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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Fabrikschulen.

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Fall.

ist, oder ihr Besuch wegen der Lage der Wohnungen der Arbeiter sehr erschwert wird, oderandere Umstände vorwalten, welche ihre Wirksamkeit lähmen, so thut er es hauptsächlich,weil die Absonderung der Arbeiterkinder von den Kindern der übrigen Bürger dasNassengefühl verschärfe. Es läßt sich nicht läugnen, daß hierin eine Wahrheit liegt;allein doch sprechen viele andere Gründe überwiegend für die Zweckmäßigkeit guterFabrikschulen. Dagegen ist seine Empfehlung der in vielen Fabriken bereits eingeführ-ten Kleinkinderschulen wohl zu beherzigen, da dadurch die später der Fabrikarbeit an-heimfallenden Kinder frühzeitig geistig angeregt, soweit nöthig, beaufsichtigt werden, wäh-rend die Mütter in der Fabrik beschäftigt sind, und die Erfahrung für die wohlthätigenFolgen derartiger Anstalten, heißen sie Kindergärten, Spielschulen oder Kleinkinderpflegen,auf überzeugende Weise eintritt. Vergl. z. B. A. Penot (Die Privatanstalten zurHebung des Wohles der arbeitenden Classen in den Fabriken des Oberrheins. Augs-burg 1870) S. 712. Was die allgemeinen Grundsätze betrifft, so möchte ich michim wesentlichen zu denjenigen bekennen, welche mir schon vor einigen Jahren ein Mit-arbeiter an der Encyklopädie (A. Hauber) brieflich mitgetheilt hat:

1. Arme Kinder, die daheim keine Arbeit haben können, sind auch im Lernenbesser daran, wenn sie in Fabriken arbeiten, vorausgesetzt, daß sie nicht über Kraft an-gestrengt werden; denn die Thätigkeit des Arbeitens wirkt concentrirend, während dasHerumbummeln, abgesehen vom Bettel, erschlafft.

2. Daher können Fabrikkinder auch in einer kürzeren Schulzeit so viel oder mehrlernen als andere arme Kinder in der vollen.

3. Sobald in einem Orte eine größere Zahl von Kindern in Fabriken thätig ist,bedarf es einer eigenen Schule für sie, welche ihre Zeit mit der Fabrikarbeit in Corre-spondenz setzt, und wo die Gemeinde nicht im Stande ist, eine solche Schule aus eige-nen Mitteln herzustellen, da muß den Fabrikherren die Errichtung auferlegt werden, alsBedingung, unter welcher sie die Kinder benützen dürfen.

4. Medicinalpolizeiliche Norm und Aufsicht muß sich der Gesundheit der Kinderin Beziehung auf Stundenzahl und Nachtarbeit annehmen.

5. Der Religions- (Confirmanden-) Unterricht und der Kirchenbesuch muß obrig-keitlich sicher gestellt werden.

Verfasser fügt bei: 6. Die vom Staate angestellten Fabrikinspectoren sind die natür-lichen Sachwalter und Beistände der in den Fabriken verwendeten Kinder gegenüber derGewissenlosigkeit hartherziger Fabrikherren und der Gleichgültigkeit eigennütziger Eltern.

Stuttgart. vr. tll. C. n. Hahn.

Fachlehrersystem, s. Classen- und Fachlehrersystem.

Facnltlltille Fächer, s. Unterrichtsgegenstände, Dispensation.Fagging-System, s. Bd. m, S. 136.

Fähigkeiten, s. Anlagen.

Falk, Johann Daniel, als Dichter und Satiriker eine der Größen zweitenRanges im Weimar'schen Kreise, bedeutender durch seine pädagogische Wirksamkeit imSinne eines lebendigen, praktischen Christenthums, als Stifter der ersten deutschen Ret-tungsanstalt und als Begründer der innern Mission auf pädagogischem Gebiete, wurdeam 28. October 1768 in der damals reichsfreien Stadt Danzig in einer ehrsamenHandwerkerfamilie geboren und in der reformirten Kirche getauft. Sein Vater warPerükenmacher. Die Mutter war mit ihren Eltern als Kind aus Genf eingewandert.Im Hause herrschte eine ernste Religiosität im positiv gläubigen Sinne der alten Zeit;die Mutter gehörte der Brüdergemeinde an. Die Eindrücke, welche dem empfänglichenKnaben hiervon zutheil wurden, waren tief und bleibend. Im übrigen war die Er-ziehung sehr streng, ja zumal für den angehenden Jüngling wohl etwas hart und allzu-sehr beschränkend. Talentvoll und geistig belebt wie er war, wurde er schon im lotenJahre der Volksschule entzogen, um in der Werkstätte des Vaters seine Berufsbildungzu empfangen. Dem sehnsüchtig nach höherer Geistesbildung verlangenden wurden alleweltlichen Bücher verboten; er aber trug jeden ersparten Groschen in die Leihbibliothekund holte sich Bücher, besonders Wieland, Bürger und Goethe, die er heimlich, selbst