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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Fürstenschulen,

dmgungen zu einem fröhlichen Gedeihen haben sich vereinigt. Zahlreiche Schüler* *)sind denn auch aus ihnen hervorgegangen. Pforta rühmt sich seines Klopstock, Meißenseines Lessing, Grimma seines Paul Gerhardt und wir könnten eine große Reihe dernamhaftesten Gelehrten und bedeutendsten Männer aus allen Jahrhunderten aufführen,welche einer jener Anstalten die Grundlagen ihrer Bildung verdankten. Allein alleSchulen haben einzelne große Geister unter ihren Schülern aufzuweisen, und mancherist trotz seiner Schule oder doch mehr durch deren negative Einwirkung zu einem großenManne geworden. Auch die mittleren Talentesie sind ja stets die größere Mehrzahl gefördert, in der Mehrzahl ihrer Schüler ernsten Sinn, Arbeitsamkeit, Fleiß, kurzdie zur Erwerbung wahrer höherer Bildung erforderlichen Eigenschaften hervorgerufenzu haben ist die wahre Bewährung einer Schule, und darum setzen wir den Ruhm derFürstenschulen in die Bildung so vieler Männer, die zwar nicht geglänzt, aber in ihremKreise und Berufe in ehrenvoller und tüchtiger Weise gewirkt haben, in die zahlreichstenAeußerungen der Dankbarkeit und Verehrung derer, welche die an ihnen geübte Zuchtals einen für ihr ganzes Leben und Wirken fortdauernden Segen gerühmt haben.**)Es ist nicht zu verkennen, daß rücksichtlich der Schüler die Fürstenschulen durch die beider Aufnahme gestellten Forderungen, wie durch die an den Genuß einer Stelle geknüpf-ten Bedingungen Vortheile vor anderen Anstalten besitzen, daß von jeher in ihrenZöglingen ein gewißes Bewußtsein einer Bevorzugung vorhanden gewesen und den Be-mühungen der Lehrer entgegengekommen ist, allein die Praxis ist immer in Bezug aufjene Forderungen ***) eine milde gewesen und der Geist hat in den Schülern immer erst

Kost, Wohnung, Heizung, Licht, Unterricht werden ganz unentgeltlich gewährt. Die 20 altenKoststellen zahlen jährlich 21 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf., die 20 neuen 80 Thlr. jährlich an die Schul-kasse. Die Extraneer haben Wohnung und Verpflegung bei einem Lehrer und nur den Unterrichtin der Anstalt für gegen 14 Thlr. jährlich. In Grimma sind 104 Freistellen (16 königliche,85 städtische, 3 adl.) 16 Kost- und 6 außerordentliche Kostenstellen, in Meißen 104 Freistellen(16 königliche, 36 adl., die übrigen städtischer Patronate), 16 Kost- und 12 außerordentliche Kost-stellen. Die Freistellen zahlen 12 Thlr. Eintritts und 12 Thlr. Abgangsgebühren und jährlich15 Thlr. an die Schulkasse, und haben sonst alles frei; eine Koststelle erlegt außerdem 40, eineaußerordentliche 70 Thlr. an die Schule. Die Extraneer zahlen 30 Thlr. Aufnahme- und Ab-gangsgebühren und 30 Thlr. jährlich Beitrag; das Kostgeld, auf Privatvertrag zwischen den Elternund dem Lehrer beruhend, nie unter 200 Thlr., jetzt natürlich beträchtlich höher. Wir könnten diezahlreichsten Zeugnisse dafür anführen, daß zu allen Zeiten für das Leibliche der Schüler in eineralle vernünftigen Wünsche befriedigenden Weise gesorgt worden ist, ja die Pförtnerkost ist öftersals zu luxuriös verschrieen gewesen. Die Staatszuschüsse zu den Stiftungseinkünsten werden beiden statistischen Darstellungen der Länder Berücksichtigung finden. Aufnahmetermine find Osternund Michaelis jeden Jahres. Ausländer können in Sachsen gegen ein Kostgeld von 100 Thlr alsAlumnen ausgenommen werden.

*) Das von Bittcher herausgegebene Pförtneralbum (Leipzig 1843) hat 542 Seiten großOctav. (S. auch Schmidt u. Kraft S. 187 f.). Das mit dem bewundernswürdigsten Fleiße ge-arbeitete und für Gelehrtengeschichte und Biographie bedeutende Grimmenser-Album (Grimma1850) weist auf 450 Seiten gegen 6000 Schüler nach. Für Meißen findet sich keine solche Arbeitvor. Die während seiner Amtsführung dort aufgenommenen Schüler sind in Kreyssigs von seinemSohne herausgegebenem Leben namhaft gemacht.

**) Das ominöse Lgitivus Lotus SSt (entlaufen) erscheint in den alten Schülermatrikeln dochim ganzen selten. Es versteht sich von selbst, daß auch von den Fürstenschulen Zöglinge zu Grundegegangen sind, immerhin aber weniger als bei anderen Schulen. Wer aufmerksam die Schüler-verzeichnisse durchgeht, wird finden, daß auch die Zahl derer, welche nicht zum Studium der Wissen-schaften gelangt sind, verhältnismäßig gering ist, obgleich viele sich finden, welche den SchulcursuSauf anderen Schulen absolvirten. Anfänglich muhte jeder Zögling bei seinem Eintritt sich schrift-lich zum Gehorsam und zum Gebet für den Landesfürsten verpflichten, auch geloben sich dereinstim Kirchen-, Schul- oder anderem Dienste des Landes gebrauchen zu lassen. S. einen solchen Eidbei Lorenz Bericht S. 17, N. 46.

***) Von dem Aufzunehmenden wird an allen drei Schulen der Stand der Kenntnisse ver-langt, welche das Progymnasium giebt; allein im Königreich Sachsen gilt die gesetzliche Bestim«