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Ethik.
(a. a. O. I. S. 88), seine Theorie des Bösen n. s. w. durchaus christlichen Geist Leialler Strenge des Denkens; insbesondere aber geht der dritte Theil des Systems (II.S. 375 ff.) Hand in Hand mit den christlichen Ideen, gemäß dem, was I. S. 3ggüber die Nothwendigkeit gesagt war, daß die Ethik auf ihrer dritten und höchsten Stufezu einer religiösen und zwar christlichen werden müße. Von Martensen stehe hierbloß eine Stelle aus dem Vorwort zu der genannten Schrift, wo er sich (S. LI. f.)Uber den fraglichen Punct so ausspricht: „Wenn die Philosophie nicht länger eine leereConstruction s. xriori ist, sondern Erkenntnis der Wirklichkeit, und wenn die positivenWissenschaften von der Methode der Philosophie sich durchdringen lassen, so muß deralte Gegensatz verschwinden. Eine stillos, -mturslis zu schreiben, welche als eine andereArt von Moral neben der christlichen bestehen sollte, gehört zu den Versuchen, die manlängst aufgegeben hat. (Das freilich ist zu viel gesagt.) Eine Moralphilosophie, welchedas Christenthum ignorirt, ignorirt auch die wirkliche Sittlichkeit und macht sich dadurchnur unpraktisch. Ist dagegen die Moral vom Princip des Christenthmns durchdrungen,so wird sie nicht unterlassen können, auf die religiösen Momente der Sittlichkeit cin-zugehen, die man vordem ausschließlich der Theologie zueignete." Im Weiteren wirddann der Unterschied beider so bestimmt, daß die philosophische Darstellung nur dasGenerelle ins Auge fasse, während die Theologie „mittelst der hingehörigen bibliscben,kirchengeschichtlichen und dogmatischen Momente den religiös-ethischen Puncten ihre Aus-bildung gebe", andererseits aber die philosophische Moral auch wieder eine allgemeineresei, sofern sie auch die nichtreligiösen, die weltlichen Momente der Sittlichkeit, wie Fa-milie und Staat, umfasse, die von der theologischen Moral zwar selbstverständlich nichtausgeschlossen, aber „durch religiöse, durch biblische Kategorien nicht erschöpft werdenkönnen." (Sehr anerkennungswerth wäre Pfleiderers Moral und Religion nachihrem gegenseitigen Verhältnis (Leipzig 1872), da namentlich die theistische Grundlageder Zeitströmung entgegen mit dankenswertster Energie festgehalten wird, wenn nicht eineJnconsequenz und Alterirung ethischer Axiome durch den im Grunde pantheistisch ge-faßten Begriff des Bösen hervorträte.j — Während so unverkennbar die Philosophie,und zwar nicht etwa bloß die einer einzigen Schule (Martensen z. B. geht von Hegelaus und Hegels eigene Definition, „die Pädagogik sei die Kunst, den Menschen sittlichzu machen; sie betrachte den Menschen als natürlich und zeige den Weg, ihn wieder-zugebären, seine erste Natur in eine zweite, geistige umzuwandeln" sNechtsphil. S. 212)ist ein Analogon christlicher Begriffe, wie er auch sonst gerne von solcher Neugeburtredet, vergl. Thaulow, Hegels Ansichten über Erz. n. Unt. I. S. 13), — sonderndas philosophische Denken überhaupt auf Verständigung und Ausgleichung mit den Ideendes Christenthums und seiner wirklichen Gestaltung in Form der Kirche (siehe z. B.Chalybäus II. S. 446 ff.) hinstrebt und an seine wesentliche Einheit mit der christ-lichen Wahrheit glaubt: so hat ihrerseits auch die neuere, gläubige Theologie ein elasti-sches Wexk aufzuweisen, das auf philosophische Basis gestellt und in philosophischem Geistausgeführt ist, wir meinen die „Theologische Ethik" von Rothe. Mag man auchüber die Art seines Speculirens, über seine Grundansichten von der theologischen Ethikals einer (im Gegensätze zur Dogmatik, zur wissenschaftlichen Darstellung der kirchlichenDogmen) wesentlich speculativen Wissenschaft, vom Wesen des Sittlichen selbst, sowieüber eine Menge Einzelheiten sich diesem geistvollen Theologen nicht conformiren: immerdoch ist sein Werk in der neueren theologisch-ethischen Literatur das weitaus bedeutendste,und selbst solche Leser, die sich durch die Dialektik des ersten Bandes schwer hindurch-arbeiten, denen es mehr um praktische Belehrung zu thun ist, finden iin letzten Bandeeine Fülle christlicher Lebensweisheit, die sich bis ins Einzelnste erstreckt, ohne doch jekleinlich zu werden; auch die in den Noten nebenherlaufende beständige Bezugnahme aufältere theologische und philosophische Ethiker ist nicht gelehrter Citatenkram, sondern hatfür den Leser den vollen Werth einer Correspondenz, eines Ideenaustausches zwischenden ersten Repräsentanten der betreffenden Wissenschaft. sC ulmanns christliche Ethik(Stuttg. 1864—66) ein thcosophisches Werk, aber eine grüne Oase inmitten von Wüsten,