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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Ferien.^

" Fertigkeit, Fertigkeiten.

losigkeit rauben und sie an die Rückkehr zur Schule nur mit Angst denken lassen.*)Wenn das Haus öfter, als es zu geschehen Pflegt, mit der Schule sich in rechtesEinvernehmen setzte, könnten Eltern, die sonst Einsicht und ernsten Willen haben,gerade die Ferien zu recht nützlichen machen, und es würden dann die LurvsiUunts,welche Wilm (Lsguisso ck'nn Systems oomxlst ck'instrnotion et ck'eckuoation I. 261)empfohlen hat, als sehr entbehrlich erscheinen. Wenigstens sollten die Eltern verhüten,daß ihre Söhne aus den Ferien zuweilen wesentlich verändert zurückkehren, und dasfrühere ordentliche Verhalten, an dem man sich erfreute,, dahin ist (Ziller, dieRegierung der Kinder 169).— Ferien reisen sind in der Gegenwart oft empfohlenworden und können, recht geleitet, die Schüler, welche sie unternehmen, leiblich undgeistig erfrischen, mit einer Fülle neuer Anschauungen bereichern und zu einem selbst-thätigen Auftreten anleiten; doch dürfte es an der Zeit sein, vor Uebertreibuugenin dieser Beziehung zu warnen. Wie solche Reisen am besten einzurichten sind, davons. den Art. Fußrcisen (Kapp, die Gymnasialpädagogik im Grundrisse 182 ff. Bgl.Boclo, das Fußreisen als sicherstes Beförderungsmittel des Unterrichts in der Erdkundeund als eine den jugendlichen Menschen körperlich und geistig erfassende Asketik dar-gestellt. Hannover 1831). Daß Lehrer ihre Ferien auch zu größer» Ausflügen benützen,scheint sich jetzt von selbst zu verstehen, und bei der Leichtigkeit, mit welcher wir aufEisenbahnen auch fernere Ziele und in kurzer Zeit erreichen können, ist die Versuchungauch für schwerfälligere Naturen groß. Wie bedeutend aber auch die auf solchen Reisenzu gewinnenden Vvrtheile sein mögen, zweifelhaft bleibt es doch, ob diejenigen wohl thun,welche lieber schon vor dem Anfänge der Ferien im Reisekleide zum Bahnhofe eilenund erst in der Nacht vor dem Wicderanfange der Schule zurückkehren. Die in contem-plativer Ruhe zugebrachten Ferien haben doch auch einen eigenthümlichen Reiz undbringen manchen sehr erfreulichen Gewinn.

Im allgemeinen mag noch verwiesen werden auf: Meier otto, von den uothwen-digcn und freiwilligen Schulferien. 1786; Greverus, Ideen zu einer Revision desgesammten Schulwesens 297 ff.; Kirsch, Volksschulrecht 384 ff.; Hoffmann, Prakt.Handbuch der deutschen Volksschulverfassung rc. I. 262 f. H. Kümmel.

Fertigkeit. Fertigkeiten. Alle Proccsse des Lebens — sei es nun des leiblichenoder des geistigen — können mit größerer oder geringerer Lebendigkeit und Geschwindig-keit vor sich gehen. Diese psychologische Thatsache in Verbindung mit der gegebenenKraft, die Lebensthätigkeit mehr oder minder willkürlich und dabei mit leichterer odergeringerer Anstrengung hervorzurufen, begründet den pädagogischen Begriff der „Fertig-keit." Während das Wort: „Fähigkeit" überhaupt die günstige Beschaffenheit jemandeszu gewissen Thätigkeiten und Handlungen bezeichnet, setzt die Fertigkeit eine Gestaltungder Fähigkeit zum lebendigen, willkürlichen und leichten Vollzug jener voraus und wirdzur Geschicklichkeit, wenn die Handlungen mehrfach zusammengesetzter und künst-licher Art sind.

In dem bezeichnten Wesen der Fertigkeit liegt, daß die Bildung zu ihr für dieEntwicklung des geistigen Lebens zwei Momente darbietet, die in pädagogischer Bezie-hung von wesentlicher Bedeutung sind. Es ist mit ihr einmal überhaupt eine Steige-rung des Lebensproeesses gegeben, sodann aber fürs andere auch eine nähere, ergänzendeoder auch berichtigende Bestimmtheit desselben ausgesprochen, indem durch sie die Tätig-keit wesentlich auf das Vollziehen der Lebensacte als solches (das neben

*) Zu der Ausgleichung zwischen Berufsarbeit und Muße, welche der Art. Erholung S. 280 ff.fordert, gehört insbesondere auch das, daß die Ferien zu jener freien Thätigkeit, die aus der indi-viduellen Neigung und freien Wahl hervorgeht, genügenden Raum lassen; die Liebhabereien desKnaben, mag er nun an dem Clavier oder einer Reisebeschrcibung sitzen oder an der Hobelbankstehen oder durch die Wälder streifen, Schmetterlinge fangen, Eichhörnchen belauschen, kurz dievielen Allotria, mit denen die Schule zuweilen sogar im Streite liegt, haben in den Ferien daSRecht, aus ihrem Verstecke hervorzukommen; hat sich das junge Herz daran gelabt und gesättigtso nimmt es nachher williger auch die Arbeit wieder auf. D. Red.