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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Falk.

leere Wortemachcn wie überhaupt, so insbesondere in Sachen der Religion.Zittertvor allem Schwatzen, selbst vor dem christlichen eurer Kinder, ihr Eltern, sobald ihrinne werdet, daß der Unterricht, den sie erhalten, seines uralten Fundaments im Herzenermangle" ruft er in der Vorrede zu seinem Büchleinlieber die Grenzen derVolks- und Gelehrtenschule" 1821.

Das so eben angeführte Büchlein, hervorgerufen durch die im Jahre 1819 zuLeipzig gegründete pädagogische Gesellschaft (Hand, Weißenborn, Briegleb u. a.), derenEhrenmitglied er wurde, giebt uns Veranlassung, noch einige das weitere Gebiet derPädagogik betreffende Gedanken Falks anzuführen. Mit aller Energie hebt er auch fürdie Gelehrtenschule die Nothwendigkeit der eigentlichen Erziehung hervor, welche nur zusehr über dem Unterrichte vergessen werde. Darum fordert er möglichste Geltung desClassensystems, tüchtige Classenlehrer mit unumschränkter väterlicher Vollmacht; derJnstanzenzug in Disciplinarsachen verderbe Zucht und Ordnung; ein thörichter Gedankesei es gewesen, alle Strafen auf Schulen durch Polizeidiener verrichten zu lassen. Fürdie Volksbildung macht er die Nothwendigkeit der Erziehung geltend in seinemAufrufzunächst an die Landstände des Großherzogthums Weimar, sodann an das ganze deutscheVolk und dessen Fürsten, über eine der schauderhaftesten Lücken unserer Gesetzgebung,die durch die traurige Verwechslung von Volkserziehung mit Volksunterricht entstanden,'1819. Für Gelehrtenschulcn empfiehlt er ferner gegenüber dem Studium der alten undüberhaupt fremden Sprachen, das er übrigens sehr hochstellt, zur Abwehr des Formalis-mus und der Gedankenlosigkeit eine sorgsame Benützung der Muttersprache; er fordertfrühe Einführung von deutschen Sprachschulen, worin der Knabe fühle und verstehe,was er spreche, die Bekanntschaft desselben mit den ersten Geistern unserer Nation eiu-geleitet und so stufenweis zu den ersten Geistern des Alterthums fortgeführt werde.Ohne innige und vertraute Bekanntschaft mit deutschen Classikern aus den verschiedenstenZeitaltern vom Lied der Nibelungen, von Luthers Bibelübersetzung an bis herunter zuKlopstock und Göthe sei an kein lebendiges und wahres Eindringen in den Geist derAlten zu denken." Für die Volksschule fordert er anschauliche und lebendige Erfassungdes Concreten auch auf dein geistigen Gebiet; daher Empfehlung des Geschichtlichen undder Poesie; diese sei die älteste Lehrerin des Menschengeschlechts gewesen und sei esnoch; keinaltkluges Verstandeswesen, Sentenzenkram, feine Distinctiouen." Liebermöge man das seither allzu oft vernachläßigte Gedächtnis entwickeln, die Musen seiennach Homer Töchter des Gedächtnisses; womit er jedoch einer einseitigen und geistlosenBethätigung desselben durchaus nicht das Wort reden will.

Falk starb am 14. Februar 1826 unter großen körperlichen Schmerzen in christ-licher Fassung. Die Anstalt wurde nach seinem Willen von der Witwe unter der Lei-tung Herrn Kettners, des bisherigen Gehülfen, fortgeführt, bis sie im Jahre 1829 vomStaat übernommen wurde, der sie aus dem Luthergäßchen vor' das Thor in eine bessereRäumlichkeit verlegte. Hier besteht sie noch in gesegneter, wenn auch beschränkter Wirk-samkeit und giebt jährliche Berichte aus. Der Geist aber, aus welchem sie hervor-gegangen, wie er gleich nach ihrem Beginn in den noch blühenden Stiftungen zuBeuggen, Erfurt, Düsselthal und anderen seine weitgreifende Wirksamkeit bewährte, lebtunter uns fort in einer verhältnismäßig großen und stets wachsenden, immerhin fürdas Bedürfnis noch nicht hinreichenden Zahl von Vereinen und Anstalten, zum Theilin vollkommeneren Formen und Einrichtungen; er wird, so hoffen wir, unter keinemSchicksal, das uns bevorstehen mag, der Welt wieder verloren gehen. (Vgl. Rettungs-anstalten, Pietismus.)

Quellen: Falks Schriften; Neuer Nekrolog der Deutschen von 1826, und drei»Holzschuhers Lutherbüchlein (Nürnberg 1835) gegebene Lebensbeschreibung; brieflicheMittheilung aus persönlicher Bekanntschaft, von Herrn Reinthaler, Vorsteher des Mar-tinsstifts in Erfurt und von Fräulein Rosalie Falk in Weimar, der ältesten Tochterdes Verewigten. *) Ernst Möller st

*) Die oben Genannte hat zum 100jährigen Geburtstag ihres Vaters eine Lebeusskizze desselben

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