Gedike.
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mir selbst die Arbeit zu erschweren." Dabei konnte er doch in seiner Abschiedsrede 1793zu denselben Lehrern äußern: „Die Freundschaft und Einigkeit, die in unserm Kreiseherrschte, ist vielleicht beispiellos." Um jeden Misklang zwischen sich und seinen Mit-arbeitern zu verhüten, lehnte er, als er alleiniger Director des Berlinisch-KölnischenGymnasii geworden war, die ihm vom Magistrate übertragene Beibehaltung des Direc-torats vom Werder'schen Gymnasiv ab. Er hatte sich anfänglich dazu unter Abtretungder Hälfte seines Einkommens zu Gunsten seiner früheren College« bereit erklärt, weiles der Wunsch des Publicums zu sein schien und der aller seiner Mitarbeiter gewesenwar. Später aber wollte der Prorector Plesmann lieber einziger Vorsteher des Gym-nasii als Rector unter Gedikes Direction sein, und deshalb legte G. nicht nur seinerstes Directorat nieder, sondern empfahl auch dein Magistrate Plesmann zum Director.Letzteres geschah wohl mehr, um den ihm von Plesmann geinachten Vorwurf desEgoismus durch einen Act großinüthiger Vergeltung abzuwehren, als daß er wirklichvon seiner Empfehlung überzeugt sein konnte; wenigstens brachte Plesmanns Unfähigkeitsehr bald das von G. so gehobene Gymnasium wieder zu der früheren Unbedeutendheitherab. Indes wies G. bei seinem Scheiden durch die Empfehlung der Anstellung desSeminaristen Bernhardt zugleich auf den Mann hin, der von allen Schulmännern Ber-lins später am besten verstand, Gedike's Werk fortzusetzen und noch genialer auszubil-den. Zu den Lehrern am Berlin'schen Gymnasio stand G- in einem engeren Freund-schaftsverhältnisse, namentlich zu Michelsen, Delbrück und Spalding. Bei seinen Schü-lern hatte er von der untersten Stufe an stets das Ziel im Auge, sie zu gebildetenMännern zu erziehen; er suchte dies Ziel von seiner Seite durch einen wohldurchdachten,sorgfältigen und anregenden Unterricht, von Seiten der Schüler durch einen geregeltenFleiß derselben zu erreichen. Die beständige Abwechselung der Gegenstände und derLehrer in den Lectionen sollte die Schüler vor Ermüdung bewahren, der Unterrichts-stoff sollte schon von Anfang an Gelegenheit zu mancherlei Uebungen des Verstandesund zur Erlernung sowie zur Entwicklung moralischer, historischer, geographischer undbesonders naturhistorischer Begriffe geben. Der Fleiß sollte nicht auf Zwang, sondernauf Lust und Ehrtrieb gestützt sein; vorzüglichen Werth legte er auf den Privatsteiß,„auch die Ferien durften, wie er sagte (Prog. 1796 ), für seine Scholaren keine Tagedes bloßen Müßiggangs sein, sondern vielmehr genutzt werden, die jungen Leute frühzu eigner Selbstthätigkeit zu gewöhnen." Sein eigner Vortrag war in Materie undForm frei von aller Pedanterie und seine natürliche Lebendigkeit verkündete das Feuer,mit welchem er seinen Beruf liebte. Bei den öffentlichen Osterprüfungen, die darnalsnoch die Theilnahme des Publicums erregt zu haben scheinen, und bei denen er gern undviel auftrat, riß er nicht nur die Schüler mit sich fort, sondern gewann auch unter denZuhörern seiner Schule manche neue Gönner. Bei der Schulzucht befolgte er den Grund-satz, Vergehungen lieber zu verhüten als zu bestrafen. In den ersten dritthalb Jahrenam Berlin'schen Gymnasium hatte er nur einmal eine zweistündige Carcerstrafe verhängt;grobe Widerspänstigkeit strafte er in den unteren Elasten mit körperlicher Züchtigung, inden oberen mit zeitweiliger Degradation in eine tiefere Elaste oder mit Einspcrren. Seltenrelegirte er, weil er fast nie an einem jungen Menschen verzweifelte. Seine Persön-lichkeit bedurfte, um Achtung und Gehorsam einzuflößen, wenig äußerer Mittel. Seinefeste männliche Gestalt, seine kräftige Stimme und der biedere ungeschminkte Ton seinerRede athmeten Sicherheit und flößten darum auch anderen Vertrauen ein. Bei Disci-plinargeschäften blieb er innerlich stets ruhig und leidenschaftslos, weil er von demGedanken durchdrungen war, daß der Lehrer von seinein Schüler nie beleidigt werdenkönne. Obgleich sein äußeres Benehmen öfters etwas rauhes und zurückstoßendes hatte,war er doch der tiefsten Empfindung fähig und besaß bei aller Strenge eine großeLiebe zu seinen Schülern. „Die Liebe meiner Zöglinge" sagte er (Abschiedsrede 1793 ),„war stets ein wesentlicher Bestandtheil ineines Glücks. Glücklich werde ich sein, wennauch in Zukunft mein Andenken nicht ganz unwirksam für Ihre ferneren Fortschritte inallem Edlen und Guten ist. Wohl mir, wenn dann auch nur ein oder der andere unter