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Gesner.
Gespielen.
In Betreff der Schulorganisation hat er nicht bloß in der Schulordnung seineAnsichten niedergelegt, sondern auch seine »Bedenken, wie ein Gymnasium in einer fürst-lichen Residenzstadt einzurichten" in den deutschen Schriften S. 352 — 372 abdruckenlassen. Sie rühren aus dem Jahre 1753 her und verdienen schon deshalb mehr An-erkennung und Aufmerksamkeit. »Ein wohlangelegtes Gymnasium muß diese Eigenschaftund Einrichtung haben, daß die Jugend von allerlei Extraction, Alter, Beschaffenheitund Bestimmung ihre Rechnung dabei finden und zum gemeinen Nutzen in demselbenbereitet werden könne." Er unterscheidet drei Classen von Schülern, 1. die zu Hand-werken, Künsten und zur Kaufmannschaft bestimmt sind; 2. die ihr Glück im Kriegeoder bei Hofe machen wollen und 3. die bei dem sogenannten Studiren bleiben undauf Universitäten gehen oder auf dem Gymnasio so weit als möglich gebracht werdensollen," und leitet daraus dreierlei Arten von Lectionen ab, von denen einige (Muttersprache,Rechnen, Zeichnen, Erkenntnis der Natur, Religion) allen drei Classen gemein sind,einige nur für die zweite und dritte Classe gehören (Französisch, Lateinisch, Geographieund Geschichte, Mathematik), einige endlich nur für die dritte (Lateinisch, Griechisch,tieferes Einfuhren in die Realien und die theologische Erkenntnis, Einleitung in diePhilosophie). Die methodischen Regeln stimmen mit den bereits angeführten Grund-sätzen überein. In Betreff der Zucht ist er bei Uebertretungen für kleine Geldstrafen; ereifert gegen die großen Ausgaben und die Kleiderpracht und will ernstlich dafür gesorgtwissen, »daß die Edelen, Vornehmen und Neichen auf eine praktische Art überzeugetwerden und lernen, daß sie ihre wahren Vorzüge nicht von etwas äußerlichem her-leiten, sondern daß nur derjenige Mensch besser als andere sei, der mehr Tugend hat,mehr Vermögen und Willen anderer Menschen Glückseligkeit zu befördern." Er ver-langt Rechenschaft von allen Stunden des ^ Schülers und will die „ Erquickungsstunden"unter Aufsicht zu Uebungen im Laufen, Werfen, Springen, ja in den Waffen verwendetwissen. Es handelt sich hier nicht um eine Kritik dieses Planes, der nur ein geschicht-liches Interesse an der Entwicklung des höheren Schulwesens in Anspruch nimmt.
Die Ansichten über Organisation der Universitäten übergehe ich als der Aufgabedieses Werkes fremd. Von den Schriften über Gesner, die ich in der AllgemeinenEncyklopädie von Ersch und Gruber Bd. 64. 279 aufgezählt habe, erwähne ich hiernur drei, die seine pädagogische Bedeutung besonders hervorheben, Ernesti's elegantgeschriebene narrativ äs ll. N. Ossnsro aä Uaviäsm Lnllnüsninm in den Oxuse.vratoria und Hermann Sauppe's Vortrag über I. M. Gesner, Weimar 1856. 4.abgedruckt in den Weimar. Schulreden S. 57, und meine Rede über Gesners Wirksamkeitfür die Verbesserung der höheren Schulen in dem Leipz. Progr. von 1869.
Eckstein.
Gespensterfurcht, s. Furcht.
Gespielen, Kameraden. Denken wir uns ein Kind, das die sorgsamsten Elternund den besten Erzieher hätte, es müßte aber ohne alle kindliche Genossenschaft auf-wachsen: so würde ihm nicht nur ein wesentlicher Theil des Jugendlebens, nämlich derFrohsinn, der aus dem Umgang und Spiel mit Altersgenossen seine Hauptnahrungschöpft, verkümmert werden, sondern auch seine ganze sittliche Ausbildung müßte mangel-haft und einseitg bleiben. Wäre es von schwächeren Anlagen, so würde es höchst wahr-scheinlich weichlich werden und wenn es dann später ins rauhe Leben hinaustreteumüßte, bei jeder harten Berührung sich feige und kriechend erweisen; wäre es starkerNatur, so würde es hochmüthig und schroff, ungefüge und unpraktisch werden. MitEltern und Lehrern kann das Kind seine Kraft nicht messen, an ihnen sich nicht reiben,mit ihnen in gleichem Thun und Streben nicht wetteifern. Wohl ihm, wenn es Ge-schwister hat, die ihm als Vorbilder und Spielgenossen zugleich helfend und förderndzur Seite stehen! Mögen jedoch die Geschwister im Alter sich noch so nahe stehen, siekönnen dennoch dem Geselligkeitstriebe nicht volle Befriedigung gewähren, da sie innatürlicher Ordnung übereinander stehen, die älteren die jüngeren gern bevormunden undleiten, aber ungern sich ihnen gleichstellen. Dazu kommt, daß ein Hauptreiz der Ge-