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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Friedrich der Große.

Übersetzungen*) neben den Originalen, damit nur vor allen Dingen ein schneller und »klarer Einblick in den Inhalt gewonnen werde. Cicero, Tacitus und ganz besonders iQuintilian sind ihm Lehrbücher der Philosophie, der Moral, der Geschichte, der !Staatskunst, der Rhetorik. Nach dem schnellen und in der Hauptsache klaren Auf- snehmen des Inhalts folgt die Besprechung und Verarbeitung des Stoffes; dann lernen idie Schülerräsonniren" d. h. selbst denken. Am consequentesten hat Friedrich dies jSystem wohl ausgebildet in seiner Instruction für die Direction der Berliner Ritter- iakademie (Werke H S. 77 ff.). Für mehrere Fächer wird in derselben ausdrücklich j

schichte kriegen. Aber in den neuern Zeiten, da muß man schon etwas genauer damit gehen, damitdie jungen Leute solche gründlich kennen lernen, und das gehet auch spielend an. In Ansehungder Geometrie, da sind schon andere Mittel, um ihnen solche zu lehren; und was die Philosophiebetrifft, die muß von keinem Geistlichen gelehrt werden, sondern von Weltlichen, sonsten ist eieben so, als wenn ein Jurist einem Officier die Kriegskunst lehren soll; er muß aber alle Sy.stemes mit den jungen Leuten durchgehen und durchaus keine neue machen. Von der Metaphysikmäßen sie auch was durchgehen. Aber vom Griechischen und Lateinischen gehe Ich durchausnicht ab bei dem Unterrichte in den Schulen. Und die Logik ist das allervernünftigste, denn einjeder Bauer muß seine Sache überlegen, und wenn ein jeder richtig dächte, das wäre sehr gut. iDie Rhetorik muß den jungen Leuten, wie schon gesagt, ebenfalls gründlich beigebracht werde». !Man muß auch darauf Acht geben, daß die Kinder fleißig in die Schulen kommen, und wenn das >nicht geschieht, muß das den Vätern und Eltern gemeldet werden, daß sie dafür strafen; denn !warum schicken sie sonst die Kinder in die Schule, als daß sie was lernen sollen; sonst können sie fsie ja nur zu Hause behalten. j

Daß die Schulmeister auf dem Lande die Religion und die Moral den jungen Leuten lehren, 'ist recht gut und müßen sie davon nicht abgehen; damit die Leute bei ihrer Religion hübschbleiben und nicht zur katholischen übergehen; denn die evangelische Religion ist die beste und weit !bester wie die katholische. Darum müßen die Schulmeister sich Mühe geben, daß die Leute Attache-ment zur Religion behalten, und sie so weit bringen, daß sie nicht stehlen und nicht morden. ^Diebereien werden indessen nicht aufhören, das liegt in der menschlichen Natur; denn natürlich» IWeise ist alles Volk diebisch, auch andere Leute, und solche, die bei den Tasten sind und sonst Ge-legenheit dazu haben. Im Lauenburgischen und Bütowschen ist es noch mehr, wie an ander»Orten nöthig, die Education der Kinder in eine bessere Ordnung zu bringen, denn da fehlet eSnoch sehr daran. Im Altenburgischen ist eine sehr gute Erziehung, die Leute sind da alle soordentlich und vernünftig; wenn man von daher könnte Schulmeister kriegen, die nicht so thenerwären, so würde das sehr gut sein. Ihr werdet sehen, wie das zu machen steht; sonsten ist eSauf dem platten Lande genug, wenn sie ein bischen lesen und schreiben lernen; wissen sie aber z»viel, so laufen sie in die Städte und wollen Secretärs und so was werden, deshalb muß im»auf dem platten Lande den Unterricht der jungen Leute so einrichtcn, daß sie das Nothwendigkwas zu ihrem Misten nothwendig ist, lernen, aber auch in der Art, daß die Leute nicht aus daiDörfern weglaufen, sondern hübsch da bleiben. Nach dieser Meiner Willensmeinung und Vor-schrift werdet Ihr daher bemühet sein, alles in den Schulen besser einzurichten und zu regulinn,damit Meine landesväterliche Intention bestens erreicht wird. Ich bin übrigens Euer wohlaffec-tionirter König, Friedrich."

Aus der die Uebersetzungen betreffenden Stelle geht übrigens hervor, daß der König sie außerdem im Texte angegebenen Zwecke auch als Correctiv für die eigenen Uebersetzungsübungen derSchüler angesehen wissen wollte. Endlich ist zur Beleuchtung der Ansicht des Königs über d«sGriechische, dessen Kenntnis er weniger allgemein in Deutschland nennt, als die des Lateinische» >(Brief vom 24. Februar 1781, IV. IV. XXV, 175), folgende Stelle aus einem Briefe an v'LIem-dort vom 28. Januar 1773 nachzutragen: II ^ u sncors clss sruäits; eepsndunt oroiriW-vourbien gne je suis obliZe ck'sneonruger I'etrnls cks In lungns Aresens, <xui, saus Iss soins guvP ,prsncks, SS xsrckruit tont L kalt. D. Red. i

*) Ueber die Art, wie Friedrich der Große sich selbst an französischen Uebersetzungen der ;Klassiker gebildet hatte, den Werth, den er auf ihren pädagogischen Gebrauch legte, und den Ei»'fluß, den er auf das Entstehen guter deutscher Uebersetzungen übte, vgl. Bonnell's Abhandlungin dem Progr. des Friedrich-Werder'schen Gymn. Berl. 1855:Friedrichs des Großen Verhältniszu Garve und dessen Uebersetzung der Schrift Cicero's von den Pflichten nebst einer Betrachtungüber das Verhalten der Schule gegen die Uebersetzungen der alten Classiker."