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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Friedrich der Große.

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angeordnet, daß nach jeder Lehrstunde eine halbe Stunde auf solche Denkübungen zuverwenden sei. Nach der Geschichtstunde soll der Lehrer den Schülern moralische, politischeoder philosophische Bemerkungen entlocken: „es gui ssra plus utile xour sux gus tontos gullls uurout axxris." Z. B. über den Aberglauben der Völker: „Oro^ss vousHus 6urtins, su sautuut äuns ost ablms gui s'stait lorins u Uoins, 1s tlt Isrinsr?"Daraus, daß so etwas in unfern Tagen nicht vorkommt, soll der Schüler sehen, daß' es eine Fabel ist. Bei Erwähnung des Decius soll über Vaterlandsliebe, bei Cäsarüber die Unterdrückung der Freiheit gesprochen werden. „Lst-il gusstion äss oroisaäss,eiiss touruisssnt uu bsau sujst xour äsolaiusr ooutrs 1u suxsrstition. Usur ruoouts-t-ouIo massaors cks 1a 8aiut-Lartbs1siu^, on Isur insxirs äs 1'llorrsur xour la Isnatisms."— In ähnlicher Weise wird bei der Philosophie verfahren, die Friedrich übrigens nurj geschichtlich will vorgetragen haben. Er will nicht, daß den Schülern irgend ein be-jstimmtes System als das allein richtige eingeprägt werde, obwohl Locke, bei dem der; geschichtliche Ueberblick zu endigen hat, vorzüglich eingehend behandelt werden soll, da, M allein an der Hand der Erfahrung bleibe und die der menschlichen Vernunft un-«zugänglichen Abgründe vermeide. Die Disputationen, welche jeder Lehrstunde folgen,«sollen unvorbereitet sein, damit die Schüler aufmerken, damit sie an das zu sagendeDvoraus denken und endlich „xour Iss aoeouturusr a xarlsr xroiuxtsiusut sur»j toutss Iss sortss äs uratisrss." Man sieht, es ist ein französischer Gedanken-» kreis, in dem sich Friedrich hier bewegt, und wir dürfen hinzusetzen, der Gedankenkreis derI j Höfe und der Großen dieser Welt. Dem Jahrhundert gebührt auch sein Theil. Dochk ' war er kein Anhänger des von Rousseau damals laut verkündigten, auch in Deutsch-land gläubig aufgenommeuen Evangeliums von der ursprünglichen Güte der mensch-lichen Natur, wie wir aus jenem von Kant (W. W. VII., 1, 275) aufbewahrten/Gespräch mit dem Aesthetiker Sülze wissen, der jenen Rousseau'schen Grundsatz pries unddem Friedrich, der feine Menschenkenner, die bekannte Antwort gab : Vous ns souuaisssLxas NS 8 S 2 ostts mauäits lass, u luguslls uous axxurtsuous.

Was jedoch Friedrich eigenthümlich angehört, der große Werth, den er auf Selbst-thätigkeit und scharfes Denken legt, verräth ebensowohl den genialen Herrscher als seinMer für die Erziehung überhaupt den echten Landesvater. Neben den classischenSprachen empfiehlt er das Studium der deutschen und bedauert, daß Werke wie das^Wörterbuch von Adelung nicht ein Jahrhundert vor ihm erschienen seien. Besonders^verlangt er Kenntnis in der vaterländischen Geschichte, deren Mangel einem Engländernicht verziehen würde. Was die Mathematik betrifft, so beklagt er vornehmlich denMangel an geschickten Lehrern. Am meisten Anstoß könnte man an den Moralprinci--pien seines dem jungen Adel gewidmeten Dialoges nehmen. Derselbe enthält nebentrefflichen Stellen auch sehr Bedenkliches; allein man muß auch hier in's Auge fassen,^ ifür welche Kreise er bestimmt war. Der Grundsatz des Catonischen .,musts xusr"ftlX, S. 108 u. f.) war wohl wenigstens kein Anachronismus und das Duell behandelti ^Friedrich mit Einsicht und Mäßigung, wenn auch nicht mit moralischer Strenge. Friedrich! wigenthümlich und mit seinen Grundsätzen in Betreff der intellectuellen Bildung vollkommenharmonirend ist auch der ausdrückliche Befehl, daß die Gouverneure der Nitterakademieihren Zöglingen lustige Streiche und Eulenspiegeleien Nachsehen und nur Schlechtigkeitund vor allen Dingen Trägheit (xarssse) strafen sollen. Dies Streben, Gewissenhaf-ftigkeit und rastlose Thätigkeit zu erregen, wo nöthig zu erzwingen, theilte Friedrich ja^überhaupt mit seinem in anderer Beziehung so unähnlichen Vater. Es ist zu einem derGrundsteine geworden, auf denen diese mächtigen Baumeister das Gebäude des preußischenStaates errichteten. Daher darf man sich nicht darüber wundern, daß Friedrich derGroße auch von den Lehrern erhöhte Thätigkeit forderte. — So war ihm denn natür-lich auch die Trägheit der Studenten und vieler Professoren auf den Universitäten,wie aus dem Brief über die Erziehung hervorgeht, ein Greuel; allein hier fand Friedrich. für seine liberale Art der Einwirkung einen gar zu zähen Stoff. Es gelang ihm1 ebensowenig einen andern Ton des Studirens in Aufnahme zu bringen, als etwa das