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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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777
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Zögling diesen Uebergang finde, ist Sache der göttlichen Führung, die in demselben! den eigenen Trieb zu beten allein erwecken kann, er wird aber, einmal angeregt, um soi mächtiger wirken, je besser jenes Nachbcten schon vorgearbeitet hat, Gedanken und Wortep schon zur Verfügung stellt.

Wir haben oben angenommen, Vater nnd Mutter lehren das Kind beten. Wieaber wenn sie's nicht thun? Ob sie es thun oder nicht, in jedem Fall hat die christ-liche Schule die Verpflichtung, es zu thun, um, was das Haus vielleicht versäumt, zuersetzen und das Gebet von der Schule aus ins Haus zu verpflanzen. Indem täglichesGebet zur Schulordnung gehört, wird dem schon zum Theil entsprochen; es ist aberam Platze, daß in Verbindung mit Katechismus und Spruchbuch bei den jüngeren Kin-dern auch schon mit der Fibel die Kinder geeignete Gebete und Gebetsverse aus-wendig lernen, die sofort auch zu Hause, auch für sich zu beten der Lehrer dem Kindeanfgiebt. (S. Bormann, Schulkunde III. Berl. 1859 . S. 128 :Diese Forderungläßt sich freilich nur in Form der Ermahnung an die Kinder bringen; denn einerseitsist es wichtig, keine Forderung an die Kinder zu stellen, deren Befolgung man nicht zuüberwachen vermag; andererseits kann und soll das Gebet überall nur ein Aet freiesterEntschließung und der Ausdruck innerster Lebenserhebung sein. Aber je weniger hierder Ort ist, in dein gewöhnlichen Sinne zu fordern, um desto dringender ist der Anlaß,in heiliger Liebe zu bitten und zu ermahnen .... Auch muß solche Bitte und Er-mahnung nicht einmal, sondern wieder und immer wieder bei den mannigfaltigen dazusich darbietenden Veranlassungen an die Kinder gelangen, damit ihrer Vergeßlichkeitaufgeholfen und der Ernst des Lehrers in dieser Sache gespürt werde; und sie muß sichverbinden init der Frage an die Einzelnen, ob der wiederholten Ermahnung genügtwerde." In letzerein Satze ist dasan die Einzelnen" sehr zu betonen, denn vor denübrigen Schülern wäre solch' eine Gewissensfrage nicht geeignet; es ist dies ein seelsorg-licher Act, der nur unter vier Augen Vorgehen soll.)

Beide Arten, das Gebet für die Kinder und die eigene Hebung der Kinder imGebet, das Betenlehren, treffen zusammen in dem, was wir Gebet mit dem Kindenennen, wobei also die Kinder mit dem oder den Erwachsenen eine Gemeinde bilden,und das Gebet ein gemeinsames ist. Dies geschieht in der Hausandacht, in der Schul-andacht, in der Theilnahme der Kinder am Gottesdienste.- Speciell die Schulandachtbetreffend, ist es nicht gut, wenn der Lehrer nur immer ein Kind der Reihe nach einGebet herlesen läßt, was an: Ende nur wie eine Leseübung erscheint; vielmehr soll erselbst auch das Gebet sprechen, sei es, daß er jedesmal vor oder nach dein Schülerbetet, sei es, daß er nach Tagen mit den Schülern abwechselt. Er selbst aber soll auchnicht immer nur ein Gebet lesen, sondern, zumal Leim Anfang oder Schluß einerWoche, oder wo irgend sich ein äußerer Anlaß bietet oder auch nur in ihm selbst einAntrieb vorhanden ist, frei aus dein Herzen beten; daran zu allermeist erkennen dieSchüler, daß er beten kann und was Beten ist. Wenn neuerlich, im Zusammenhängeinit den liturgischen Bestrebungen für die Kirche, auch dem Schulgebet eine inehr litur-gische Form gegeben werden will, so ist dies, wenn es init ebenso viel pädagogischem alskirchlich-liturgischem Geschmacke geschieht, in allweg schön und löblich; nur darf dadurchdas freie Gebet des Lehrers nicht beseitigt werden.

Vereinzelt soll freilich die Gebetszucht in Haus und Schule nicht sein, so daßzwar regelmäßig gebetet, dainit aber alles Religiöse abgemacht, der liebe Gott abge-fertigt wäre. Das Gebet muß der Ausdruck dessen sein, was das ganze Leben in Hausund Schule durchdringt; der ganze übrige Ton, die Atmosphäre, in der man lebt, mußdainit im Einklang stehen. Und doch muß gesagt werden, daß, selbst wo die Gebets-übung so isolirt wie eine Ruine auf ödem Felsen dasteht, sie noch ihren Segen hat;der Sohn, der unter solchem Hausbrauch ausgewachsen ist, wird doch eher, auch wenner draußen und sich selbst überlassen ist, sich dessen erinnern: die Sitte kann nachwirkenmid für ihn der Weg werden, auf dein unter Gottes anderweitiger Zucht und Führunges auch zum rechten Gebet aus einem in Gott ruhenden Herzen kommt. Denn wie das