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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Gcsirer.

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ein wahrhaft wissenschaftliches lateinisches Lexikon hatte er 1733 (Opuso. win. 17 VH,x. 287) klar entwickelt, aber bei seinem eigenen Hauptwerke, dem diovus linguas stsruäüiorüs lutiuus tüssaurus (4 Bde. in Fol. 1749), nicht consequent dnrchgeführt.Es sollten von der Grundbedeutung eines Wortes aus die weiteren Bedeutungenentwickelt und in ihrer phraseologischen Anwendung nachgewiescn, die Eigennamenbehandelt und alles, was für die Kenntnis des antiken Lebens nach allen Richtungenhin von Wichtigkeit ist, gesammelt werden. Die beiden letzten Anforderungen sindgewiß nicht gerechtfertigt für einen Thesaurus der lateinischen Sprache und man wirdes daher nicht tadeln, daß auch Gesner sie nicht erfüllt hat. Aber selbst in dem sprach-lichen Theile überwiegt die Phraseologie und einzelne Schriftsteller, wie namentlichPersius, sind mehr herangezogen als ihnen gebührt, dagegen andere Richtungen derLiteratur wieder gänzlich vernachlässigt. Noch immer wartet die Aufgabe eines tüchtigenThesaurus auf ihre Lösung, aber Gesner nimmt trotzdem einen ehrenvollen Platz inder Geschichte der Lexikographie ein.

Von größerer Wichtigkeit ist hier die pädagogische Bedeutung des Mannes, dererst nach längerer praktischer Wirksamkeit in der Schule zu einem akademischen Lehr-amte übergieng und auch in diesem der Schule und ihren Bedürfnissen seine Aufmerk-samkeit zuzuwenden vielfache Veranlassung hatte. Denn es war ihm die Jnspectionüber die Gymnasien der braunschweigisch-lünebnrgischen Lande übertragen und er hatte1737 die Schulordnung verfaßt,*) welche die Erfahrungen seines eigenen Lehrerlebensund die Früchte seines ernsten Nachdenkens über die beste Einrichtung der gelehrtenSchulen enthält.

Institutionss rsi soüolastioas hatte er bereits im Jahr 1715 in Jena herausge-geben. Sie sollten als Compendium den Vorträgen zu Grunde gelegt werden, welcheGesner in dem von Buddeus beabsichtigten pädagogischen Seminare halten wollte. Dengrößten Theil nimmt die Didaktik ein, bei welcher die Sprachen und die Mathematikam ausführlichsten behandelt werden; aber auch die an den Lehrer zu stellenden An-sprüche und die richtige Behandlung der Schüler werden nicht vergessen. Man siehtüberall, daß ihm die Schriften der Reformatoren in der Pädagogik: Radtke, Comenius,Locke, wohl bekannt sind, und begegnet daneben manchem eigenthümlichen, was die Lee-türe des Schriftchens auch jetzt noch interessant macht. Freilich sind es noch nicht dieErgebnisse eigener Erfahrungen, zu denen er erst später in einem Zeiträume von40 Jahren gelangte, vielmehr der Hinblick auf seine Lehre (Opuss. VI. 245 Köhler).Es ist sehr zu beklagen, daß er nicht zu einer systematischen Zusammenstellung seinerAnsichten gekommen ist; sie liegen zerstreut in den Vorreden verschiedener Bücher, be-sonders in den Vorlesungen über die Primas liusas isaZo-ss io sruckitiousru uuivsr-! salsm (herausgegeben von Niclas 1773 und 1786) und zum Theil nur gesammelt inder fünften Abtheilung seiner kleinen deutschen Schriften, welche in Güttingen 17S6> herausgekommen sind.

^ Gesner geht auch von dem allgemeinen Satze aus,daß die Sorge vor die

Unterweisung der Kindheit und Jugend eine der allerwichtigsten sei und vor Personenvon allen Ständen gehöre." Aber leider sei diese Wahrheit nicht wirksam, die Wahlder Mittel nicht glücklich genug. Seine Regeln beginnen mit der physischen Erziehungdes neugeborenen Kindes, das die Mutter selbst nähren muß (Isax. II, 571), undgehen dann auf sittliche Bildung und Kräftigung über (IsuA. II, 660 ff.). Manmüße den Kindern Liebe einflößen und sie an Gehorsam gewöhnen; er ist sehr ent-schieden gegen barbarische Strenge und tadelt (Isag. II, 632, 633) sehr hart dieFehler eines Lehrers (Kiesewetter in Weimar), der Verstöße gegen die lateinische De-clination hart bestrafte und gegen schlimme sittliche Vergehen gleichgültig war. Beidein Unterrichten ist er für jede Methode, die geeignet ist Lust zur Sache zu machen,

*) Abgedruckt in den Koniin sdiolnstie» 1752. p. 463, 619 und bei Vormbaum Bd. 3 S. 358.