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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Fürstenschulen.

Furcht.

Widerstreben gegen den sie beherrschenden Zwang empfunden, noch in dem späteren Alt« >!mit Freuden an sie als eine glückliche und ihnen heilsame zurückdenken und von dortGüter ins Leben mitgenommen haben, deren Besitz nie genug geschätzt werden kann.*)Möchten durch unsere kurze Darstellung die geneigten Leser ein Interesse gewinnen firdie drei Fürstenschulen, die Sachsen stets als seine Kleinodien betrachtet hat und dereneine Preußen, nachdem sie ihm zugefallen ist, mit gleicher Liebe im Geiste des Stifterserhält und hegt! R. Dietsch ft

Furcht findet sich, wie alle Affecte, im jugendlichen Alter am häufigsten ein undoft unter bedenklichen Formen. Es ist bekannt, daß namentlich Gespensterfurcht beiKindern oft die schlimmsten Zufälle, Krankheit und Tod herbeigeführt hat. Wenn daherdie Periode der Aufklärung irgend etwas gutes gebracht hat, so gehört gewiß auch diesdazu, daß der Aberglaube aus den Kinderstuben verwiesen und der Jugend manchesSchrecknis gespart worden ist. Wenn damit auch manches romantische, Phantasie undGemüth der Kinder belebende Element verschwunden oder geschmälert ist, so ist hierwohl jedenfalls der Nutzen höher anzuschlagen als der Schaden. Zu warnen ist jedochvor der systematischen Ernüchterung und der pedantischen Verfolgung jedes phantastischenRestes im kindlichen Gemüthe, an den sich etwa auch Furchtanwandlungen anknüpsenkönnten. Ein solches Verfahren, wie es namentlich der Basedow'schen Schule eigenwar, erzeugt leicht Altklugheit und Eitelkeit, während die Bildung des Muthes und derGründlichkeit als Schutz gegen kindische Furcht an den einzelnen Fällen erfolgenkann, ohne daß das Kind von einem Principienkampf gegen Aberglauben etwas zuahnen braucht. Am schlimmsten wird es, wenn die Kinder bei jenem principiellen Ver-fahren gewöhnt werden, mit superklugem Selbstbewußtsein auf achtbare Dienstbotenoder andere ältere Leute herabzusehen. Es genügt also, wo den Kindern etwa einunheimliches Geräusch, ein sonderbarer Lichtstreif, ein drohender Schatten Furcht ein-flößt, sie mit unbefangener Sicherheit und ohne ihren Muth zu sehr auf die Probe zusetzen, auf die nächste Quelle der Erscheinung aufmerksam zu machen und durch Bei-spiel und Anleitung, wie sie der einzelne Fall darbietet, jene Gründlichkeit in der Be-trachtung der Außenwelt anzubahnen, vor der sich das Spuckhafte zurückzieht; die Bil-dung allgemeiner Sätze aus solchen Erfahrungen überläßt man am besten der natür-lichen Selbstthätigkeit und der fortschreitenden Entwicklung des Kindes. Ganz beson-ders muß auch davor gewarnt werden, aus Prahlerei oder zur heroischen UebungKraftstücke des Muthes mit den Kindern vorzunehmen sie ohne Noch, ja ohneZweck im Dunkeln allein auf den Dachboden oder in den Keller, wo nicht gar über ^den Kirchhof zu schicken. Abgesehen davon, daß solche Kunststücke nicht selten einenverhängnisvollen Ausgang genommen haben, so bleibt es immer verkehrt, das natür-liche Grauen, welches Nacht, Finsternis, Einsamkeit für den Menschen und insbesonderefür das Kind in sich schließen, gleichsam verhöhnen zu wollen, statt sich zu begnügen,es zu besiegen, wo sich diese Aufgabe unherausgefordert einstellt. i

Die Furcht vor der Dunkelheit ist eine der häufigsten Erscheinungen und findetsich auch unabhängig von jedem bestimmten Aberglauben, wenigstens von dem Aber-glauben, insofern er Uebernatürliches zum Gegenstände hat; denn in Wahrheit ist die IVoraussetzung in allen Ecken lauernder Bösewichter, Diebe und Mörder ihrem Wesen ,>nach auch ein Aberglaube. Wo die Furcht vor der Finsternis bei Kindern stark aus- !!gebildet ist, namentlich bei Kindern, welche über die ersten Jahre hinaus sind, wird in ,der Regel, wenn auch noch so versteckt, ein Aberglaube dieser oder jener Art zu Grundeliegen und es wird stets erforderlich sein, mit Vorsicht danach zu forschen. Ob dieFinsternis auch an und für sich schrecklich sei, ist streitig geworden. Ohne Zweifel kann !gut gewöhnten Kindern unter gewöhnlichen Verhältnissen und in ihrer gewöhnlichen llin- «gebung diese Empfindung ganz fern gehalten werden; allein man muß sich hüten nach »solchen Erfahrungen obigen Satz zu verneinen. Die deutschen Philanthropisten, hierin i

*) Wohl keine Schule hat so innige Jugendfreundschaften aufzuweisen, wie die Fürstenschulen.