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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Erziehlmgsprmcipien. ? .

auf empirischem Wege das Richtige zu erfahren, muß das Auge erst hell, der Blick ge- Z!

übt fein; um, was factisch vorliegt, würdigen zu können, muß man schon einen Maß- '

stab, also dem Empirischen gegenüber ein Ideales, dem Relativen und Accidentiellengegenüber ein Absolutes haben. Also auch der psychologische Theil der Pädagogik be-darf eines Princips, und je nachdem dieses ist, wird auch das Resultat der Beobachtung >

nicht bei jedem das gleiche sein. Endlich, wenn es sich darum handelt, die Mittel selbst,

die die Erziehung zur Erreichung ihrer Zwecke anwenden kann und soll, richtig zu

wählen und zweckmäßig zu gebrauchen, so reicht dazu die volle Erkenntnis des Zweckes und :

andererseits des Materials, das für jenen Zweck bearbeitet werden soll, nicht aus; auch ^für die specifisch pädagogische Technik bedarf es gewißer Grundanschauungen, die selbst !

wieder so principiell sind, daß hievon die ganze Ausführung in Wissenschaft und Praxis !

abhängt; es ist der Geist in der Methode, es ist der Glaube an die Methode, was sichdarin ausspricht und fixirt. So müßen wir für unsere Wissenschaft drei Principien !haben: eines, das den obersten Zweck aller Erziehung ausdrückt; ein zweites, das dieGrundanschauung vom Objecte derselben enthält; und ein drittes, das gleichsam den z

sxiritus rsotor für alle die Mittel darstellt, die dazu angewendet werden sollen, um an i

und mit dem so beschaffenen, so aufgefaßten Objecte jenen Zweck zu erreichen. Voll- s

ständig aber wird sowohl die Forderung der wissenschaftlichen Einheit der Pädagogik s

als auch die Einheit des praktischen Verfahrens erst dadurch erfüllt sein, wenn auchdiese drei Principien auf ein einziges zurückgeführt werden können. Das nun ist als- i

dann möglich, wenn wir ganz gemäß dem, was auch die christliche Ethik als ihr i

Princip anzusehen hat uns in den Mittelpunct des Christenthums stellen; dort ist Ikein bloßer Grundsatz, weder ein praktisches oberstes Gesetz noch eine theoretische Lehre, !eine Idee, sondern der persönliche, lebendige Erlöser selbst das Princip; als solcher wirkter in demjenigen Ganzen, das wir das Reich Gottes nennen, als solches muß ihnauch die Wissenschaft erkennen und solchem Realprincip gemäß sich gestalten. So nunsagen wir auch von der Pädagogik: ihr Princip ist Christus; und zwar, wenn wir nun !

jene drei Seiten gleich ins Auge fassen, nach welchen hin sich das pädagogische Princip '

differenziirt, so gewinnt dasselbe folgende concretere Gestalt: 1) War dem Griechen der -

Weise, dem Israeliten der Gerechte das Ideal eines Menschen, so ist dieses Ideal uns ?

gegeben in Christus, und zwar in solch reeller, substantieller Weise, daß der Zöglingnicht bloß Christo ähnlich (Phil. 2, 5. Röm. 15, 5), also ein Mensch Gottes(2 Tim. 3, 17), sondern daß er mit Christo persönlich Eins werden soll; Christus sollin ihm Gestalt gewinnen (Gal. 4, 19), d. h. eben: Christus soll das Realprincip sein,das lebenskräftig in ihm wirkt, das in ihm, in diesem Individuum, aufs neue Fleischwird, sich in ihm zu neuer persönlicher Realität ausprägt. Daß damit nichts echtmenschliches, nichts sogenannt weltliches, sofern es ethisirt werden kann, von der Er-ziehung ausgeschlossen, diese durch obiges Princip nicht zu einer mönchischen oder pie-tistischen gemacht ist, hat das System der Pädagogik selbst zu zeigen (s. die Päd. desUnterz. 4. Aust. S. 101131). 2) Indem wir von einer christlichen Anthropologie reden,so ist damit gesagt, daß auch für die richtige Erkenntnis des menschlichen WesensChristus das Princip ist; d. h. n) er, als sündloser Mensch, ist der Maßstab, an demwir erst erkennen, daß unsere Natur eine gefallene, verderbte ist; sowie nicht mindersein Erscheinen in der Welt, seine Wirksamkeit als Erlöser uns die Nothwendigkeit einer ^Erlösung durch eine Offenbarung Gottes kennen lehrt, also darthut, daß uns ohne S!

solche nicht zu helfen war; aber d) er, als sündloser, die Fülle der Gottheit (Kol. 2, s)in sich tragender Mensch, ist auch der factische Beweis, daß diese Menschennatur einer IErlösung, einer Befreiung, einer Erhebung zur Göttlichkeit (2 Petri 1, 4. 7^« !

-corr^or yor-akco^) fähig ist, daß es also ebenso sehr nöthig als auch der Mühewerth und eine nicht vergebliche Arbeit ist, dieser Menschennatur in jedem Individuumsich anzunehmen und ihren anerschaffenen, erst in Christus vollständig zu Tage gekom-menen Adel ihr zurückzugeben. Sein eigenes Wachsthum, in dem wir trotz der Dürft !tigkeit der Nachrichten über seine Kindheit und Jugendgeschichte doch gewiße Stadien