Kedike.
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seiner Lehrer verlassen, ein Jüngling ohne alle Erfahrung und Menschenkenntnis, abervoll Wünsche, voll Enthusiasmus, voll Niesenpläne, voll Ungeduld.' Wohl ihm, daßauf dieser Anstalt der noch schüchterne aber muthig aufstrebende Jüngling das Feld fürdie Entfaltung aller seiner edlen Regungen fand, oder vielmehr er sich ein Feld darausmachte, denn ein gewöhnlicher Lehrer wäre auf der gesunkenen Anstalt mit verkommen.Er fand in den 3 oberen Elasten nur 12 Schüler vor, aber seine Lehrthätigkeit unddas Interesse, das er für die damals wichtigsten Fragen der Pädagogik öffentlich, na-mentlich als er 1778 Prorector geworden war, durch seine Schrift »Aristoteles undBasedow" an den Tag legte, erwarben der Schule, an welcher er wirkte, das Vertrauendes Publikums und ihm schon 1779 die Berufung zum Directorat derselben.
Von jetzt an gleicht seine Lebensbahn einer Reihe von Triumphen, bei welchen ihmfördernd zur Seite stand die Gunst des damaligen Etatsministers Freiherrn von Zedlitz,dem er 1779 sein Buch „Aristoteles und Basedow' gewidmet hatte, und dessen fast täg-lichen Umgang er frühzeitig dadurch erwarb, daß er ihn in der alten Literatur, beson-ders in der griechischen Sprache unterrichtete. G. wurde 1784 Ober-Consistorialrath,1787 in dem auf Vorschlag des Ministers Zedlitz neu errichteten OberschulcollegiumOberschulrath, 1790 Mitglied der K. Akademie der Wissenschaften und Assessor derAkademie der Künste, 1791 Mitdirectvr des damals vereinigten Berlinischen und Köln'-schen Gymnasii, gleichzeitig Dvctor der Theologie, 1793 nach Büschings Tod alleinigerDirector dieses Gymnasiums. Außerdem hatte er am 9. October 1787 ein philo-logisch-pädagogisches Seminar unter seiner alleinigen Leitung gegründet.
Bei den Ansprüchen, die heutzutage an ein Amt, wie G. deren viele bekleidete,gemacht werden, möchte es Unmöglich scheinen, auch nur einigen derselben zugleich zugenügen, aber die größere Einfachheit der Geschäftsführung und der glückliche Umstand,daß G. als Director zugleich seine oberste Behörde war, erleichterten ihm die Führungdesjenigen Amtes, dem er vorzüglich lebte und in dem er in einer so selbständigenWeise wie selten jemand seine Einsicht konnte walten lassen und seine ganze Kraft ent-falten, nämlich des Direktorats seines Gymnasii. Die Periode von 1779 bis 1793,wo er Director des Friedrichs-Werder'schen Gymnasii war, ist als die Blütezeit seinesLebens zu betrachten. »Ja viel sind der Freuden, die ich während meines siebzehn-jährigen Schulamts an dieser Anstalt genoß, weit mehr als die kühnste Hoffnung desJünglings zu ahnen wagte," sagte er selbst und mit vollem Rechte in seinem Programmzur Einführung als Director des Berlin'schen Gymnasii 1793. Das Werder'sche Gym-nasium sah er durch seine Leitung bald aus seiner Gesunkenheit zu der blühendsten Lehr-anstalt der Hauptstadt sich erheben, das Vertrauen der Eltern aller Stände führte ihmSöhne zu, so daß sich die Schülerzahl in rascher Progression von 94 auf 310 hob, umso beachtenswertster zu einer Zeit, wo in Berlin die Unterweisung der Kinder durchPrivatlehrer und in Privatschulen eine herrschende Mode geworden war, so daß selbstdas blühende Berlinische Gymnasium damals nur 252 Schüler zählte.
Dem Friedrichs-Werder'schen Gymnasium gab er die Organisation, die nicht nurnoch an demselben vorherrscht, sondern durch die einflußreiche Stellung, die G. baldim Schulwesen gewann, auch maßgebend für die übrigen Gymnasien geworden ist.Selbst der Umstand, daß G. College» von geringerer Befähigung neben sich hatte, ließseine große Bedeutung erst recht hervortreten und was er vermochte vollständig zeigen.Dabei erfreute er sich einer ununterbrochenen Gesundheit, so daß er unermüdlich diekleinsten Details des Schulamts mit gleicher Sorgfalt wie die schwierigsten Aufgabenseiner hohen Stellung im Schulwesen behandelte. An dem Berlinischen Gymnasio fander mehr mit bewährter Amtsklugheit zu erhalten als zu schaffen und ein Lehrercollegiumvon Männern, die fast alle ihren Wirkungskreis rühmlichst ausfüllten, an deren Spitzedie Namen Heindorf der ältere, Michelsen, Spalding, Fischer glänzten. G. hat vonbeiden Gymnasien das anschaulichste Bild in seinen Schulprogrammen, die er nachdamaliger Einrichtung alle ganz selbst schrieb, entworfen, von dem Friedrichs-Werder'-schen besonders in der Geschichte desselben zur Feier seines hundertjährigen Jubiläums