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Gesner.
hält aber fest an dem Satze, den ja schon Aristoteles ausgesprochen hat: priaoipiu omuiuruartium orecksnäa sunt, den er Isa^. I, 90 und 91 ausführlich erläutert.
Der in seiner Zeit viel verbreiteten Ansicht, daß die Schule eine Strafanstalt undder Lehrer der Scherge sei, den die Eltern zur Bestrafung ihrer Kinder brauchten, warer abhold. Was man nicht willig und gerp lerne, das lerne inan nicht recht, warsein Grundsatz. Darum erklärte er sich gegen das sogenannte Buchstabiren und empfahldie Lautirmethode (deutsche Schr. S. 255), darum gegen das unvernünftige Auswendig-lernen der lateinischen Grammatik, das zu nichts diene, als den Kindern einen unaus-löschlichen Haß gegen das Studiren beizubringen, den Kopf zu verwirren und sie zuandern vernünftigen Verrichtungen desto untüchtiger zu machen (a. a. O. 270). Aufwelche Art man die Sprache lernen solle, hat er in der Braunschweigischen Schulordnungv. S. 376 ausführlich, kürzer in der Vorrede zu der Cellarianischen Grammatik (deutscheSchr. 256 — 284) und in dem Aufsatze, ob man aus der Grammatik die lateinischeSprache zu lernen anfangen müße (a. a. O. 294—352), gezeigt. Hundertmal leichtersei es durch Gebrauch und Uebung ohne Grammatik eine Sprache zu lernen, als ohneUebung und Gebrauch allein aus der Grammatik. Daher ist er gegen das unverständigeLernen von Vocabeln und Paradigmen, gegen das Herplappern von Regeln, wodurchdas Gedächtnis eher ruinirt als gestärkt werde, empfiehlt nur zunächst das Allernöthigstemitzutheilen und dann sofort Lesestoffe zu behandeln. In der Wahl derselben ist erleider nicht glücklich, wenn er die lateinische Uebersetzung von Hübners biblischenHistorien oder Castellio's lateinische Uebersetzung des Neuen Testaments empfiehlt oderauch an den verschiedenen Sammlungen von Colloquien (IsaZ. I, 98) festhält. DerGeist der Knaben sollte angenehm beschäftigt werden und er dachte deshalb daran selbstein Büchclchen wie den orbis xiotns zu schreiben (IsuA. I, 76). Freilich wer zu höhererBildung des Geistes mit den größten Männern aller Zeiten vertrauter werden, weretwas schreiben will, das überall gelesen wird, der muß mit vollen Zügen aus derGrammatik trinken und sich einen Schatz von grammatischen Bemerkungen sammeln(Isag. I, 119—125). Solchen Ansichten konnte es nicht an Gegnern fehlen; er hatsich wiederholt gegen sie vertheidigt (z. B. Isug. I, 86) und festgehalten an dem Satzenon ckamuo Aruimuatioain uisi in parvis, gni ills. non tarn ornantnr guuin onsruntur.Eine Reaction gegen die damalige Methode des Lateinlernens war gewiß berechtigt;freilich dürfen ihn die Philanthropisten nicht als ihren Vorkämpfer betrachten, wasTrapp in dem Aufsatze (1782) »Gesner ein Vorgänger derer, die Anfängern dasLatein ohne Grammatik lehren wollen' gethan hat. Drastisch genug schließt der be-schränkte Mann: 0 sauoto Kosnor, ora pro nobis. Mit ihnen hat er nichts gemein,wenn er auch der Nützlichkeitstheorie nicht ganz abhold war. Für gründlichere Studiensorgte er selbst in den von ihm besorgten Ausgaben von Vorstins äs latinituto soloota(1738), von llsinoooii lunckamsata stili oultioris (1748 und 1756) und noch mehrdurch die von ihm empfohlene Methode bei der Lectüre der Schriftsteller. Bis dahinwar es allgemeine Sitte gewesen nur langsam vorwärts zu gehen und bei der Er-klärung der einzelnen Wörter mannigfaltige Gelehrsamkeit auszukramen. Diesen geist-tödtenden Mechanismus hat Gesner zuerst bekämpft und entschieden verdammt. Niemandhatte bis dahin so bestimmt hervorgehoben, daß man nicht bloß Worte lesen und mit einernothdürftigen deutschen Uebersetzung sich begnügen dürfe, sondern daß man auf den Sinnund Zusammenhang der Gedanken eingehen, des behandelten Gegenstandes sich bewußtwerden und sichere Rechenschaft davon geben müße (lustit. rsi sollol. p. 50 u.Isag. H, 359).Die Livius-Vorrede (auch in den Opnso. VII, x. 289) mit der Darlegung seines eigenenVerfahrens bei der cnrsorischen Lectüre mag noch immer von jedem Schulmanne gelesenwerden, obschon jene Unterscheidung zwischen cursorisch unv statarisch in der Praxisziemlich beseitigt ist. Ueberall dringt er auf ein rascheres Vorwärtsgehen, um einGanzes übersehen zu lassen. Darum fertigte er seine Chrestomathieen, damit da, wodas ganze Werk zu behandeln nicht möglich ist, wenigstens in den kleineren ausgewähltenAbschnitten ein Ganzes gegeben werde (Isag. II, 48). Dahin gehören die ollrsstomatbia