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Fertigkeit, Fertigkeiten.
und im Gegensatz zu einem entweder mehr leidentlichen Verhalten oder zu einer mehrbetrachtenden, die Gegenstände auf sich wirken lassenden und sich in sie vertiefendenThätigkeit (S-kc-^i»/) als solcher gerichtet wird. Daraus folgt, daß die Entwicklung derFertigkeit von selbst das Element des Praktischen (im weitern Sinn) im Gegensätze zumTheoretischen in sich trägt, daß sie sich auf dem Gebiete des Erkennens, der Kenntnis-bildung als solcher und sofern sie ein Können (Kunst) ist, dem Wissen als solchem zurSeite —, beziehungsweise entgegenstellt. Während hier die Entwicklung entweder in derRichtung von außen nach innen (wie bei sinnlichen Anschauungen) oder rein innerlich(Denken) stattfindet, handelt es sich bei der Fertigkeit von Entwicklungen, die vorherr-schend von innen nach außen gehen, weswegen sie auch in der Regel nie ohne energischeAnwendung der Willenskraft, sei es auch bloß im Anfänge des Processes, zu Standekommt.
Blicken wir auf das Gebiet, auf dem sich die Bildung zur Fertigkeit geltend machenkann, so ergiebt sich aus der psychologischen Grundanschauung von selbst, daß an ihrdas ganze Leben Theil nehmen kann. Es giebt eben so viele Fertigkeiten als Vermögenund Kräfte. Eine Ausnahme davon können nur diejenigen Seiten des Lebens bilden,auf denen die willkürliche Thätigkeit nicht eingreifen kann — eben damit im geistigenLeben das ganze Gebiet des Fühlens. Gerade weil dieses seinem eigensten Wesen nachetwas ursprüngliches, der willkürlichen Bestimmung sich entziehendes ist, müßte es, so-bald es diese Bestimmtheit annehmen wollte oder sollte, sich selbst widersprechen undzur Unwahrheit und Manierirtheit sich misbilden. Um so gewißer nimmt aber daranseiner eigensten Natur gemäß der ganze Umkreis der Willens- und sittlichen Tätig-keiten Theil, auf dem sich die Fertigkeit als eine Steigerung zur Lebendigkeit, Freiheitund Stetigkeit (s. den Art. Gewöhnung) offenbart, wie denn endlich Tugend nichtsanderes ist, als eine Fertigkeit, Gutes zu thun. Davon abgesehen -— weil diese Seitean einem andern Orte näher erörtert werden wird — bleibt für die Bildung zur Fertig-keit als hauptsächlicher Gegenstand das innerhalb des Einflusses der Willkür fallendephysische Leben (Gliederbewegungen, auch Sinnesthätigkeiten) und das übrige geistige,insbesondere das intellectuelle Leben und zwar seinem ganzen Umfange nach, möge essich innerhalb concreter oder abstracter Vorstellungen, innerhalb des Ideellen oderRealen, der Verbindung gleichartiger oder ungleichartiger Vorstellungen, der formalenoder materialen Geistesthätigkeit bewegen, möge es sich endlich rein innerhalb des Geisteshalten oder in leibliche Tätigkeiten übergehen und darin sich fortsetzen. Auf dieseWeise prägt sich darin die ganze Mannigfaltigkeit des Lebens ab und drückt sich je nachden einzelnen Forderungen, Aufgaben und namentlich den äußern Erscheinungen ineinzelnen besonderen Fertigkeiten aus. Es giebt Denk-, Rechen-, Memorir-, Auf-fassungs-, Sprach-, Compositions-, Uebersetzungs-, Schreib-, Zeichen-, Sing-, Turn-u. s. w. Fertigkeiten. Von selbst aber tritt bei diesen der Unterschied derjenigen Fer-tigkeiten, welche rein innerhalb der Vorstellungen beharren und derjenigen, welche aufcorrespondirende Bewegungen des Leibes sich erstrecken, d- h. der rein geistigen und dertechnischen Fertigkeiten hervor, während die letzteren hinwiederum das einemal mehr aufDarstellung von Kraftäußerungen (gymnastische Hebungen, mechanische Tätigkeiten allerArt), bald mehr auf Darstellung von Zeichen für den geistigen Verkehr oder besondererinnerer Erregungen (Sprechen, Lesen, Schreiben; Singen, Zeichnen) sich erstrecken.
Wie stellt sich nun aber die Aufgabe des Unterrichts und der Erziehung zu dieserSeite der Lebensentwicklung? Welche Stellung und welchen Werth hat die Bildung zurFertigkeit innerhalb der menschlichen Bildung? Fragen wir danach, so wird es im all-gemeinen von selbst klar sein, daß es im wesentlichen Interesse wie der Gesammt- sojeder Specialbildung liegt, die Thätigkeit zur Fertigkeit zu steigern. Erst in der Fähig-keit, jegliche Operation auf diese Weise zu vollziehen, liegt bis auf einen gewißen Graddie Gewißheit des sichern und festen Besitzes, die Gewähr einer richtigen und treffendenAn- und Auffassung des Gegenstandes, die Bedingung der Möglichkeit, mit Aussichtauf Erfolg von einer Stufe des Wissens und Könnens zur andern weiter zu schreiten,