie nid)t, wie in unferm d dur fis unb cis, fonbern ftatt beffen f unb c,aud) nid)t wie in unferm d moll b, fonbern h oorfommen. Tie ÜKelobiebilbung, nnbinfolge beffen fpäter, alg man ntefyrfthnmig fejjte, aud) bie üjarmonifdje Unterlage, warhieburd) in engere ©djranfen eingefdjloffen; bie baburd) bebingten oon unfrer mobernenüDlufif abweid)enben DJtobulationen geben jenen Tonarten einen eigentljümlidjen fünft* ;lerifd)en ©harafter. Tiefe Tonarten nennt man bie ®ird)entonarten, fie führen(übrigeng ohne l;iftorifd)e Scgrünbung, benn eg finb nidjt biefelben, bie bie alten©riedjen fo nannten) bie Etamen jjonifdj, borifc^, ^rbgifd), lt)bifd), miyoltjbifd) unbäotifdf), woju nod), inbem fie um eine Quarte tiefer oerfefct werben, bie l;t)pojonifd)e,hbfwborifdje n. f. w. fommen. 2lud) l)aben fie jum TIfeil noch weitere ©igentl)ümlid)=feiten, j. 23. bie ^rtjgifdje eine eigentl)ümtid)e ©d)lujjart. (Slugfül^rlicbe Sele^rnngbarfiber f. in ©ücfjerg Harmonielehre, 2. Slufl. ©. 129ff., in Sraugolbg Hß n b=bud; jum Sird>em unb ©lioralgefang ©. 27 unb in ben äiöerfen über gregorianifdben©efang oon SJtaglon 1839, ffanffen 1846, DberI)offer 1852, 2Öollerg^eim1858.) ©iebt man nun biefe Tonarten alg bag ben gregorianifdben ©efang Unter*fdjetbenbe an, fo trifft bieg ju, wenn man it)n mit ber gefammten mobernen SJtufifoergleidjt, nicht aber, wenn man ihn bem ambrofianifdjen unb bem fpätern mittel*alterlicben ißolfggefang unb ©jorgefang .gegenüberfteEt. Tenn in biefem finb bie altenSirdjentonarten feftgeljalten, wie aud) no^ in oielen erft ber proteftantifdjen Sirdjeangehörigen ©h or äIen, ohne ba§ barum bie tßolfggefänge (©elobet feift bu 3efu ©h 1 # 2C -EJlitten wir im Seben finb ic.) ober bie ^roteftantifdjen EJlelobieen (23ater unfer imHimmelreich jc. Sich ©ott oom Himmel fleh barein jc.) gregorianifd) wären; ebenfofinben fiih jene Tonarten in ben ©a£en oon ‘f3aleftrina unb anbern Süeiftern, ohne baf?biefe gregorianifdh genannt werben bürften. ©benfowenig unterfdjeiben biefe Tonarten