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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Erziehungspriiicipien.

Allgem. Pädag. I- S. 357360, Amn., etwas ähnliches versucht, aber nur in Formvon Citaten, ohne sie nach bestimmten Rücksichten sachlich zu ordnen.)

Grundsätze über das Ziel und den Zweck der Erziehung.

a) Solche, die nicht einen festen Punct, sondern bloß die Richtung angeben, inwelcher die Erziehung vorzugehen hat.

1)Erziehung ist absichtliche Einwirkung von Seiten der Erwachsenen auf dieJugend, um diese zu der höher» Stufe der Ausbildung zu erheben, auf welcher dieEinwirkenden stehen" oderwelche die Einwirkenden besitzen und überblicken." Indieser Definition, wie wir sie bei Beneke übrigens nicht als die von ihm fest-gehaltene Ansicht, s. Erz.-L. 2. Ausl. S. 6. 7. ausgedrückt finden, ist ein absolutesZiel, ein Ideal nicht bezeichnet; es ist zufällig, auf welcher Stufe selbsteigener Bildungder Erzieher oder ein ganzes Zeitalter steht; auch ist dabei nicht unterschieden zwischendemjenigen an der Bildung, was fortschreitet von Generation zu Generation, undzwischen dem, was immer und überall dasselbe ist, was jedes Menschen Werth bedingt.Obige Definition erscheint als praktisches Princip wirklich festgehalten in der Kasten-erziehung einzelner Völker. Eine Correctur jenes Princips läge in dem, wenn wirnicht irren, von Krause irgendwo aufgestellten obersten Gesetz:Erziehe dein Kind so,daß es besser wird, als sein Erzieher." Aber abgesehen davon, daß einer besser alssein Erzieher und doch noch kein Held in irgend einer Tugend sein kann, wollen wirnur an Basedow erinnern, der, wenn er sich im Trinken etwas übersehen hatte, sichseinen Zöglingen in Dessau selber als warnendes Beispiel präsentirte; dadurch sollte derZögling besser werden als sein Erzieher; ob aber das Experiment gelang, ist eine an-dere Frage. Was ich selber nicht besitze, das kann ich nicht geben; was ich selber nichtkann, das kann ich nicht lehren. Mancher Schüler ist schon viel mehr geworden, alsder Lehrer war: aber dann wars nicht der Lehrer, der ihn dazu gemacht, sondern diehöhere Begabung, der der Lehrer vielleicht zur Entfaltung geholfen. Unter dieserVoraussetzung also könnte jener Grundsatz allein praktisch werden, aber eben, weil eran dieselbe (auch in rein sittlicher Beziehung so gut, wie in Betreff der Begabung)gebunden ist, taugt er nicht zu einem Princip.

2) Bestimmter und in dieser Beziehung geeigneter wäre der Satz, in welchenBraubach (Fundamentallehre der. Päd. 1841) die höchste Aufgabe des Pädagogenfaßt: Erziehe dein Kind zu seinem eigenen Erzieher. Darin ist ja nicht bloß der Be-griff der Volljährigkeit, der. gediegenen Selbständigkeit, sondern zugleich die sittlicheNothwendigkeit einer lebenslänglichen Zucht ausgesprochen. Aber das Ziel selber, zudem auch die Selbsterziehung, wie das Erzogenwerden nur Mittel und Weg ist, istdurch jenes Princip nicht fixirt, sondern nur weiter hinausgerückt. (Aehnlich ist auchdie Definition, die I. M. Sailer,lieber Erziehung für Erzieher" I. S. 2, ge-geben hat.)

3) Unter obige Kategorie gehört noch die von der philanthropistischen Schule herüberaus häufig aufgestellte Behauptung (z. B. v. Heusinger, Lehrbuch der Erziehungs-kunst 1797; unter den Neueren von Scherr, Handb. der Päd. 1839 I. S. 437):Die Erziehung habe lediglich die Kräfte und Anlagen, die im Kinde schlummern, dieseaber alle zu wecken und zu entwickeln. Greift dies einerseits zu weit hinaus, damanche Kraft im Menschen liegt, die nicht sein Vater oder sein Hofmeister, sondernerst das Leben, die Kämpfe reifer Jahre in ihm wecken: so ist es andererseits auchdarin verfehlt, daß ganz abgesehen von positiv schlimmen Anlagen eines Indivi-duums selbst die zum Guten dienlichen Kräfte in sehr verschiedener Richtung ent-wickelt werden können, der Pädagog also, wenn ihm bloß Entwicklung derselben auf-gegeben ist, damit noch schlechterdings nicht weiß, nach welcher Seite er sie in Bewegungsetzen soll. Diesem Fehler haben andere durch irgend einen Beisatz abzuhelfen gesucht;z. B. Greiling (in einer Abh. in Niethammers Philos. Journal 1795) :Erziehungist absichtliche Beförderung der Entwicklung und Vervollkommnung aller Kräfte," alsoentsprechend dem Wölfischen Moralprincip: xorüos ts, aber auch ebenso unbestimmt;