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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Geschlechtliche Verirrungen.

Gesclligkeitstrieb.

Solche Mittel sind geeignet, wenn die Heilung einer schweren complicirenden Krankheit,z. B. der Epilepsie oder der Rückenmarkslähmung, von dem Aufhören der Masturbationwesentlich abhängt; ebenso wenn bei krankhaft gesteigertem Triebe der seiner selbst un-mächtige Kranke die mechanische Unterstützung seines guten Vorsatzes verlangt. ImWeg der Zeitungsreclame werden vielfach unsinnige mechanische Mittel angepriesen,vor denen aufs entschiedenste zu warnen ist. Nur in ganz seltenen Fällen sind schonmechanische dem besonder» Falle angepaßte Vorrichtungen in der Hand des Arztes vonNutzen gewesen. Phimosis wäre durch entsprechende Operation zu beseitigen. Außerdemwurden durch schmerzhafte kleine Operationen, Abtrennung eines Theils der Vorhaut,Skarificationen der großen Schamlippen, in verzweifelten Fällen schon gute Erfolgeerzielt. Auch als Heilmittel kommen alle die Maßregeln der Diätetik, Gymnastik u. s. w.zur Geltung, welche oben als Mittel der Vorbeugung angeführt sind. Außerdem istnamentlich die äußerliche Anwendung des Wassers in der Form der Flußbäder, Voll-bäder, Sitzbäder, Duschen, Waschungen und Abreibungen von großem Werth. Hier-über können noch einige Rathschläge gegeben werden: Ganz kalte Bäder von 10° C.(8° R.) und darunter sind nur in der Form des Wellenbads, der Dusche, etwa auchdes ganz kurzen Vollbads anwendbar. Zun: Sitzbad eignet sich in der Regel einWärmegrad zwischen 15" und 2lM R. Die Strahldusche darf nie direct auf Kopf undWirbelsäule gehen. Zur Regendusche soll vierfach zusammengelegte Leinwand auf denKopf gelegt werden. Besonders beruhigend und zugleich erfrischend und stärkend wirkenwarme Bäder mit nachfolgender kalter Regendusche. Waschungen mit dem Schwammgeben leicht zu Erkältungen Anlaß; viel besser sind eingetauchte Frottirhandschuhe, z. B.grobwollene Fausthandschuhe. — Da in jedem einzelnen Fall immer wieder besondereUmstände zu berücksichtigen sind, so möge mit Einholung sachverständigen ärztlichenRathes ja nicht zu lang gezögert werden.

Literatur: Tissot s. o. S. 1021. — Roth, KarlLudwig, Gymnasialpäda-gogik. 1865. S. — 307. — Niemeyer, A. H., Grundsätze der Erziehung unddes Unterrichts l. § 35—40. Z 138. — Kaps, Warnungen eines Jugendfreundes (inmehreren Auflagen, wegen vielfacher Uebertreibungen mit Vorsicht zu gebrauchen). —Stark, Allgemeine Pathologie 2. Ausgabe I. K 441. (enthält die medicinische Special-literatur bis 1842). — Behrend u. Hildebrand, Journal für KinderkrankheitenXXXV. 11. 12. 1860. S. 321 ff. — Betz, Memorabilien Vlll. 8. 1863.S. 171—173. — Di Centa, Erfahrungen über die durch geschlechtliche Ursachenherbeigeführten Störungen der Gesundheit. — Pappenheim, Sanitätspolizei.Zweite Auflage. 1868—1870. — Niemeyer, Pathologie und Therapie. 1871. II.S. 98 ff. — Curschmann in Ziemssen, Handbuch der speciellen Pathologie undTherapie. 1875. IX. 2. S. 359 ff. — Oesterlen, Handbuch der Hygieine. 5. Auf-lage. 1876. S. 725 — 730. — Baginsky, Schul-Hygieine. 1877. S. 465 ff. —Ueber die Keuschheit der Knaben und Jünglinge. 1877. Berlin. Denicke's Verlag-— Weitbrecht, Heilig ist die Jugendzeit. 1878. S- 54 ff. vr. K. H. Groß.

Geschwister, s. Familie.

Geselligkeitstrich. Der Geselligkeitstrieb, demzufolge der Mensch nach Gemein-schaft mit anderen Individuen seiner Gattung strebt, offenbart sich schon in dem Lächeln,womit der Säugling ein freundliches Menschenantlitz begrüßt, im Lauschen und in derLnst an den Tönen der menschlichen Stimme, in der Unlust und im Schmerz, wennsich das Kind von menschlicher Gesellschaft verlassen sieht, in der freudigen Erregung,wenn es mit andern Kindern zusammenkommt. Da ohne ein Du kein Ich zum Selbst-bewußtsein gelangen, ohne das Leben in der Gemeinschaft sich überhaupt kein geistig-sittliches Menschenleben entwickeln würde: so leuchtet ein, welch ein wirksamer Hebelder Geselligkeitstrieb, wenn er recht geleitet wird, für die Gesammtbildung des Menschensein muß. Seine erste und wichtigste Nahrung muß er in der Familie, dieser Grund-lage aller sittlichen Gemeinschaft, finden; es ist die Liebe von Vater und Mutter, vonGeschwistern und Verwandten, welche das Kind zum Stehen und Gehen, zum Verstehen