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s Freiheit des menschlichen Willens.
denen ebenso viele pädagogische entsprechen, kommt noch weiter unmittelbar der schwere! Conflict, in welchen der Determinismus mit dem religiösen und christlich-religiösen Glauben
! hineintreibt. Darüber möge ein bewährter Forscher in diesem Gebiete, Jul. Müller,
^ reden; er sagt: „eine dunkle dämonische Macht, welche Selbstsucht, Lüge, Haß selbst
geordnet als einen notwendigen, doch nie ganz verschwindenden Schatten des Guten,^ und welche dann doch dem Menschen dafür die Verantwortlichkeit in seinem Bewußtsein
? aufladet und so zu der Last der Sünde auch die innere Qual der Selbstzurechnung
hinzufügt, mag auf polytheistischem und pantheistischem Standpuncte eine gewiße Be-greiflichkeit haben, aber mit den Grundbegriffen des christlichen Theismus steht dieseVorstellung in unauflöslichem Widerspruch, indem sie nicht bloß die Wahrhaftigkeitund Heiligkeit Gottes verletzt und alles Vertrauen zu seiner Offenbarung untergrabt,sondern auch an die Stelle der Liebe Gottes despotische Grausamkeit setzt." EinenTheismus aber, welcher gleichwohl deterministisch sein und bleiben will, trifft die be-zeichnte Anklage, daß er den religiösen Glauben verwirre, in ihrer ganzen Schwere;auf die Schwierigkeit, welche entsteht, wenn man eine vollkommene Heiligkeit Gottesvoraussetzt und dennoch einen nothwendigen Durchgang durch das Böse für den Men-schen postulirt, habe ich schon im Art. vom Bösen hingewiesen. Man hat nun freilichgeglaubt, allen diesen Schwierigkeiten entgehen zu können durch die Unterscheidung dersubjectiven, moralisch-religiösen und der objectiven, rein wissenschaftlichen Betrachtungs-weise; man sagt: im unmittelbaren Bewußtsein kann die Sünde nicht als Noth-wendiges gelten und erscheinen, d. h. sie muß frei erscheinen, weil nur unter dieserForm das Schuldbewußtsein und die Reue subjectiv möglich ist. Reflectirt man aberdarüber und erkennt die Nothwendigkeit des Bösen, so geht man über die Sphäre derUnmittelbarkeit hinaus und beginnt zu philosophiren, eine Betrachtungsweise, welchegar nicht eintritt, wenn und so lange der Mensch sich praktisch verhält, also auch garkeinerlei Einfluß auf sein praktisches Verhalten haben kann. Aehnlich wenigstens istdie Art, wie protestantische Theologen (Calvin und auch Luther früher) einen ver-borgenen und offenbaren Willen Gottes unterschieden und gelehrt haben; nach seinemverborgenen Willen, über welchen der Mensch nicht grübeln soll, will und wirkt Gottdas Böse, nach seinem offenbaren, welchen er uns in der Schrift, sowie im Gewissenvorhält, will er es nicht, und daran hat sich der Mensch zunächst als sittlicher undreligiöser zu halten. Daß mit einem solchen Dualismus einer doppelten Anschauungs-weise nichts geholfen ist, leuchtet von selbst ein; wie soll ein ungetrübter, in sich ein-stimmiger Glaube an die Heiligkeit und Wahrhaftigkeit Gottes damit sich vereinigen,wie das zweifellose Vertrauen in die Offenbarung Gottes im Gewissen und der Schriftdabei sich aufrecht erhalten lassen? Wollten wir auch das Wissen um die Noth-wendigkeit des Bösen nur als Eigenthum der Philosophie betrachten — und doch, werkann wehren, daß es nicht auch in das allgemeine Bewußtsein hereindringe — somüßte allermindestens im Philosophen, sofern er nicht nur das, sondern auch sittlichesIndividuum ist, jener gefährliche Conflict zwischen den Thatsachen des sittlichen Bewußt-seins, vor allem des Schuldbewußtseins und der behaupteten Nothwendigkeit des Bösenentstehen. Man kann freilich von der Philosophie nicht verlangen, daß sie überall inunmittelbarem Verhältnis zu den Forderungen und Aufgaben des thätigen und sitt-lichen Lebens stehe, daß sie durchaus praktisch sei, aber doch jedenfalls, daß sie nicht un-praktisch insofern sei, als sie nicht Lehrsätze aufstellen soll, welche das praktische, sittlichthätige Leben unmöglich machen; thut sie aber dies gleichwohl, so verdient sie freilichauch den Namen der Philosophie, wahrer Wissenschaft nicht, die ein Wissen von demWirklichen und Wirklichwerdenden, nicht von Widersprechendem und Unmöglichem sein^ soll. Aber manche Philosophen greifen nun noch weiter zurück auf einen Punct, den! wir kurz berühren wollen, obwohl er mit den Interessen der Pädagogik nicht so un-mittelbar zusammenhängt; sie stellen nämlich das Axiom einer unbedingten Nothwendig-keit alles Geschehens als eine Grundvoraussetzung der Möglichkeit der Philosophieselbst hin. Wenn die Philosophie die Einheit und Nothwendigkeit, den Zusammenhang