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1781 und in dem Nachtrag zu dessen Geschichte und der des Berlinisch-Kölnischen Gym-nasiums 1793, von dein letzteren allein in seiner /-Kurzen Nachricht von der gegen-wärtigen Einrichtung" desselben 1796.
Seine Thätigkeit als Director zerfällt in die organisirende, in die leitende undin die erziehende. An dem Friedrichs-Werder'schen Gymnasio zeigte er sein organisato-risches Talent durch die Einführung und Handhabung einer sicheren und durchgreifendenLeitung, welche die einzelnen Theile der Anstalt zu einem zusammenhängenden Ganze,,verband. Er ward aber nicht nur der Gesetzgeber für seine Schule, sondern die allesbeständig belebende Seele. Außerdem daß er die wichtigsten Unterrichtsstunden selbstübernahm, traf er solche Einrichtungen, .daß alles, was Disciplin und Unterricht betraf,in geregelter Weise zu seiner Kenntnis kam. Er inspieirte fast täglich sämmtliche Classe»,nahm Kenntnis von der sittlichen Führung der Schüler durch Controle der von ihmeingeführteu Tagebücher und durch monatliche schriftliche Berichte der Lehrer über ihreSchüler, sorgte für Ertheilung vierteljährlicher und wo es nöthig war wöchentlicherCensuren, hielt regelmäßige Revisionen der schriftlichen Arbeiten, auf deren Anfertigunger großes Gewicht legte, und worüber seine Aufzeichnungen in den Gymnasialactennoch vorhanden sind, hielt mit den Lehrern regelmäßige Conferenzen, worin er seinegenaue Kenntnis der einzelnen Schüler in jeder Weise an den Tag legte. Die Haupt-aufgabe und zugleich der wahre Prüfstein für das Direetorialtalent war aber zu jenerZeit, wo es noch kein genau vorgeschriebenes Schema dafür gab, die Anlegung desLectionsplans. Sein erstes Direetorat fiel noch in die Blütezeit des Philauthro-pismus und angesteckt davon huldigten die Schüler mehr oder weniger dem Encyklo-pädismus und der Bielwisserei; auch G. war in der Jugendzeit seines Lehramtes einBewunderer von Basedow und Campe gewesen, aber das bewährte Bildungselement, deralten Sprachen, welche „todte" zu nennen er für »einfältig" erklärte, war ihm durchfleißige Beschäftigung mit denselben so zum Bewußtsein gekommen, daß er sie stets zuden Hauptgegenständen seines Lehrplans machte und nach den Leistungen im Lateinischendie Classe der Schüler bestimmte. Als die zwei Erfordernisse eines guten Lectionsplansgiebt er im Programm von 1796 an: I) »daß ein und der andere Lehrer in seinemHauptsache in mehreren Classen unterrichte und sich so seine Schüler nach und nachzuziehe; 2) daß in anderen Lectionen mehrere Lehrer zu gleicher Zeit Unterricht geben,wodurch es möglich wird, daß ein Schüler nach Maßgabe seiner Fortschritte in Ansehungdes einen Gegenstandes in einer höhern, in Ansehung eines andern in einer nie-dern Classe sitzen könne." Er gab also dein mit Parallelismus verbundenen Fach-systeme den Borzug, das kaum zehn Jahre nach seinem Tode durch das Classensysteinverdrängt wurde. Durch Befolgung dieses zweiten Erfordernisses entstand freilich mit-unter eine Zersplitterung einzelner Lehrgegenstände, wie sie jetzt unmöglich scheint, dasz. B. im Sommer 1791 auf dem Werder'schen Gymnasio in Prima der Director wöchent-lich 1 St. Horaz, 1 St. Lat. Stil, I St. Latein (?), von den Lehrern neben ihm PlesmamiTacitus, Weisser Virgil, Koch Sueton in je, einer Stunde lehrten; G. gab außerdemgleichzeitig 1 St. Theorie des deutschen Stils, 2 St. Encyklopädie, 1 St. philosophischeGeschichte. Die Zahl der wöchentlichen Stunden überhaupt betrug 30, darunter warenin Prima Hydraulik, Wasserbaukunst, bürgerliche Baukunst, hydrostatische Aerometrie.
Auf die Lehrer der von ihm geleiteten Anstalten wirkte er außer dem oben ange-gebenen Organismus vorzugsweise durch fein Beispiel. Sein überallhin dringender Blick,sein stets waches Auge, seine unermüdliche Thätigkeit, seine ausgezeichnete Lehrgeschicklich-keit brachten in alle eine gewiße Schwungkraft; mit dem vorzüglichsten Erfolge wirkteer aber auf die jüngeren Lehrer. Säumigen College» gegenüber war er der ernste Vor-gesetzte; so schrieb er in einem Circular vom 8. September 1791: »Sobald einer vonden Herren, wie leider noch immer gar zu gewöhnlich geschieht, ein oder mehrere (Cen-sur-) Bücher 3 oder 4 Tage bei sich liegen läßt, so entstehen daraus natürlich mancherleinachtheilige Folgen. Ich wiederhole also auch diesmal meine so oft gethane Bitte,sich doch sogleich an diese Arbeit zu machen und nicht durch Verschieben und Verzögern