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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Geschlechtliche Verirrungen.

reinen sittlichen Gefühls und kindlichen Sinnes, auf Selbstbeherrschung und auf Ver-meidung alles dessen, was Sinnlichkeit und Phantasie in geschlechtlicher Richtung an-regcn könnte, und namentlich darauf zu richten, daß jeder übertriebenen Empfindsamkeitund Nervosität wie Sentimentalität, jeder stärkeren Aufregung der Phantasie so gutals einem träumerischen, verschlossenen oder sonstwie aparten und excentrischen Benehmenmöglichst entgegengewirkt werde. Auch übermäßige Hingebung an künstlerische Be-schäftigung in Musik und Poesie, an Studien oder eigene Versuche, an Romanenlecture— von schlüpfriger ganz abgesehen — ist zu beschränken, dagegen, sobald das Lebensalterdazu angethan ist, an ernste Verstandesarbeit zu gewöhnen. Der Anblick verführerischerBilder, Ballet- und Theaterscenen, Besuch derartiger Gesellschaften und Tanzunter-haltungen, noch mehr der Umgang mit halbwegs verdächtigen Freunden und Freun-dinnen, Dienstboten u. s. f. ist ganz und gar zu verhüten. Sehr wichtig ist, daßman Lei Kindern keine Langeweile, kein völliges Nichtsthun aufkommen lasse. Nichtals ob Kinder unausgesetzt lesen, schreiben oder etwas verrichten sollten; sondern ihreErholungsstunden und alle freie Zeiten sollten mit irgend einer Thätigkeit ausgefülltwerden, wozu allerdings auch jugendliche Spiele und Leibesbewegung zu rechnen sind.Denn aus der Langenweile und dem Nichtsthun entspringt jenes Laster bei einer großenAnzahl von Kindern beider Geschlechter. Auch einseitige Anstrengung, Ausbildung undUeberrcizung der geistigen Kräfte soll man nicht geschehen lassen, noch weniger dazuantreiben. Handarbeit, geeignete Leibesübungen, für Mädchen nicht minder wie fürKnaben und Jünglinge, besonders Abends bis zur Ermüdung fortgesetzt, wo Gelegen-heit vorhanden regelmäßige Schwimmübungen, überhaupt Flußbäder, Erfrischung inder freien Natur, muntere Spiele sollten mit der geistigen Arbeit tagtäglich einigemalabwechseln. Trübsinn und dumpfes Hinbrüten ist möglichst zu verbannen. Wo einfrischer, frommer, fröhlicher, freier Sinn herrscht, wo auch lustiges Lachen erschallt, dawird der im Dunkeln schleichende Wurm schwerlich sich einnisten. — Noch ist auf einigebesondere Umstände aufmerksam zu machen: jeder gesunde Mensch liegt im Schlaf aufder Seite, abwechselnd rechts und links; auf dem Rücken liegen nur Kranke und Er-schöpfte. Die Rückenlage im Bett macht unruhigen Schlaf, Aufregung, begünstigtnamentlich die Samenergießungen; sie ist so weit möglich zu vermeiden, ebenso, wieselbstverständlich, die Bauchlage. Das Kiud bringt aus Mutterleib eine zusammen-gelegte Stellung der Glieder mit, man wird gut thun, das Heranwachsende Kind an gestreckteSchlafstellung der unteren Glieder zu gewöhnen. Das Bett soll nicht zu weich und nicht zuwarm sein, aber doch je nach Jahreszeit, Witterung und Klima des Wohnorts gegen Kältehinreichend schützen, während der Schlaf im ungeheizten Zimmer, das Einathmender reinen kalten Luft, für gesunde nicht mehr ganz kleine Kinder dringend zu empfehlenist. Namentlich kann die Anwendung zweier Decken ganz passend sein, wo dann daraufzu sehen ist, daß Arme und Hände über der untern Decke liegen. Auch Federbettensind bei strenger Kälte gar nicht zu verwerfen und je nach Alter und Constitution magman auch das Bett, wenigstens am Fußende, wärmen; denn bis eine im kalten Zimmerstehende Matratze von der Wärme gehörig durchdrungen ist, welche die kleine im Bettliegende Person auszuströmcn vermag, können etliche schlaflose Stunden vergehen. Dieanimalische Wärmeerzeugung ist im Schlaf vermindert und die Natur weist jedes Ge-schöpf an, zum Schlaf sich ein warmes Nest zu suchen; darum soll man die Ab-härtungsversuche nicht übertreiben und für gehörig warmes Bett sorgen, damit dasEinschlafen nicht durch Frieren gehindert sei. Zubettliegen soll nicht länger dauernals der Schlaf. Deshalb gestatte man dem Bett so viel Zeit, als nach Lebensalterund Gesundheitszustand dem Schlafbedürfnis entspricht, nicht mehr, und sorge auchdafür, daß dem Zubettegehen keine Aufregung, vielmehr gehörige Ermüdung vorher-gehe. Mit engen Beinkleidern, wie sie die dumme Mode von Zeit zu Zeit ein-führt, sollte die Jugend nicht geplagt und nicht gefährdet werden. — Sollen Knabenund Jünglinge überhaupt und auch abgesehen von besonderem Anlaß über Bedeutungund Verrichtung der Geschlechtstheile und die Gefahren ihres Misbrauchs belehrt werden?