Gewerbeschule».
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Unterrichts, wie sie hier geboten wird, für diese Disziplinen selbst, deren hervorragendeWichtigkeit für höhere technische Studien schon oben hervorgehoben ist, schwerlich einereife Frucht bringen, und gewiß keine, welche für das weite Zurücktreten der sprachlich-historischen Bildung zu entschädigen vermöchte. Die Zersplitterung der Kraft aber inder Fachclasse ä, auf 15 verschiedene Gegenstände, von denen nur der geringere Theilzu wissenschaftlicher Arbeit vorzubilden geeignet ist, steht in directem Widerspruche mitder zu lösenden Aufgabe. Die unzweifelhaft feststehende Thatsache, daß einzelne aufden Königlichen Gewerbeschulen vorgebildete Schüler sich in der Gewerbeakademie aus-gezeichnet haben, ist nicht geeignet, dieses Urtheil zu entkräften;* **) ) sie findet anderweitihre volle Erklärung. Während aber die Fachclasse wenigstens in einem Theile derAnstalten eine erhebliche Frequenz zeigt und eine ansehnliche Anzahl von Schülern mitdem Zeugnisse der Reife entläßt, stehen die Fachclassen L, 6, v, fast leer; sehr vieleSchüler verlassen nach Absolvirung der I. Classe (nach erlangter Berechtigung zum ein-jährigen Dienste) die Anstalt, ohne zu einer Anwendung des theoretischen Wissens ge-langt zu sein. Es ist hiernach anzunehmen, daß die Errichtung dieser Fachclassen denwirklichen Bedürfnissen nicht entspricht.
Infolge dieser Erfahrungen ist das weitere Vorgehen auf dem durch die Ver-ordnungen vom 21. März 1870 ein geschlagenen Wege, nachdem ein Theil der bestehen-den Anstalten nach Maßgabe derselben organisirt ist, thatsächtlich sistirt; einige An-stalten, die noch in der Umwandlung begriffen sind, führen dieselben zum Abschluß. — WelchenWeg die Entwicklung weiter nehmen wird, läßt sich mitBestimmtheit noch nichtübersehen.^*)
In diesen Kreis von gewerblichen Lehranstalten gehören in Preußen noch eineGattung von landwirthschaftlichen und von Bergschulen. Durch die Reglementsvom lö.Aug. 1875 sind zwischen die landwirthschaftlichen Akademien einerseits und dielandwirthschaftlichen Fortbildungsschulen und die Ackerbauschulen andererseits die Land-wirthschaftsschulen eingeschoben, welche „für ihre Zöglinge mit der Erlangungeiner tüchtigen allgemeinen und Fachbildung auch die Erwerbung der Berechtigungzum Einjährig-Freiwilligendienst erstreben." Sie haben 3 Jahresclassen; zur Auf-nahme ist die Reife für die Tertia eines Gymnasiums oder einer Realschule oder einegleichwerthige anderweitige Bildung erforderlich. Der Lehrplan ist folgender:
in II i
1. Religion, obligatorisch für die nicht confirmirten Schüler,
sonst facultativ nach Bestimmung der Eltern.1 1 1
2. Sprachen (Deutsch und 2 fremde Sprachen, Lateinisch, Fran-zösisch oder Englisch, nach Wahl der Schulbehörde; die ge-wählten und eingeführten Sprachen sind für alle Schüler
obligatorisch.) . 9 9 9
3. Geographie und Geschichte.4 4 4
4. Mathematik.5 4 4
5. Naturwissenschaften.
a. Zoologie und Botanik.4 4 2
b. Physik.2 2 2
o. Chemie und Mineralogie.2 4 4
6. Landwirtschaftslehre:
a. Pflanzenproductionslehre, k. Thierproductionslchre. . 4 4 2
o. Betriebslehre.— — 4
7. Zeichnen.2 2 2
8. Turnen und Singen.3 3 3
36 37 37
*) Vergleiche die Urtheile der Directoren der polytechnischen Schulen in Aachen, Karlsruhe,Dresden, Hannover, abgedruckt in Franz, Wahl des Berufes, Görlitz 1876. Seite 246.
**) Einen von den Königlichen Gewerbeschulen in mehrfacher Beziehung mit Gluck abweichen-den Plan hat die Gewerbeschule zu Barmen eingeführt und sie hat unter sehr einsichtiger LeitungTüchtiges geleistet. Ihre Jahresberichte bieten vieles recht Interessante.