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Gelehrtcnschnlwcseu.
M Unterscheidung des trivium und gnaärivinm , welche in den nrtos liboralss das
I» ganze Mittelalter hindurch gemacht wurde und die für die gesammte Pädagogik der
nächsten Jahrhunderte maßgebend blieb (vgl. darüber den Excurs in C. Koch's Grund-I satzen der Erz., des Unt. und ihrer Gesch., S. 213 ff.). Zu dem M-ivinin gehörten
I Grammatik, Rhetorik und Dialektik, zu dem Onaclrivinin die 4 mathematischen Wissen-
! schäften Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. Alcuin fügte zu diesen nichtsneues hinzu, sondern machte nur eine neue Eintheilung: die Disciplinen des Miniumbildeten seine Ethik, die des Cnslli-iviuin seine Physik, beide wurden von ihm auf einDrittes, die Theologie, angewandt.
§. 3. Die Kloster-, Stifts- und Domschulen. (Vgl. d. Art. Mittel-alterliches Schulwesen.) Freilich gelang es nicht, in allen Bildungsanstalten sich zu derHöhe dieser artes liberales zu erheben, sondern man mußte sich theilweise mit Lesen,Schreiben, Rechnen, Singen und Grammatik begnügen. Dies geschah in den Parochial-oder Gemeindeschulen, die dem Wesen der nachmaligen Volks- oder Bürgerschule ent-sprachen, (vgl. unten S. 833). Konnte man weiter gehen und waren die Anstalten be-deutender, so nahmen sie noch die Lesung der heiligen Schrift (saora xazina) hinzu,nach den Umständen und nach der Beschaffenheit des Lehrers auch wohl das Studiumder Classiker, wenn vielleicht auch unter den Griechen nur des Homer, dagegen unterden Römern vorzüglich des Horaz und Virgil, Statius, Salust, auch Terenz, Ciceround Seneca. Für das Griechische zeigte sich sogar eine gewiße Vorliebe, wenn es auchnicht in sehr bedeutendem Umfange betrieben wurde; wir wissen wenigstens, daß Karlder Gr. in Salzburg und Regensburg zwei Lehrer der griechischen Sprache anstellte undauch sonst noch mehrere heranzog, wozu die Verbindung mit Italien günstig war. Aberes zeigte sich auch sehr frühzeitig, vielleicht dem deutschen Wesen eigenthümlich, einestarke Sonderung der Lebensberufe und selbst der Stände in Bezug auf die vorberei-tende Bildung (vgl. unten K. 8 u. 14). Strebte auch der fränkische König so gut wieAlfred der Große, den Standesunterschied in der Volksbildung zu unterdrücken, so ge-lang es doch vielleicht in England besser als in Deutschland. Ein Unterschied vonKloster- und weltlichen Schulen war unvermeidlich. Das Drivluin und Cnnärivininwurde den angehenden Geistlichen in sobolis Intrarüs son olanstris, den vornehmenLaien in sobolis sxtorioribus 8. ounoniois beigebracht. In manchen Klöstern wurdefreilich überhaupt kein Unterricht an Laien ertheilt, sondern höchstens Knaben zur Be-sorgung des Gottesdienstes angenommen und nothdürftig unterwiesen.
So herrschten denn zwei wichtige Elemente des deutschen Lebens im Mittelalterals Factoren bei der Bildung der verschiedenen Gattungen von Schulen, nämlich dasKlosterwesen und die Städtegründung. Aus jenem giengen die Kloster-,Stifts- und Domschulen, aus diesem die lateinischen oder Stadtschulenhervor. Anfangs hatten wohl die Klosterschulen das unbestrittene Uebergewicht oderein fast ausschließliches Vorrecht; sie leisteten wohl, besonders in Großbritanien undIrland, das Vorzüglichste; gerade aus ihnen waren ja Beda und Alcuin hervorgegangenund aus denselben kam nachmals Bonifacius. In den Dom- oder Kathedralschulen,die schon frühzeitig in Spanien vorkamen, mag doch im ganzen wenigstens anfangsweniger geleistet worden sein. Später scheint sich das Verhältnis fast umgekehrt zuhaben. Denn als Chrodegang, Bischof von Metz, im wesentlichen jene Regel auf-gestellt hatte, aus der bald der gesetzliche Kanon für das Leben der Geistlichen erwuchs,
1 ward von selbst und wie unbewußt der Grund zu der neuen Gattung von Schulen
> gelegt, die gerade da entstanden, wo, namentlich in den Bischofssitzen, eine zahlreichereGeistlichkeit sich sammelte. Bon da an haben die Stifts- und Domschulen (am vor-züglichsten die von Magdeburg, Hildesheim, Paderborn und Utrecht) den Klosterschulenvielfach den Rang streitg gemacht; doch dauerte das nur so lange, als die Bischöfe
> selbst ernste Freunde der Jugendbildung waren und nicht ein üppiges Leben außerhalbdes Stifts vorzogen.
Eine große Wohlthat war es freilich, daß der Unterricht und die Jugendbildung