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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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759
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- Frühreife. Fiirstcnschulen. 759

. Beispiele von kindlicher Frühreife im Rechnen giebt Jessen, Psychol. S. 153 u. f.Jntereffant ist das Beispiel eines frühreifen Schachspielers, des Amerikaners P. Morphy,der schon als Knabe die bedeutendsten Meister schlug und kürzlich auf seiner Reise nachEuropa großes Aufsehen erregt hat. Körperliche Frühreife bespricht Schwarz, Er-ziehungsl. 2. Aust. III, S. 354 f., geistige ebendas. 349 ff. Ueber Baratier vgl.Porrnsx-, Is, vio äs llssar IRil. Lurutisr, b'rumrk. st IwixrÜA 1755.Ueber Witte^ die Werke seines Vaters: Erziehungsgeschichte, Leipz. 1819. 2 Bde. u. K. Witte's^ höchst glückliche Jugendjahre. Als Manuscr. gedr. 1843 (trägt Spuren vonGeistesverwirrung des Vf.). Nur ersteres dieser Werke ist benützt in einem trefflichenI Aufsatz der anonym erschienenen Erziehungsresultate, Hannover 1857. S. 1 ff.*)L A. Lange f.

F Fürstcilschulen. Mit diesem Namen werden gewöhnlich die drei sächsischen Landes-M schulen bezeichnet, ursprünglich im Gegensätze gegen die städtischen Schulen, weil dieseL nicht wie jene auf Stiftung des Landesfürsten beruhten und unter dessen unmittelbarer« Aufsicht und Leitung standen. Nachdem Herzog Heinrich, 1539 seinem Bruder Georg> gefolgt, die Reformation in den albertinischen sächsischen Landen ein- und durchgeführt» hatte, mußte natürlich in ernsteste Berathung gezogen werden die Verwendung undk Verwaltung der geistlichen Güter, namentlich der Klöster, welche sich von selbst entleertD hatten. Weit entfernt waren die Fürsten und ihre Räthe von dem Gedanken, daß das

D Kirchengut zu etwas anderem verwendet werden dürfe, als zu dem Dienste des Herrn;

D daß man jedoch reifliche Erörterungen namentlich mit den Ständen des Landes pflog,ki" beweist das weise Streben etwas durchaus sich bewährendes zu schaffen. Die Verhand-s lungen zu Ende zu führen blieb Heinrichs Sohn und Nachfolger Moriz (regiert seitf 21. März 1541) Vorbehalten. Bei diesem einsichtsvollen und selbst wissenschaftlich ge-bildeten Fürsten fand den lebhaftesten Anklang der Vorschlag seines Raths vr. Komer-stadt, welchem entsprechend schon am 18. Nov. 1541 auf dem Ausschußtage zu Dresdenin Bezug auf die Klostergüter der Antrag gestellt ward: »So kondt mon auch davon

vorordnen eyne underhaldung der schulen lar und Kinder Zucht das armer Leuthe Kin-

der wol gezogen und gelernet werden, Auch ezliche außerhalb und innerhalb Landesunderhalden wurden. Das ist der Kloster erste ankunft und gerechtigkeit das sie zurZucht und lehr gestift seyn. Wan mans nuhn wiederumb dohin richtt so kan mans

*) Präcocität unnatürlich frühe Geistesreife und Altklugheit bespricht als eine weitver-breitete Erscheinung und ein schlimmes Zeichen der Zeit Döderlein in den Reden und Auf-sätzen I. S. 150 ff. Die Kinder und Knaben wollen wie die Männer sein und was dem reife-ren Alter an Rechten und Genüssen Vorbehalten bleiben muß, für sich in Anspruch nehmen, undleider werden sie von einem Theil der Erwachsenen hierin thörichterweise unterstützt, weil man sooft alle von der Natur eigenhändig gemachten Unterschiede nicht mehr gelten lasten will; gar vieleVäter und Mütter haben nicht Vernunft und Einsicht genug, um in der dem Alter vorauseilen-Len Entwicklung ihrer Kinder mehr Gefahr, als Hoffnung und Ruhm zu sehen. Auch die Schulehat ihren Antheil an der gemeinsamen Schuld der Zeit, indem sie z. B. dem Knaben, der die An-fangsgründe der Grammatik einübt, schon die abstractesten Begriffe, wie subjektiv und objektiv,absolut und relativ u. dgl. in den Mund legt. Der Gärtner wartet auf Blüte und Frucht undweiß, wie es um Treibhauspflanzen steht; der Pferdezüchter kennt die Folgen davon, wenn einThier zu früh eingespannt wird; aber unter den Erziehern sind viele, welche die natürliche Ent-wicklung mit künstlichen Reizmitteln verfrühen wollen, anstatt die Blüte, damit sie um so voller> und schöner sich entfalte, möglichst lange in der Knospe zu halten. Gegen dieses Uebel Hilst nichts,als wenn wir uns entschließen, uns der verkehrten Mode, die sich Zeitgeist nennt, mit aller Ent-schiedenheit zu widersetzen, wenn wir die Natur in ihrer gesetzmäßigen Entwicklung beobachten undvon den Irrwegen der Hypercultur zu ihr zurückkehren. Die höhere Schule hat ein vortrefflichesGesundheitsmittel in der Beschäftigung mit den Classikern:der Umgang mit den edelsten Geisternlängst untergegangener Völker bildet ein abgeschloffenes, harmloses Stillleben, wie es der Jugendnoth thut.' (Vgl. die Art. Altklug, Blasirtheit.) D. Red.