Ethik.
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freilich abseits liegend vom Strom moderner Pädagogik. In der Mitte zwischen Cul-mann und Pfleiderer steht Palmers Moral des Christenthums, deren Vorzug in derbekannten Stellung des Verfassers zur Pädagogik sowie in der populären Darstellungliegen mag.) Aeltere, philosophisch-theologische Ethiker, Daub, de Wette, Mar-Hein eke, mäßen wir uns begnügen, bloß zu nennen; von Schleiermacher besitzenwir ebenso eine rein theologische Bearbeitung der Moral (Die christliche Sitte, heraus-gegeben von Jonas. Berlin 1843 ) als auch philosophische Werke auf diesem Gebiet(seine Grundlinien einer Kritik aller bisherigen Sittenlehre, zuerst 1803 erschienen;Entwurf eines Systems der Sittenlehre, herausgegeben von Schweizer 1835 ; Grund-riß der philosophischen Ethik, herausgegeben von Twesten 1841 , beide letztere ausSchleiermachers Nachlasse bearbeitet; außerdem eine Reihe specieller ethischer Vorträgein der Berliner Akademie: über das Erlaubte, über den Tugendbegriff re.). Wie sichbei ihm die philosophische und die theologische Ethik verhalten, würde nur durch weiteresEingehen dargelegt werden können, wir verweisen in Kürze auf das darüber in Tho-lucks lit. Anz. 1845 . Nr. 70 . S. 559 f. Gesagte. — Unter den Theologen selbstwieder haben Harleß (Christl. Ethik 5 . Aust. 1853 ) und Sartorius (Die Lehrevon der heiligen Liebe, 3 Abtheilungen, 1851 — 1856 ) die Ethik vom specifisch luthe-rischen Standpunct aus bearbeitet; jener in großer Gedrängtheit, dieser in einer viel-fach ins Populäre übergehenden, im speciellen Theil an den Dekalog sich anschließendenDarstellung; jener mit reicher exegetischer Begründung, dieser mit stetem Zurückgehenauf die kirchlichen Symbole und öfterem Verweilen bei dogmatischen Gegenständen. MitHarleß geistesverwandt Vilmar, Moral, 3 Bde. (Gütersloh 1871 ).) Die Unter-schiede der reformirten und der lutherischen Moral sind mit großer Feinheit vonSchneckenburger (Vergleichende Darstellung des luth. und res. Lehrbegriffs, heraus-gegeben von Güder. Stuttgart 1855 ) auseinandergesetzt; den ethischen Gegensatz desProtestantismus und Katholicismus behandelt das „System der christlichen Sitten-lehre" rc. von Heinrich Merz. Tübingen 1841 . — Für die Geschichte der Sittenlehresind die älteren Arbeiten von Stäudlin, die betreffende Abtheilung der Sittenlehrevon de Wette, aus neuerer Zeit vorzüglich der erste Band des oben angeführtenWerkes von Fichte und der betreffende Abschnitt der ebenfalls genannten Schrift vonHartenstein hervorzuheben; neuerlichst hat Feuerlein die Geschichte der philoso-phischen und der christlichen Sittenlehre (Tübingen — 59 , 3 Theile) im Zusam-menhänge bearbeitet; die Gestaltung der Moral in den letzten Jahrhunderten bei denEngländern, Franzosen und Deutschen ist von ihm zugleich unter dem nationalen Ge-sichtspunct, als Moral des Anglicanismus, des Gallicanismus und Germanismus be-handelt. — Noch ist auf die zwar in wissenschaftlichem Geist, aber in populärer Formgehaltene, auf ein größeres, gebildetes Publicum berechnete Bearbeitung der Ethik undeinzelner ethischer Gegenstände besonders hinzuweisen, die wir in Gelzers Schrift:,Die Religion im Leben" 3 . Ausl. 1854 , und in einer Anzahl einzelner Vorträge vonErdmann (z. B. über Collision der Pflichten; über das Spiel; über Gewohnheitenund Angewohnheiten — auch gesammelt unter dem Titel: „Ernste Spiele") besitzen.(Einem Zeitbedürfnis kommt entgegen Alex. v. Dettingen, Socialethik. Erlangen1868 — 69 .) Für einen gemischten Kreis christlicher Zuhörer berechnet, dabei aber inder strengen und körnigten Weise des Verfassers ausschließlich aus biblischen Sätzen ent-wickelt sind die beiden ethischen Arbeiten von I. T. Beck: „Die Geburt des christlichenLebens, sein Wesen und sein Gesetz" Basel 1839 , „Die christliche Liebeslehre" und„Die christliche Menschenliebe, das Wort und die Gemeinde Christi" ebendas. 1842 .(Beachtung verdient Kübel, das christliche Lehrsystem. Stuttgart 1873 .)
Zur weitern Orientirung über den Inhalt und die Behandlungsweise der Ethikdiene Folgendes.
1) Sie ist die Wissenschaft vom sittlich Guten. Es fragt sich sonach zuerst injedem System derselben, was denn der Begriff des sittlich Griten selbst sei; hiernit wirdimmer auch schon die Realität des sittlich Guten, d. h. des absoluten Gegensatzes von