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Freuudschaft, Jugendsreundschast.
Freistellen, Freitische.
ist es von Wichtigkeit, Schüler der nicht geschlossenen Anstalten, die vielleicht sonst inihrer häuslichen Existenz sich selbst überlassen sind oder unter nachtheiligen Einwirkungenstehen, zuweilen wenn auch nur auf kurze Stunden in einen Familienkreis treten zulassen, wo sie sich in wohlthuender Weise angeregt und gehoben fühlen. Das ist dochnur ein halber Wohlthätigkeitsact, Schüler die man an den eigenen Tisch nicht ladenmag, dadurch zu entschädigen, daß man für sie in einem Gasthause einen Tisch bezahlt;
unter Umständen setzt man sie da sehr bedenklichen Einflüssen aus. Und so ist es aus
nahe liegenden Gründen auch nicht gerathen, die Verwaltung geschlossener (durch Stif-tungen begründeter) Freitische Gastwirthen zu überlassen; es sollte in solchen Fällenwo möglich ein Lehrer die Sache übernehmen, der dann freilich auch stark genug seinmuß, um manche leichtsinnige Urtheile und sonstige Erweisungen jugendlichen Undanksertragen zu können.
Daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Freistellen der geschlossenen An-stalten eine große Wohlthat sind für viele, bedarf keiner Bemerkung. Auch ist jetzt
wohl durch die von oben geübte Controls in den meisten Fällen dafür gesorgt, daß
Misbräuche in der Besetzung wie in der Verwaltung solcher Freistellen vermiedenwerden. Ob in solchen Anstalten zwischen den Inhabern von Freistellen und den so-genannten Extraneen unerfreuliche Gegensätze und Spannungen eintreten können, oderob die Macht fester Traditionen und die Einheit der wissenschaftlichen Leitung, sowieder Disciplin, allezeit die wünschenswerthen Ausgleichungen herzustellen vermag, darüberhaben wir ans Erfahrung keine Kunde.
Die Schulgelder lasse, welche jetzt an höheren Bildungsanstalten, die im allgemeinenden Betrag des Schulgeldes mehr und mehr gesteigert haben, innerhalb bestimmterGrenzen und Normen gewährt werden, begründen eine besondere Art von Freistellen, dieimmerhin von Werth sind, aber freilich nicht als durchgreifende Hülfe gelten können?!
H. Kümmel.
Fremde Sprachen, s. Engl-, Franz., Italien. Sprache.
Freundschaft, Jugendsreundschast. — »Der Mensch hat nichts so eigen, so wohlsteht nichts ihm an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann", singtSimon Dach in einem echt deutsch gefühlten Liede. Freundschaft zu halten, gehört sosehr zum Adel des Menschen, daß der, welcher gekommen ist, denselben herzustellen, dieLiebe zur Mutter und die Liebe zur Menschheit mit der Freundesliebe zu einem wunder-baren Dreiklang verbunden hat. Wie in allem, was zur Vollkommenheit des Menschengehört, so ist Christus auch in der Freundschaft vorbildlich: die Freundesliebe zu Jo-hannes war ihm an und für sich Bedürfnis, aber zugleich dazu bestimmt, in den Dienstder Familienliebe und der Liebe zur Menschheit segnend einzutreten. Der Mensch nun,in der Familie geboren, hat in ihr den natürlichen Boden, auf welchem seine Liebesich zunächst entfalten soll; die Erziehung hat keine ernstere Aufgabe, als um denZögling recht feste Bande der Familienliebe zu ziehen. Aber leicht kann es geschehen,daß der Egoismus, den die Erziehung bekämpft, die Gleichgültigkeit gegen die großenGüter und Interessen des Vaterlandes und der Menschheit sich in das schöne Gewand
. *) In Württemberg z. B. sind Freistellen der letzteren Art an einzelnen Gymnasien in zieni-
s licher Zahl vorhanden und es gilt bei ihrer Verwaltung der Grundsatz, daß nur solche Schülerunterstützt werden sollen, welche bedürftig sind und sich durch Begabung, Fleiß und Betragenempfehlen. Die Bedürftigkeit ist freilich ein dehnbarer Begriff und diejenigen, welche darüber' zu entscheiden haben, müßen wohl beachten, daß das absolute Einkommen nicht den einzigenMaßstab bildet, derselbe vielmehr durch die sonstige Lage der Familie, den Stand und dgl>; wesentlich mitbedingt ist, und daß man durch die Forderung eines obrigkeitlichen Nachweisesmanchmal feinfühlende Gemüther zurückschrecken kann; aber auch der unbescheidenen Zudring-lichkeit, welche die der Armut bestimmte Wohlthat an sich zu reißen sucht, muß man Riegel vor-> schieben. Endlich hat man sich zu hüten, daß man nicht solche aus den untern Schichten hervor-zieht, die nur ein Gelüsten nach den äußeren Vorzügen der gebildeten Stände, aber weder Strebennach wirklicher höherer Bildung noch Anlage dazu haben. D. Red.