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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Gewerbeschulen.

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in einem Zustande des Werdens und des Wandelns befindet, der die mannigfaltigstenStadien zeigt. Was lehrt uns nun seine bisherige Geschichte und welche Ziele sindseiner nächsten Entwicklung zu stellen? Um diese Frage zu beantworten, inüßen wiraußer den vorher entwickelten Momenten auch auf verwandte Erscheinungen zurückgreifen,die wir theils nur andeuten konnten, theils ganz übergehen mußten. Die polytechnischenSchulen Deutschlands sind wie die Gewerbeacademie und die Bauacademie in Berlin ausLehranstalten hervorgegangen, welche den jetzigen technischen Mittelschulen entsprechenoder auf niedrigerer Stufe standen. Sie streben danach, Hochschulen zu werden undhaben bedeutende Schritte in dieser Richtung gethan, haben aber die Scheidung zwischender Hochschule und der Mittelschule noch nicht vollzogen. Die technische Hochschuleim eigentlichen Sinn des Wortes, d. h. die Anstalt, welche wie die Universität, dieWissenschaft Pflegt, die Wissenschaft lehrt und zu ihrem selbständigen Studiumbildet, ist ein unabweisliches Bedürfnis der Neuzeit, eine Folge der höheren Entwicklungunserer Gewerbthätigkeit auf Grund wissenschaftlicher Arbeit; aber weit über die Hälfteder Studirenden unserer polytechnischen Schulen findet in ihnen die technische Mittel-schule, sucht in ihnen nicht die Wissenschaft als solche, sondern die Anleitung zum Ge-brauche von Resultaten der Wissenschaft; unserm nationalen Wohlstände und den Be-dürfnissen unserer nationalen Arbeit gegenüber ist es ein großer und verderblicher Luxus,daß eine so große Zahl junger Männer bis in ihr 23 . Lebensjahr und häufig nochviel länger der productiven Arbeit entzogen wird, um einem Scheine von allgemeinerund technischer' Bildung nachzujagen, die nur bei einer Beschränkung auf einen vielkleineren Kreis fruchtbar und segenbringend sein kann. Die polytechnischen Schulenwerden erst dann sich vollständig zu Hochschulen erheben, wenn sie dieses Bleigewichtvon sich abgelöst haben. Dann wird die Gestaltung technischer Mittelschulen,deren Aufgabe oben bezeichnet ist, in klarer Weise vollzogen werden können. Diese Ge-staltung kann und darf keine uniforme sein, die Bedürfnisse sind für die verschiedenenGewerbe und in den verschiedenen Gegenden Deutschlands grundverschieden. Den Or-ganen der Selbstverwaltung in Gemeinde, Kreis und Provinz wird hierin eine ge-wichtige Stimme zu gewähren sein. Die technische Mittelschule, die Gewerbeschule,grenzt sich nach unten gegen die gewerbliche Fortbildungsschule dadurch ab, daß siewährend der Dauer des Unterrichtscursus die Schüler ganz für sich in Anspruchnimmt, während in der Fortbildungsschule der Unterricht neben der gewerblichen Arbeitdes Lehrlings und Gesellen hergeht; dadurch wird kein wesentlicher Unterschied derGewerbeschule gegen die Baugewerkschule und verwandte Anstalten begründet, inwelchen der Unterricht semesterweise mit der gewerblichen Arbeit wechselt; zwischen derzweiten und dritten Stufe von technischen Lehranstalten, wie sie auf S. 1046 unter-schieden sind, findet ein solcher Uebergang statt, daß eine scharfe Grenzlinie nicht zuziehen ist. Für die Möglichkeit eines fruchtbaren Wirkens der Gewerbeschulen ist esvon entscheidender Wichtigkeit, daß die Vorbildung die richtige sei. Je nach derVerschiedenheit der Lehrziele und der besonderen Zwecke wird eine wissenschaftlicheVorbildung, wie sie normal im Alter von 16 oder 15 oder 14 Jahre erreicht seinkann, angemessen sein; dem entsprechend höhere Bürgerschulen, Mittelschulen einerseitsim Sinne der Hofmann'schen Vorschläge, andererseits im Sinne der preußischen Bestim-mungen vom 15 . Oct. 1872 , oder Realschulen im Sinne der bayrischen Bestimmungenvom 29 . April 1877 herzustellen, muß ein Gegenstand der besonderen Fürsorge derStaatsbehörden und der communalen Selbstverwaltungskörper sein. Sehr wichtig istes, daß Einrichtungen getroffen werden, durch welche intelligenten Arbeitern, dievermöge der socialen Stellung ihrer Eltern nur die Bildung der Volksschulen erhaltenhaben und dann in die praktische Ausübung des Gewerbes eingetreten sind, die Mög-lichkeit geschaffen werde, die Gewerbeschulen zu benutzen; das Mittel dafür ist in dengewerblichen Fortbildungsschulen zu finden; welche freilich diese Aufgabenur an einem kleineren Theile ihrer Schüler zu lösen haben werden. Festzuhaltcnist der Grundsatz: die der Berufsbildung zur Grundlage dienende allgemeine Bildung

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