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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Gelehrtenschlilwesen.

losen Volksvorstellungen. In ihrer Lehrtätigkeit tritt überwiegend die sinnliche Phantasiean die Stelle des Gedankens" (vgl. Wuttke über das Klvsterwesen, in Evang. Kirchen-zeitung 1857, Nr. 28 ff.). Sie hielten sowohl Schulen für die Zöglinge ihres Ordens(svkolns olnnstri) als auch sie, vielleicht mit Ausnahme einiger nördlicher Provinzen,wie Brandenburg, Pommern und Mecklenburg, überall kollolas oanonioas, deren Besuchganz frei gegeben war, errichteten, sie brachten es aber nur an wenigen Orten bis zurKenntnis der damals blühenden scholastischen Philosophie, den artss loAioalss st natu-rales. Sie hatten allerdings ihr unleugbares Verdienst darin, daß sie eine bessere Formfür den überlieferten Lehrstoff allmählich gewannen, daher auch für neue Schulbüchersorgten, insbesondere für eine neue lateinische Grammatik (das vootrinals des Francis-caners ^.loxanäsr äs Villa äsi aus Dole in Bretagne um 1230, in gereimten leoninischenVersen). Ihr ganzes Streben war also mehr in die Breite als in die Tiefe gerichtetund sie haben daher im ganzen auch nie so viel geleistet, als die Klosterschulen wenig-stens in ihrer Blütezeit zu Tage gefördert haben.

K. 4. Die lateinischen oder Stadtschulen. Späteren Ursprungs sind dievon den Magistraten der Städte für diese gegründeten Schulen, die erst seit dem12. Jahrhundert aufkamen und mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Dennes mußte dem Klerus wohl fühlbar sein, welchen Abbruch diese den Klosterschulen zuthun im Stande waren, und er hat sich daher an manchen Orten.dem Entstehen oderAufblühen derselben auf das hartnäckigste widersetzt. So erhielt die Bürgerschaft inLübeck 1161 nur die Erlaubnis zur Anlegung von vier Schreibschulen, in denen nichtsanderes als Lesen und Schreiben betrieben werden durfte; auch in Braunschweig gelanges nicht, eine solche zu Stande zu bringen, während allerdings in Breslau aus diesenAnfängen einer städtischen lateinischen Schule die Gymnasien Magdaleneum 1267 undElisabethanum 1293 hervorgegangen sind.

Aber auch wo ihnen nicht unmittelbar solche Hindernisse in den Weg gelegt wurden,hatten dessenungeachtet die Stadtschulen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dennzwar konnten Städte, in denen noch gar keine Lehranstalten bestanden und also keineRivalität zu fürchten war, mit größerer Freiheit dieselben errichten; aber die Lehrerwaren sie doch nicht füglich anderswoher zu nehmen im Stande, als aus dem Kreiseder Geistlichen und die Vorbereitung blieb daher meistentheils die für den geistlichenStand. Die Klosterschulen blieben daher auch ihre Vorbilder, nur in der äußerenVerfassung trat eine Verschiedenheit ein. Wenn die Errichtung einer Schule beschlossenund das Schulhaus fertig war, dann wurde zunächst die Besoldung des , Schulmeisters"(sollolastious oder lnäi inaZistsr, auch maZistsr xnsrornm oder priiniosrius, bisweilenauch Rector oder Lector) ausgeworfen und das Schulgeld festgestellt. Hierauf schrittman zur Wahl desselben aus der Zahl der Mönche oder Weltgeistlichen, worauf ihmdie Stelle auf 1 Jahr verliehen und jährlich beim Rathe über ihre Beibehaltung ver-handelt ward. Seine Gehülfen oder Unterlehrer hatte er sich selbst zu wählen; siehießen seine „Gesellen," bisweilen wird der eine Baccalaureus, der andere Cantor ge-nannt, auch wohl ein Ober-Baccalaureus und ein dass, iollmns unterschieden. Außerdem Cantor werden bisweilen xrovisorss (die gewöhnlich die zweite Stelle versahen)und looati (die untersten Lehrer, vom Rector „gemiethet") genannt. Die Einrichtungwar zunftmäßig wie fast alles, was aus dem Mittelalter stammt. Der Schulmeistermußte versprechen, mit Hülfe dieser seiner Gesellen „die Schüler nicht nur zum Latein-lernen und beständigen Lateinsprechen sorgfältig anführen , sondern auch höfisch halten,überhaupt für sie sorgen und sich selbst eines guten und anständigen Lebenswandelsbefleißigen" zu wollen. Das Leben aller dieser sollolastioi mußte natürlich ein sehreigentümliches, oft recht unbequemes und unstetes sein. Nicht nur lesen wir, daß z. B.in Altenburg (Lorenz, Gesch. des Gymn. zu A., S. 8.) „der Obersckmlmeister undKirchner auf dem Schlosse die Kost aus der Amtleute Schüsseln, und jeglicher auf denAbend alle Tage eine Kanne Bier zum Schlaftrunk und jeglicher ein paar Lichter"erhielt; sondern es schwärmten ja auch die Gesellen, die nach Laune oder Bedürfnis