Gedike.
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Ihnen noch spät mein Andenken segnet." Dieser Wunsch ist ihm reichlich erfüllt wor-den; denn das Gymnasium) von welchem scheidend er diese Worte sprach, genießt nochheute die Früchte solches Segens, indem es Gedike drei Stiftungen seiner SchülerWackcnroder, K. Witte und Falbe verdankt, welche durch diese That den in der Jubelrede17 8 k von ihm ausgesprochenen Wunsch erfüllten, daß anch seinen Schülern einst sein An-denken noch dann werth sein möge, wenn sie seiner nicht mehr bedürften. Es kannnicht auffallen, daß sein Charakter nicht allen Schülern in gleicher Weise zusagte; so hatteer bei einem seiner geistvollsten Schüler, Ludwig Tieck, nach dessen Biographie von N. Köpke,im ganzen keinen günstigen Eindruck hinterlassen. Kein Wunder! Ein Dirigent, der beieinein großen Institute und den einzelnen Theilen desselben mechanische Ordnung füretwas sehr wesentliches hielt, konnte an der schrankenlosen Genialität Ticcks, an dein erbeständig das Bersäumen der Arbeiten und Zuspätkoinme», das Nachlassen in Lernbegierdcund Fleiß zu tadeln fand, ebenso wenig Gefallen finden, wie Tieck an seiner „Rauhe undHärte, ja Ungerechtigkeit," doch mußte er auch zugestehen: „Man fühlte seine überwie-gende Kraft, die bei allen Sonderbarkeiten auch den Widerstrebenden zur Anerkennungzwang (Th. 1. x. 47.)."
Mit dein Amte des Gymnasialdireetors verband G. schon früh das eines Ober-consistorial- und Oberschulraths, wodurch sein Einfluß weit über seinen eigentlichen Wir-kungskreis hinausreichte. Prof. Valentin Schmidt, sein mehrjähriger Amtsgenosse und Pro-rector an der Kölnischen Schule, schildert (Schlichtegroll, Nekrolog f. d. 19. Jahrh. Bd. 2.)ihn als Geschäftsmann mit folgenden Worten: „Er penetrirte schnell, erwog mit reifemBenrtheilungsvermögen seinen Gegenstand von mehreren Seiten, ordnete seine Ideen undbrachte sie deutlich im Zusammenhänge aufs Papier. Daher entstanden unter seiner HandGutachten, Berichte und Generaltabellen, die mit Recht den Beifall der Kenner hatten. Erwußte bei noch so starken Convoluten von Acten sich leicht durchzuarbeiten und die Schalevorn Kern zu sondern." (S. 40.) „Fast immer fand man ihn in seinein Zimmer unterActen, Schriften und Zeitungen gleichsam vergraben." Am wichtigsten unter den vielenvon ihm unter Meierotto's Mitwirkung vvrgeschlagenen und ausgearbeiteten Edicten istdas vom 23. December 1788, daß die Prüfung über die Universitätsreife auf der Schulevor der Entlassung der Schüler stattzufinden habe. Obgleich diese Verfügung sich nochnicht auf alle gelehrten Schulen ohne Ausnahme bezog und von einigen Universitäts-lehrern als Pedanterie bespöttelt wurde, so war es doch ein heilsamer Anfang für dieRegelung sowohl des zu erstrebenden Zieles gelehrter Schulen als auch der Grund-bedingungen erfolgreicher Universitätsstudien für die Einzelnen; denn das bis dahingültige Edict vom 25. August 1708, daß Landeskinder, die K. preußische Universitätenbesuchten, bei ihrer Ankunft die restilnoniu von ihren: Beichtvater und von allenUraeooxtoribus unterschrieben vorlegen und von denen vi-ounis wohl examinirt werdensollten, hatte die Universitäten mit misrathenen Studenten überfüllt.
Als ein Ausfluß seiner Stellung im Oberschulcollegio ist auch das für die Bildungtüchtiger Schulmänner unter ihm so wichtig gewordene am 9. Oct. 1787 gegründete undseiner persönlichen Leitung bis an seinen Tod überlassene Seminar für gelehrte Schulen zubetrachten. Das Oberschulcollegium gab jährlich 1000 Thlr. dazu her, und G. errichtetezur Uebung der zuerst 5, dann 8 Seminaristen eine 6. Classe auf dem Werder'schenGymnasium; 1793 nahm er das Seminar mit an das Berlinische Gymnasium hinüber.Ausführliche Nachricht davon ist in seinem Programm von 1790 enthalten. G- selbstaber machte sich nicht nur die theoretische und praktische Ausbildung der aufgenommenenMitglieder zu einer Hauptangelegenheit, sondern leitete auch die wissenschaftliche Weiter-bildung derselben durch häufige Conferenzen über die angefertigten pädagogischen Ar-beiten in deutscher und über die philologischen in lateinischer Sprache in der in Ver-bindung mit dem Seminar gegründeten philologischen Societät. Es machte ihm Freude,die jungen Männer ihren Fähigkeiten gemäß in den verschiedensten Classen und Lehr-fächern zu beschäftigen und sie durch seinen weitreichenden Einfluß in Schulstellen zu